Pallade Veneta - Zwei Brüder für Mord an Journalistin in Malta zu je 40 Jahren Gefängnis verurteilt

Zwei Brüder für Mord an Journalistin in Malta zu je 40 Jahren Gefängnis verurteilt


Zwei Brüder für Mord an Journalistin in Malta zu je 40 Jahren Gefängnis verurteilt
Zwei Brüder für Mord an Journalistin in Malta zu je 40 Jahren Gefängnis verurteilt / Foto: STRINGER - AFP/Archiv

Im Prozess um den Mord an der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia 2017 in Malta sind zwei Brüder zu je 40 Jahren Haft verurteilt worden. Alfred und George D. hatten am ersten Prozesstag am Freitag nach Angaben ihres Verteidigers zuvor erklärt, schuldig zu sein. Maltas Regierungschef Robert Abela erklärte, das Urteil sei ein wichtiger Schritt in Richtung Gerechtigkeit für die Familie Caruana Galizia.

Textgröße ändern:

Die beiden Brüder waren unter anderem wegen Mordes, einer tödlichen Explosion und krimineller Verschwörung angeklagt. Während des Prozesses am Freitag hatten sie zuerst auf "nicht schuldig" plädiert. Später änderten sie ihre Haltung jedoch, wie ihr Verteidiger sagte.

Die 53-jährige Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden. Sie hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere illegale Geschäfte in Malta berichtet. Verwickelt waren nach ihren Recherchen auch Mitglieder der Regierung.

Ihr Tod löste international große Empörung und Massenproteste in Malta aus. Im Zuge einer durch den Mord entstandenen schweren politischen Krise in dem Mittelmeerstaat musste der damalige Regierungschef Joseph Muscat zurücktreten.

Im vergangenen Jahr hatten die nun angeklagten Brüder gesagt, sie seien bereit, einen ehemaligen Regierungsminister für eine Begnadigung zu belasten. Diese wurde jedoch nicht gewährt. George D. hatte das Verbrechen im Juli in einem Interview aus dem Gefängnis heraus gestanden und bezeichnete die Tat als "rein geschäftlich".

Maltas Premierminister Abela schrieb am Freitag im Onlinedienst Twitter: "Das heutige Urteil ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Gerechtigkeit für die Familie Caruana Galizia. Wir sind weiterhin entschlossen, der Familie und Malta volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen."

Parallel dazu werde die Regierung weiterhin wichtige Reformen vornehmen, um die rechtsstaatlichen Grundsätze und die Demokratie in Malta weiter zu stärken, hieß es in einer von Abelas Büro veröffentlichten Erklärung.

Im vergangenen Jahr war in dem Mordfall eine erste Gefängnisstrafe verhängt worden. Vincent M. wurde zu 15 Jahren Haft dafür verurteilt, die Bombe beschafft, platziert und gezündet zu haben. Er hatte sich nach langer Leugnung schließlich schuldig bekannt, was bei seinem Strafmaß berücksichtigt wurde.

Der aus Sicht der Staatsanwaltschaft mutmaßliche Drahtzieher des Mordes, der wohlhabende Geschäftsmann Yorgen F., wartet noch auf seinen Prozess. F. bestreitet eine Beteiligung an dem Mord.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Nach Bolsonaros Niederlage: Trump nennt Brasilien-Wahl "manipuliert"

US-Präsident Donald Trump hat Zweifel am Wahlsieg des linksgerichteten brasilianischen Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva gesät. Es sehe nach einer "manipulierten Wahl" aus, sagte Trump am Montag nach der Niederlage seines Verbündeten, des rechtsgerichteten Politikers Flávio Bolsonaro. Die Niederlage Bolsonaros bedeutet für Trump einen Rückschlag nach Wahlsiegen verbündeter Politiker in lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien, Kolumbien oder Chile.

Flavio Bolsonaro darf nach eigenen Angaben Brasilien nicht verlassen

Gegen den bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegenen Kandidaten Flávio Bolsonaro ist nach dessen eigener Aussage eine Ausreisesperre verhängt worden. Er habe eine Anordnung des Obersten Gerichtes erhalten, wonach er seine Pässe abgeben müsse und es ihm untersagt sei, das Land zu verlassen, sagte Bolsonaro am Montag in einem Video. Er kündigte zugleich an, dass er weiter die Opposition anführen und sich "nicht einschüchtern" lassen wolle.

Nach Machados Rückkehr: Venezuelas Übergangspräsidentin wirft ihr "Show" vor

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat der Oppositionspolitikerin María Corina Machado nach deren überraschender Rückkehr ins Land vorgeworfen, eine "Show" zu inszenieren. "Ich glaube ganz ehrlich, dass sie aufhören sollte, Politik wie eine Show zu betreiben, denn die Politik ist etwas sehr Ernsthaftes", sagte Rodríguez am Montag mit Bezug auf die nicht veröffentlichten Umstände von Machados Rückkehr. "Es gibt ja hier Flughäfen", fügte sie hinzu.

Verteidigungsministertreffen: Pistorius spricht Putin ernsthaften Friedenswillen ab

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Kremlchef Wladimir Putin vor dem Hintergrund der für November in Aussicht gestellten Dreiergespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA mangelnden Friedenswillen vorgeworfen. "Putin simuliert immer mal wieder Gesprächsbereitschaft", sagte Pistorius am Montag nach einem E5-Verteidigungsministertreffen in Paris. "Nichts, aber auch gar nichts" deute darauf hin, dass Putin "an einem Waffenstillstand oder gar an einem Frieden interessiert ist".

Textgröße ändern: