Pallade Veneta - Bundesregierung bringt neues Wohngeld auf den Weg

Bundesregierung bringt neues Wohngeld auf den Weg


Bundesregierung bringt neues Wohngeld auf den Weg
Bundesregierung bringt neues Wohngeld auf den Weg / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Dreimal so viele Bezieher-Haushalte wie bisher und eine Verdoppelung der gezahlten Unterstützung - das sieht das neue "Wohngeld Plus" vor, das die Bundesregierung am Mittwoch angesichts der rasant gestiegenen Wohn- und Energiekosten für einkommensschwache Haushalte auf den Weg gebracht hat. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einer "großen Reform", Bundesbauministein Klara Geywitz (beide SPD) nannte sie "historisch". Profitieren werden unter vor allem viele Rentner.

Textgröße ändern:

Mit der Neuregelung erhöht sich die Zahl der anspruchsberechtigten Haushalte zum Beginn des kommenden Jahres von rund 600.000 auf zwei Millionen. Der durchschnittliche Betrag, den die Bezieher erhalten, steigt von 180 Euro auf 370 Euro - und damit um mehr als das Doppelte, Erstmals werden beim Wohngeld auch die warmen Nebenkosten berücksichtigt - in Form einer Heizkostenkomponente.

Um die Bürger bereits in diesem Jahr angesichts der gestiegenen Energiekosten zu entlasten, soll es für die Heizperiode von September bis Dezember einen einmaligen Heizkostenzuschuss geben. Er beläuft sich auf 540 Euro für einen Zwei-Personen-Haushalt.

Scholz schrieb auf Twitter, Millionen Bürgerinnen und Bürger, die besonders unter den steigenden Wohnkosten litten, sollten ab 1. Januar stärker unterstützt werden - mit durchschnittlich 190 Euro mehr als bislang. "Gut so", schrieb Scholz. SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert erklärte: "Das Wohngeld ist eine zielgenaue Maßnahme aus dem Bilderbuch und vermeidet jegliche Gießkannen-Effekte."

Geywitz räumte ein, dass es wegen der Vielzahl neuer Anspruchsberechtigter zu Wartezeiten kommen könnte. Sie sagte dem Portal t-online: "Es wäre eine Illusion zu sagen: Wir haben 1,5 Millionen Antragsteller oder sogar noch viel mehr – und das macht gar kein Problem." In einer "idealen Welt würde man für eine solche Reform sicher zwei Jahre ansetzen. Wir haben aber keine zwei Jahre, sondern reagieren akut auf einen massiven Notstand, verursacht durch Russlands Angriffskrieg."

Die Regelung trete am 1. Januar in Kraft, dann könnten die Menschen einen Antrag stellen, der geprüft werde, sagte Geywitz. "Wie lange diese Prüfung dauert, hängt von den Regelungen in den Verwaltungen der Länder und Kommunen ab."

Geywitz rief die Länder dazu auf, den Prozess zur Beantragung des Wohngelds zu digitalisieren: Einige Länder hätten sich "schon vor geraumer Zeit auf den Weg gemacht, die Anträge zu digitalisieren. Die anderen wären gut beraten, das jetzt auch zu tun."

Auf weitgehende Zustimmung stieß das neue Gesetz bei Sozialverbänden und dem Mieterbund. "Die Wohngeldreform kommt genau zur richtigen Zeit, denn schon sehr bald müssen alle ihre Heizungen anschalten", sagte die Vorstandschefin des Sozialverbandes Deutschland, Michaela Engelmeier, der "Augsburger Allgemeinen" vom Mittwoch. "Und Menschen mit niedrigen Einkommen müssen für eine warme Wohnung mehr Geld ausgeben, denn häufig leben sie in schlecht isolierten Wohnungen."

Der Deutsche Mieterbund forderte aber auch mietrechtliche Verbesserungen. Nicht nur die durch die Reform in den Blick genommenen zwei Millionen Haushalte litten unter hohen Wohnkosten, sondern rund die Hälfte aller Mieterinnen und Mieter in angespannten städtischen Wohnungsmärkten. Dafür sei eine Reform des Mietpreisrechts erforderlich.

Die Linke kritisierte die Wohngeldreform der Bundesregierung als unzureichend. "Schätzungsweise vier Millionen Haushalte werden auf Wohngeld angewiesen sein", erklärte die wohnungspolitische Sprecherin Caren Lay.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Die US-Journalistin und feministische Galionsfigur Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Steinem starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Stiftung am Donnerstag im Onlinedienst Instagram mitteilte. In den 70er Jahren hatte Steinem die feministische Zeitschrift "Ms." gegründet. Sie gehörte zu den prominentesten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in den USA. Prominente US-Demokraten würdigten ihre Vorreiterrolle für "Genrationen von Frauen".

Polizeieinsatz wegen verdächtigen Gegenstands an Umspannwerk in Dormagen

Wegen eines verdächtigen Gegenstands ist die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen ausgerückt. Ein Spaziergänger habe den nicht näher benannten Gegenstand am frühen Abend im Bereich der Anlage im Stadtteil Gohr auf dem Boden gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Neuss. Das Fundstück sei beschlagnahmt worden. Zuerst hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

ZDF-Umfrage vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD weiter ohne absolute Mehrheit

Drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht eine ZDF-Umfrage weiterhin keine absolute Mehrheit für die klar führende AfD. In der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent und damit auf einen Prozentpunkt mehr als in der vergangenen Woche. Mit unverändert 23 Prozent folgt die regierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.

Vance: USA untersuchen Angriff auf iranische Hochzeit

Die USA untersuchen nach Angaben von Vizepräsident JD Vance den Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Iran. Vance äußerte sich am Donnerstag in Washington zugleich "äußerst skeptisch" über die Angaben aus Teheran zu dem Vorfall. Die iranischen Staatsmedien seien "kein besonders verlässlicher Chronist" in dem Konflikt, sagte der Vizepräsident bei einem Pressebriefing im Weißen Haus.

Textgröße ändern: