Pallade Veneta - Chaotische Abstimmung im britischen Parlament setzt Truss weiter unter Druck

Chaotische Abstimmung im britischen Parlament setzt Truss weiter unter Druck


Chaotische Abstimmung im britischen Parlament setzt Truss weiter unter Druck
Chaotische Abstimmung im britischen Parlament setzt Truss weiter unter Druck / Foto: JESSICA TAYLOR - UK PARLIAMENT/AFP

Nach dem Rücktritt von Innenministerin Suella Braverman ist die britische Premierministerin Liz Truss durch eine chaotische Abstimmung im Unterhaus weiter unter Druck geraten. Bei der Abstimmung über eine Aufhebung des Fracking-Verbots am Mittwochabend setzte die Fraktionsführung der regierenden Tories die eigenen Abgeordneten offenbar massiv unter Druck. Die Regierung gewann die Abstimmung zwar, zwischenzeitlich sorgten aber Berichte über Rücktritte in der Fraktionsspitze für Wirbel.

Textgröße ändern:

In britischen Medienberichten hieß es, die für die Fraktionsdisziplin zuständige "Chief Whip" (etwa: Chef-Einpeitscherin) und ihr Stellvertreter seien aus Protest gegen eine abrupte Abkehr vom zunächst von der Regierung eingeforderten einheitlichen Abstimmungsverhalten der Tory-Abgeordneten zurückgetreten. Die Downing Street sah sich am späten Abend schließlich zu dem ungewöhnlichen Schritt gezwungen, mit einer Erklärung klarzustellen, dass die beiden Whips weiter "im Amt" seien.

Der Abgeordnete Chris Bryant von der oppositionellen Labour-Partei forderte nach der Abstimmung eine offizielle Untersuchung. Er habe vor der Abstimmung gesehen, dass Tory-Abgeordnete im Parlament massiv bedrängt und unter Druck gesetzt worden seien, sagte Bryant.

Truss ist erst seit Anfang September im Amt. Dennoch steht sie auch in ihrer eigenen Partei bereits massiv unter Druck. Am Mittwoch hatte Innenministerin Braverman ihren Rücktritt eingereicht. In ihrem Rücktrittsgesuch äußerte sie "ernsthafte Bedenken", dass Truss ihre Wahlversprechen breche.

Truss lehnte vor dem Parlament erneut einen Rücktritt ab. Sie sei "eine Kämpferin und keine Drückebergerin", sagte sie. Truss war dafür kritisiert worden, dass sie wegen des Fiaskos um ihre Steuerpläne nicht selber zurückgetreten war, sondern ihren Finanzminister Kwasi Kwarteng zum Rücktritt gezwungen hatte.

Das Steuersenkungspaket hatte wegen fehlender Gegenfinanzierung zu Turbulenzen an den Finanzmärkten und zu heftigem Unmut auch in den Reihen der Regierungspartei geführt. Daraufhin wies Trump zunächst den damaligen Finanzminister Kwarteng an, eine besonders umstrittene Steuersenkung für Spitzenverdiener zurücknehmen. Am Freitag entließ sie ihn dann. Der neue Finanzminister Jeremy Hunt kippte das geplante Finanzpaket dann am Montag fast vollständig.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Richtungsentscheidung in Israel: Wahllokale öffnen für Parlamentswahl

In Israel hat die erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Überfall begonnen. Am Dienstagmorgen um 07.00 Uhr (Ortszeit, 06.00 Uhr MEZ) öffneten die Wahllokale des Landes. Die Abstimmung gilt als Richtungswahl über die künftige Ausrichtung Israels. Zwar hat die Opposition gute Chancen, die amtierende Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abzulösen. Allerdings wird ein enges Rennen erwartet. Mit ersten Hochrechnungen wird nach Schließung der Wahllokale um 22.00 Uhr (Ortszeit, 21.00 Uhr MEZ) gerechnet.

US-Verteidigungsministerium benennt erstes Atom-U-Boot für australischen Marinestützpunkt

Das US-Verteidigungsministerium hat im Rahmen seines Verteidigungsabkommens mit Australien ein erstes Atom-U-Boot benannt, das in einem strategisch wichtigen Hafen an der Westküste des Landes stationiert werden soll. Wie die Verbündeten am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, wird die "USS Colorado" Ende 2027 den neuen australischen Stützpunkt anlaufen.

Merz zum Auftakt seiner Asienreise in Singapur

Zum Auftakt seiner mehrtägigen Asienreise wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag in Singapur erwartet. In dem Stadtstaat wird der Kanzler unter anderem Premierminister Lawrence Wong und Präsident Tharman Shanmugaratnam treffen. Beim Institute for Southeast Asian Studies soll Merz die sogenannte Singapore Lecture halten. Bei der Rede dürfte er sich ausführlicher zu den Beziehungen zu den Staaten des Indopazifik äußern. Auch ein Besuch des Hafens PSA Horizons ist geplant.

Israelis wählen neues Parlament - Netanjahu unter Druck

In Israel wird am Dienstag ein neues Parlament gewählt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu tritt nach insgesamt mehr als 19 Jahren als Regierungschef erneut als Spitzenkandidat seiner konservativen Likud-Partei an. Seinen Herausforderern werden gute Chancen eingeräumt, vor allem dem Mitte-rechts-Kandidaten und ehemaligen Armeechef Gadi Eisenkot. Es wird ein enges Rennen erwartet.

Textgröße ändern: