Pallade Veneta - Kenias Justiz klagt Polizisten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an

Kenias Justiz klagt Polizisten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an


Kenias Justiz klagt Polizisten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an
Kenias Justiz klagt Polizisten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an / Foto: CARL DE SOUZA - AFP/Archiv

Die kenianische Staatsanwaltschaft klagt mehrere Polizisten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zuge der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten nach der Wahl 2017 an. Den zwölf Beamten werde Vergewaltigung, Mord und Folter vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Landesweit erregte vor allem der Tod eines sechs Monate alten Mädchens Aufsehen, der zum Symbol für Polizeigewalt wurde.

Textgröße ändern:

"Dies ist der erste Fall von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, der nach kenianischem Recht verhandelt wird", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Noordin Haji.

Bei der Niederschlagung der Proteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2017 waren binnen vier Monaten dutzende Menschen getötet worden. Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Raila Odinga waren nach der Wiederwahl des damaligen Präsidenten Uhuru Kenyatta auf die Straße gegangen.

Die kenianische Menschenrechtskommission dokumentierte 94 Todesfälle, 201 Fälle sexueller Gewalt und über 300 Verletzungen. Die meisten wurden den Sicherheitskräften zur Last gelegt.

Die Übergriffe seien "nicht zufällig", sondern "geplant und koordiniert" erfolgt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Einige der Taten, etwa Folter, Vergewaltigung und sexuelle Gewalt, seien von hochrangigen Polizeivertretern oder unter deren Aufsicht begangen worden.

Das sechs Monate alte Baby Samantha Pendo starb, nachdem es von der Polizei bei einer Razzia im Haus seiner Familie in Kisumu geschlagen worden war. Die Beamten griffen seine Eltern mit Schlagstöcken an, während die Mutter das Baby auf dem Arm hielt. Fünf hochrangige Polizisten wurden für die Tat verurteilt, kamen jedoch nie in Haft.

Der neue UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, sprach von einer "bahnbrechenden" Entscheidung der kenianischen Staatsanwaltschaft. Sie sei "ein wichtiger Fortschritt" bei dem Vorhaben, die Verantwortlichen "schwerer Menschenrechtsverletzungen" zur Verantwortung zu ziehen.

Laut der Organisation Missing Voices, die außergerichtlichen Tötungen in Kenia nachgeht, wurden seit 2017 insgesamt 1264 Menschen durch die Polizei getötet.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Streit um Förderung: AfD-nahe Stiftung zeigt Dobrindt wegen Rechtsbeugung an

Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Streit um die bisher nicht gewährten Fördermittel wegen Rechtsbeugung angezeigt. Die Strafanzeige sei am Mittwoch in Berlin eingereicht worden, sagte die Stiftungs-Vorsitzende Erika Steinbach am Donnerstag in Berlin. Demnach wirft die Stiftung Dobrindts Ministerium vor, die Prüfung des Förderantrags seit dessen Einreichung im März 2025 zu verschleppen.

Epstein-Skandal: US-Milliardär Black verweigert Kongressanhörung

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat einer seiner früheren Geschäftspartner eine Kongressanhörung verweigert. Der Investor Leon Black reichte stattdessen eine Klage gegen die Vorladung für Donnerstag ein. Die Abgeordneten hätten ihre Befugnisse überschritten, weil sie Einsicht in Schweigevereinbarungen verlangten, die er mit Frauen ohne bekannte Verbindung zu Epstein geschlossen habe, argumentiert der 75-jährige Milliardär darin.

Vor US-Prozess: Venezuelas Ex-Präsident Maduro pocht auf Immunität

Acht Monate nach seiner Gefangennahme durch das US-Militär hat der entmachtete venezolanische Präsident Nicolás Maduro erneut versucht, den Prozess in New York abzuwenden. Er berief sich in einer Eingabe an einen US-Richter am Mittwochabend (Ortszeit) auf seine Immunität. Das Verfahren gegen den 63-Jährigen soll im kommenden Juni beginnen.

Russland schließt Goethe-Institute - Berlin, Paris und Warschau zeigen sich geschlossen

Nach den deutschen Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat Russland reagiert: Das seit mehr als drei Jahrzehnten in Russland aktive Goethe-Institut muss seine verbliebenen Standorte in dem Land schließen, wie Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag ankündigte. Die Präsidentin der Goethe-Institute, Gesche Joost, sprach von einem "Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen". Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sein Bedauern über die Entscheidung - und bekam bei einem Außenministertreffen in Weimar demonstrativen Rückhalt von seinen Kollegen aus Frankreich und Polen.

Textgröße ändern: