Pallade Veneta - Russland vollzieht nach "Referenden" Annexion ukrainischer Regionen

Russland vollzieht nach "Referenden" Annexion ukrainischer Regionen


Russland vollzieht nach "Referenden" Annexion ukrainischer Regionen
Russland vollzieht nach "Referenden" Annexion ukrainischer Regionen / Foto: Gavriil GRIGOROV - SPUTNIK/AFP

Nach den "Referenden" in vier russisch kontrollierten Regionen in der Ukraine will der russischen Staatschef Wladimir Putin deren Annexion am Freitag formell vollziehen. Bei einer Zeremonie im Kreml (14.00 Uhr MESZ) sollen die Abkommen über die Aufnahme der ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk sowie der südukrainischen Regionen Saporischschja und Cherson in die Russische Föderation unterzeichnet werden. In Kiew kommt derweil der ukrainische Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Textgröße ändern:

Nach Angaben seines Sprechers Dmitri Peskow wird Putin eine lange Rede halten. Der Verkehr in Moskau wurde wegen der geplanten Feierlichkeiten eingeschränkt, unter anderem soll es ein Konzert in der Nähe des Kreml geben. Die von Moskau eingesetzten prorussischen Vertreter aus den vier ukrainischen Regionen waren bereits am Donnerstag in Moskau eingetroffen, wie örtliche Medien berichteten.

Bei den vom Westen als völkerrechtswidrige Schein-Abstimmungen kritisierten "Referenden" in diesen Regionen sollen sich nach Angaben der dortigen Separatisten überwältigende Mehrheiten für die Annexion ausgesprochen haben. Am Mittwoch hatten die Anführer der Separatisten Putin dann formell um die Annexion gebeten.

Am Donnerstagabend unterzeichnete Putin mehrere Dokumente, in denen er die Unabhängigkeit von Saporischschja und Cherson anerkannte. Die Unabhängigkeit von Donezk und Luhansk hatte Moskau bereits wenige Tage vor Beginn seiner Militäroffensive am 24. Februar anerkannt.

Angesichts des militärischen Erfolges der ukrainischen Armee Anfang September hatte Putin die "Referenden" zur Annexion der vier Gebiete in aller Eile angesetzt und zugleich eine Teilmobilmachung verkündet, in deren Verlauf hunderttausende Russen in die Armee einberufen werden sollen.

Die vier Regionen bilden einen wichtigen Landkorridor zwischen Russland und der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Zusammen mit der Krim machen sie rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets aus.

Zum Abschluss der "Referenden" am Dienstag hatte Ex-Präsident Dmitri Medwedew abermals mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. "Russland hat das Recht, wenn nötig Atomwaffen einzusetzen", erklärte die Nummer zwei des russischen Sicherheitsrates. Kreml-Sprecher Peskow ergänzte, die "militärische Doktrin" Russlands sehe die Möglichkeit nuklearer Schläge vor, wenn von Moskau als russisch angesehene Gebiete angegriffen werden.

Kiew hatte nach den "Referenden" weitere Sanktionen des Westens gegen Russland und mehr Waffen gefordert. "Die Ukraine kann und wird keine Versuche Russlands dulden, sich einen Teil unseres Landes anzueignen", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Für Freitag berief er eine Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrates ein.

US-Präsident Joe Biden sagte, die USA würden "niemals, niemals, niemals" Russlands Ansprüche auf Hoheitsgebiete der Ukraine anerkennen. Die "Referenden" seien eine Farce. UN-Generalsekretär António Guterres sprach von "einer gefährlichen Eskalation". Dies habe "keinen Platz in der modernen Welt. Es darf nicht akzeptiert werden."

Der UN-Sicherheitsrat in New York wird am Freitag über eine Resolution abstimmen, welche die sogenannten Referenden in den russisch kontrollierten ukrainischen Gebieten verurteilt. Die von den USA und Albanien eingebrachte Resolution hat freilich keinerlei Chancen angenommen zu werden, da Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats sein Veto einlegen kann.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Die US-Journalistin und feministische Galionsfigur Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Steinem starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Stiftung am Donnerstag im Onlinedienst Instagram mitteilte. In den 70er Jahren hatte Steinem die feministische Zeitschrift "Ms." gegründet. Sie gehörte zu den prominentesten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in den USA. Prominente US-Demokraten würdigten ihre Vorreiterrolle für "Genrationen von Frauen".

Polizeieinsatz wegen verdächtigen Gegenstands an Umspannwerk in Dormagen

Wegen eines verdächtigen Gegenstands ist die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen ausgerückt. Ein Spaziergänger habe den nicht näher benannten Gegenstand am frühen Abend im Bereich der Anlage im Stadtteil Gohr auf dem Boden gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Neuss. Das Fundstück sei beschlagnahmt worden. Zuerst hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

ZDF-Umfrage vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD weiter ohne absolute Mehrheit

Drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht eine ZDF-Umfrage weiterhin keine absolute Mehrheit für die klar führende AfD. In der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent und damit auf einen Prozentpunkt mehr als in der vergangenen Woche. Mit unverändert 23 Prozent folgt die regierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.

Vance: USA untersuchen Angriff auf iranische Hochzeit

Die USA untersuchen nach Angaben von Vizepräsident JD Vance den Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Iran. Vance äußerte sich am Donnerstag in Washington zugleich "äußerst skeptisch" über die Angaben aus Teheran zu dem Vorfall. Die iranischen Staatsmedien seien "kein besonders verlässlicher Chronist" in dem Konflikt, sagte der Vizepräsident bei einem Pressebriefing im Weißen Haus.

Textgröße ändern: