Pallade Veneta - Internationale Empörung über jüngsten Raketentest Nordkoreas

Internationale Empörung über jüngsten Raketentest Nordkoreas


Internationale Empörung über jüngsten Raketentest Nordkoreas
Internationale Empörung über jüngsten Raketentest Nordkoreas / Foto: Richard A. Brooks - AFP

Der erste Flug einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete über Japan seit 2017 hat international empörte Reaktionen hervorgerufen. US-Präsident Joe Biden und der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida verurteilten den Test in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag "auf das Schärfste". UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einer "klaren Eskalation". Die Regierung in Tokio hatte zuvor ihre Bürger in zwei nördlichen Regionen aufgerufen, in Gebäuden oder Kellern Schutz zu suchen.

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Der Start sei nicht nur eine Gefahr für die japanische Bevölkerung gewesen, sondern auch "destabilisierend für die Region und ein klarer Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats", erklärten Biden und Kishida. Der US-Präsident bekräftigte zudem das "eiserne Engagement der Vereinigten Staaten für Japans Verteidigung".

UN-Generalsekretär Guterres forderte Pjöngjang nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric auf, "den Dialog mit den betroffenen Parteien wieder aufzunehmen, um das zu erreichen, was wir seit langem fordern, nämlich eine vollständige und überprüfbare Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel".

Auch EU-Ratspräsident Charles Michel verurteilte Nordkoreas Raketentest "scharf" und erklärte, die EU stehe "in Solidarität" hinter Tokio und Seoul. Bei dem Abschuss handele es sich um eine "ungerechtfertigte Aggression und eine unverhohlene Verletzung internationalen Rechts", schrieb Michel im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Nordkorea hatte nach Angaben aus Seoul gegen 07.22 Uhr Ortszeit (00.22 Uhr MESZ) im Gebiet Mupyong-Ri in der Provinz Jagang eine "mutmaßliche ballistische Mittelstreckenrakete" abgefeuert, die in östlicher Richtung über Japan hinwegflog. Die Rakete kam den Angaben zufolge etwa 4500 Kilometer weit, was einen neuen Rekord für Nordkorea bedeuten könnte.

Nach dem Raketenstart war Japans J-Alert-Raketenwarnsystem aktiviert worden - ein seltener Vorgang. Die Warnmeldung wurde auf den Bildschirmen des staatlichen Rundfunksenders NHK angezeigt. Die japanische Küstenwache erklärte später, die Rakete sei offenbar in den Pazifik gestürzt.

Die USA und Südkorea reagierten mit einer Militärübung, bei der satellitengesteuerte Präzisionsbomben auf ein virtuelles Ziel im Westmeer abgefeuert wurden, wie der Generalstab in Seoul mitteilte. Bei der Übung wurden demnach vier südkoreanische F-15K-Kampfjets und F-16-Maschinen der US-Luftwaffe eingesetzt.

Mit der Übung wollten die Verbündeten ihre Fähigkeit demonstrieren, mit einem "Präzisionsschlag" auf Provokationen zu reagieren, erklärte der südkoreanische Generalstab. Washington und Seoul sind enge Verbündete. In Südkorea sind rund 28.500 US-Soldaten stationiert.

Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol nannte den nordkoreanischen Raketenflug eine "Provokation", die gegen UN-Vorschriften verstoße. Er kündigte eine "strenge Antwort" an. Das US-Außenministerium hatte erklärt, der "rücksichtslose und gefährliche Start" stelle "eine inakzeptable Bedrohung der japanischen Öffentlichkeit" dar.

In den vergangenen Tagen hatte Nordkorea bereits vier Mal ballistische Raketen abgefeuert. Südkorea und die USA befürchten, dass Nordkorea in naher Zukunft erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen könnte. Das weitgehend isolierte asiatische Land hat seit 2006 sechs Mal Atomwaffen getestet, zuletzt 2017. Nordkorea hat es nach Diplomatenangaben aber bislang nicht geschafft, seine Atombomben und ballistischen Raketen zu einem einheitlichen System zusammenzuführen.

A.Saggese--PV

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