Pallade Veneta - IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor

IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor


IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor
IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor / Foto: Stefani Reynolds - AFP

"Das Schlimmste steht noch bevor": Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts von Krisen wie dem Ukraine-Krieg eine düstere Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft abgegeben. Die internationale Finanzinstitution mit Sitz in Washington korrigierte in ihrem am Dienstag veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr auf 2,7 Prozent nach unten. Der IWF sagt zudem voraus, dass Deutschland und Italien in die Rezession stürzen werden.

Textgröße ändern:

Deutschlands Volkswirtschaft dürfte demnach im laufenden Jahr noch um 1,5 Prozent wachsen, 2023 dann aber um 0,3 Prozent schrumpfen. Der IWF korrigierte damit seine Prognose für Deutschland vom April für das kommende Jahr um ganze drei Prozentpunkte nach unten, die letzte Schätzung vom Juli wurde um 1,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Italiens Volkswirtschaft dürfte laut dem "World Economic Outlook" im kommenden Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen.

IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas warnte, Länder, die für ein Drittel der Weltwirtschaft stehen, dürften in diesem oder im kommenden Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung erleiden. "Die Schocks dieses Jahres werden wirtschaftliche Wunden wieder öffnen, die nach der Pandemie nur teilweise verheilt waren", erklärte Gourinchas. "Das Schlimmste steht noch bevor, und für viele Menschen wird sich 2023 anfühlen wie eine Rezession."

Die Eurozone wird laut der IWF-Prognose in diesem Jahr um 3,1 Prozent wachsen und im kommenden Jahr nur noch um 0,5 Prozent. Die USA als größte Volkswirtschaft der Welt wird demnach um 1,6 Prozent und 2023 dann um 1,0 Prozent wachsen.

Die Weltwirtschaft wird derzeit von einer Reihe von Krisen erschüttert. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Preise für Energie und Lebensmittel nach oben getrieben. Die Weltwirtschaft leidet außerdem nach wie vor unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie, etwa wegen Lockdowns in China. Zentralbanken weltweit versuchen derweil, die hohe Inflation unter Kontrolle zu bringen - mit der Gefahr, dass eine zu starke Anhebung von Leitzinsen das Wirtschaftswachstum abwürgen könnte.

Der IWF rechnet in seinem neuen Bericht damit, dass die Inflation weltweit im dritten Quartal 2022 einen Höhepunkt von 9,5 Prozent erreicht hat. Bis 2024 dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise dann auf 4,1 Prozent zurückgehen.

Der Weltwirtschaftsausblick wurde anlässlich der Jahrestagungen von IWF und Weltbank in Washington veröffentlicht. Das Treffen mit Vertretern aus mehr als 180 Staaten steht in diesem Jahr im Zeichen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine - so, wie es bereits bei den Frühjahrestagungen von IWF und Weltbank im April der Fall war.

Deutschland wird bei den Treffen in Washington von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) vertreten. Dabei stehen unter anderem am Mittwoch ein Treffen der G7-Finanzminister sowie am Mittwoch und Donnerstag Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten an.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Polizeieinsatz wegen verdächtigen Gegenstands an Umspannwerk in Dormagen

Wegen eines verdächtigen Gegenstands ist die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen ausgerückt. Ein Spaziergänger habe den nicht näher benannten Gegenstand am frühen Abend im Bereich der Anlage im Stadtteil Gohr auf dem Boden gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Neuss. Das Fundstück sei beschlagnahmt worden. Zuerst hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

ZDF-Umfrage vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD weiter ohne absolute Mehrheit

Drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht eine ZDF-Umfrage weiterhin keine absolute Mehrheit für die klar führende AfD. In der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent und damit auf einen Prozentpunkt mehr als in der vergangenen Woche. Mit unverändert 23 Prozent folgt die regierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.

Vance: USA untersuchen Angriff auf iranische Hochzeit

Die USA untersuchen nach Angaben von Vizepräsident JD Vance den Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Iran. Vance äußerte sich am Donnerstag in Washington zugleich "äußerst skeptisch" über die Angaben aus Teheran zu dem Vorfall. Die iranischen Staatsmedien seien "kein besonders verlässlicher Chronist" in dem Konflikt, sagte der Vizepräsident bei einem Pressebriefing im Weißen Haus.

Leiche von Kriegsverbrecher Mladic in Serbien eingetroffen

Die Leiche des verstorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladic ist in Serbien eingetroffen und mit militärischen Ehren empfangen worden. Der mit der serbischen Flagge bedeckte Sarg wurde nach der Ankunft aus Den Haag am Donnerstag von sechs Soldaten aus dem Flugzeug getragen, begleitet von Mladics Sohn Darko und dem serbischen Justizminister Nenad Vujic.

Textgröße ändern: