Pallade Veneta - Putin wirft ukrainischen Geheimdiensten "Terrorakt" auf Krim-Brücke vor

Putin wirft ukrainischen Geheimdiensten "Terrorakt" auf Krim-Brücke vor


Putin wirft ukrainischen Geheimdiensten "Terrorakt" auf Krim-Brücke vor
Putin wirft ukrainischen Geheimdiensten "Terrorakt" auf Krim-Brücke vor / Foto: - - AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die ukrainischen Geheimdienste für die Explosion auf der für Russland wichtigen Brücke zur annektierten ukrainischen Krim-Halbinsel verantwortlich gemacht. Es handele sich um einen "Terrorakt" gegen zentrale Infrastruktur, sagte Putin am Sonntag bei einem Treffen mit dem Leiter der Ermittlungskommission. Der Kreml kündigte für Montag eine Sitzung des russischen Sicherheitsrates unter Putins Vorsitz an.

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"Die Täter, Ausführenden und Auftraggeber sind die ukrainischen Geheimdienste", sagte Putin bei einem Treffen mit Chefermittler Alexander Bastrykin, wie aus einem vom Kreml veröffentlichten Video hervorging.

Die Brücke zwischen dem russischen Festland und der annektierten ukrainischen Krim-Halbinsel war am Samstag schwer beschädigt worden, nachdem nach russischen Angaben eine Lkw-Bombe explodiert war. Sieben Tankwaggons eines Güterzugs gerieten in Brand, ein Teil der Brücke stürzte ins Meer. Mindestens drei Menschen kamen nach russischen Angaben ums Leben.

Moskau hatte zunächst direkte Schuldzuweisungen vermieden. Russische Taucher sollten am Sonntag das beschädigte Bauwerk untersuchen. Der Präsident des von Russland auf der Krim eingesetzten Regionalparlaments, Wladimir Konstantinow, sprach aber von einem Angriff durch "ukrainische Vandalen". Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak betonte dagegen, der explodierte Lastwagen sei aus Russland gekommen, dies weise "eindeutig auf eine Spur nach Russland hin".

Bei dem Besitzer des Lastwagens handelt es sich nach russischen Angaben um einen Einwohner der südrussischen Region Krasnodar. Sein Haus wurde demnach durchsucht.

Die Ukraine hatte in der Vergangenheit wiederholt mit Angriffen auf die 19 Kilometer lange Brücke gedroht, die ein wichtiger Versorgungs- und Nachschubweg auch für die russischen Truppen auf der Krim ist. Von offizieller ukrainischer Seite reklamierte jedoch niemand die mutmaßliche Attacke für Kiew.

Russische Staatsmedien bezeichneten die Explosion am Wochenende zunächst als "Notfall", nicht als Angriff. Die russischen Behörden bemühten sich auch, die Auswirkungen der Schäden an dem Bauwerk herunterzuspielen. Der Auto- und Zugverkehr über die Brücke wurde nach russischen Angaben bereits wieder aufgenommen. Die Passagier-Fernzüge zwischen Russland und der Krim verkehrten demnach am Sonntag "nach Fahrplan".

Die Auto- und Eisenbahnbrücke führt über die Straße von Kertsch und war vier Jahre nach der Annexion der Krim durch Russland fertiggestellt und 2018 von Putin persönlich eingeweiht worden.

Der für die Grenzsicherheit zuständige russische Geheimdienst FSB teilte unterdessen mit, der Beschuss des russischen Grenzgebiets durch die Ukraine habe "erheblich" zugenommen. Dies gelte vor allem für die Region Belgorod, die an die ukrainische Region Charkiw grenzt. Auch die russischen Regionen Briansk und Kursk würden attackiert. In der zurückliegenden Woche habe es mehr als 100 Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern, Artillerie, Mörsern und Drohnen auf 32 Orte gegeben. Dabei sei ein Mensch getötet worden, fünf weitere Menschen seien verletzt worden.

Nach den Rückschlägen in der Ukraine hatte die russische Armee am Samstag den Kommandeur ihrer Ukraine-Offensive ausgetauscht. Armeegeneral Sergej Surowikin sei zum Kommandeur der Truppen "im Gebiet des militärischen Spezialeinsatzes" in der Ukraine ernannt worden, gab das Verteidigungsministerium in Moskau bekannt. Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen bei ihrer Gegenoffensive im Süden, Nordosten und Osten des Landes große Geländegewinne gemeldet.

Bei neuen russischen Raketenangriffen auf die südukrainische Stadt Saporischschja wurden nach neuen Behördenangaben mindestens 13 Menschen getötet. Zunächst war von 17 Toten die Rede gewesen. Die russische Armee erklärte, sie habe mit "Hochpräzisionswaffen" "ausländische Söldner" nahe Saporischschja angegriffen.

Bereits am Donnerstag war die Stadt mit Raketen beschossen worden. Nach diesem Angriff wurden bislang 17 Todesopfer geborgen. "Wieder Saporischschja. Wieder gnadenlose Angriffe auf friedliche Leute", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram.

R.Zaccone--PV

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