Pallade Veneta - Ministerpräsidenten erhöhen vor Bund-Länder-Treffen Druck auf Scholz

Ministerpräsidenten erhöhen vor Bund-Länder-Treffen Druck auf Scholz


Ministerpräsidenten erhöhen vor Bund-Länder-Treffen Druck auf Scholz
Ministerpräsidenten erhöhen vor Bund-Länder-Treffen Druck auf Scholz / Foto: MIGUEL MEDINA - AFP/Archiv

Die Länderchefs erhöhen vor dem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zur Energiepreiskrise den Druck. Die Menschen brauchten in unsicheren Zeiten "schnellstmöglich Sicherheit", sagte Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) der Zeitung "Welt" vom Dienstag. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erwartet für das Treffen am Mittwochnachmittag "keine einfachen Gespräche". Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) hält ein Aussetzen der Schuldenbremse zur Finanzierung der Maßnahmen für "gut begründbar"

Textgröße ändern:

Bovenschulte forderte rasche Entscheidungen. "Der Energiepreisdeckel muss jetzt kommen." Schon jetzt drohten "aufgrund der Kauf- und Investitionszurückhaltung tiefe Einschnitte in unsere Wirtschaft und sind Arbeitsplätze in Gefahr", mahnte der Bremer Regierungschef.

Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher forderte seine Kollegen auf, "die Maßnahmen des dritten Entlastungspakets im Bundesrat zu unterstützen". Allerdings sei eine Einigung über die Kostenverteilung die Voraussetzung für diese Unterstützung. Auch die erneute Aussetzung der Schuldenbremse in der Verfassung sei ein denkbarer Schritt, so Tschentscher. "Angesichts der Lage wäre das jedenfalls gut begründbar."

Viele Länder würden "überfordert, weil zusätzliche Belastungen aus der Flüchtlingsaufnahme oder einer Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket hinzukommen", sagte er weiter. An diesen Stellen könnten finanzielle Ausgleichsmaßnahmen des Bundes ansetzen.

Niedersachsens Ministerpräsident Weil sagte, es spreche manches dafür, dass die Diskussion über die anstehende Bund-Länder-Runde hinaus fortgesetzt werden müsse. "Zum einen ist fraglich, ob und wann sich die Union auch in finanzieller Hinsicht am Ende ihrer gesamtstaatlichen Mitverantwortung stellen wird", sagte der SPD-Politiker. "Auf der anderen Seite muss der Bund akzeptieren, dass wichtige Bereiche, die von der Energiekrise betroffen sind, bei den bisherigen Entlastungsmaßnahmen noch nicht hinreichend berücksichtigt werden."

Das gelte für den Bereich der Wirtschaft, "aber auch für andere wichtige Bereiche wie beispielsweise Krankenhäuser, Stadtwerke oder ÖPNV", betonte Weil. Die bisherigen Unterstützungsmaßnahmen reichten nicht aus.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte der Zeitung, notfalls werde auf der regulären Herbstkonferenz der Ministerpräsidenten Mitte Oktober weiter über die Aufteilung der Kosten beraten. "Klar ist, dass diese Aufteilung fair sein muss", so Dreyer.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) forderte den Bund auf, einen Energiepreisdeckel für Deutschland zu beschließen. "Die Strompreise müssen deutlich sinken und sich an den Herstellungskosten orientieren." Die Spritpreise müssten wieder mit den Rohölpreisen synchronisiert werden. Zudem müsse die Bundesregierung "endlich die Schuldenbremse aussetzen", forderte Ramelow.

Scholz berät am Mittwoch mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über das geplante dritte Entlastungspaket. Die Länder werfen der Ampel-Koalition vor, ohne Rücksprache eine milliardenschwere Länderbeteiligung an den Kosten beschlossen zu haben.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Die US-Journalistin und feministische Galionsfigur Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Steinem starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Stiftung am Donnerstag im Onlinedienst Instagram mitteilte. In den 70er Jahren hatte Steinem die feministische Zeitschrift "Ms." gegründet. Sie gehörte zu den prominentesten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in den USA. Prominente US-Demokraten würdigten ihre Vorreiterrolle für "Genrationen von Frauen".

Polizeieinsatz wegen verdächtigen Gegenstands an Umspannwerk in Dormagen

Wegen eines verdächtigen Gegenstands ist die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen ausgerückt. Ein Spaziergänger habe den nicht näher benannten Gegenstand am frühen Abend im Bereich der Anlage im Stadtteil Gohr auf dem Boden gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Neuss. Das Fundstück sei beschlagnahmt worden. Zuerst hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

ZDF-Umfrage vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD weiter ohne absolute Mehrheit

Drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht eine ZDF-Umfrage weiterhin keine absolute Mehrheit für die klar führende AfD. In der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent und damit auf einen Prozentpunkt mehr als in der vergangenen Woche. Mit unverändert 23 Prozent folgt die regierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.

Vance: USA untersuchen Angriff auf iranische Hochzeit

Die USA untersuchen nach Angaben von Vizepräsident JD Vance den Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Iran. Vance äußerte sich am Donnerstag in Washington zugleich "äußerst skeptisch" über die Angaben aus Teheran zu dem Vorfall. Die iranischen Staatsmedien seien "kein besonders verlässlicher Chronist" in dem Konflikt, sagte der Vizepräsident bei einem Pressebriefing im Weißen Haus.

Textgröße ändern: