Pallade Veneta - Lula gewinnt hart umkämpfte Präsidentschaftswahl in Brasilien

Lula gewinnt hart umkämpfte Präsidentschaftswahl in Brasilien


Lula gewinnt hart umkämpfte Präsidentschaftswahl in Brasilien
Lula gewinnt hart umkämpfte Präsidentschaftswahl in Brasilien / Foto: CARL DE SOUZA - AFP

Der linksgerichtete frühere Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva hat die Präsidentschaftswahl in Brasilien gewonnen. Die Wahlbehörden erklärten Lula am Sonntag nach Auszählung von fast allen Wahllokalen mit rund 51 Prozent der Stimmen in der Stichwahl zum Sieger der Präsidentschaftswahl. "Dieses Land braucht "Frieden und Einheit, erklärte Lula in São Paulo vor jubelnden Anhängern. Der rechtsradikale Amtsinhaber Jair Bolsonaro erhielt 49 Prozent der Stimmen - er hat seine Niederlage bisher nicht eingeräumt.

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Lula rief nun zur Einheit auf. "Die Brasilianer wollen nicht mehr kämpfen", sagte der 77-Jährige in seiner Siegesansprache. "Niemand will in einem gespaltenen Land leben, das sich in einem Zustand des ständigen Krieges befindet."

Er ging unter anderem auf die Hungerkrise ein, von der mehr als 33 Millionen Brasilianer betroffen sind. "Heute sagen wir der Welt, dass Brasilien zurück ist", erklärte Lula und versprach, gegen die Abholzung im Amazonasgebiet vorzugehen.

Der frühere Gewerkschaftschef bekam in der Stichwahl 50,9 Prozent der Stimmen, sein Konkurrent Bolsonaro 49,1 Prozent. Der Amtsinhaber reagierte bisher nicht öffentlich auf das Ergebnis - auch nicht in den Online-Netzwerken, wo Bolsonaro für gewöhnlich sehr aktiv ist. Alle Augen richten sich nun auf ihn - viele Brasilianer befürchten, dass Bolsonaro ähnlich wie der abgewählte US-Präsident Trump eine Wahlniederlage nicht akzeptieren wird. Mit Bolsonaros Niederlage scheitert ein brasilianischer Präsident das erste Mal an der Wiederwahl.

"In jedem Land der Welt hätte mich der unterlegene Kandidat angerufen, um seine Niederlage eingestehen", sagte Lula vor seinen Anhängern. "Er hat mich immer noch nicht angerufen. Ich weiß nicht, ob er anrufen wird und ob er es eingestehen wird." Er führte fort: "Ich wäre gern nur glücklich, aber ich bin zur Hälfte glücklich, zur Hälfte besorgt."

Der Sieg Lulas war von seinen Wählern in manchen Städten wie Rio de Janeiro und São Paulo mit Feuerwerken und Freudenschreien begrüßt worden. Wie Reporter der Nachrichtenagentur beobachteten, feierten Hunderttausende in São Paulos Straßen. "Lula, das ist ein Synonym für Hoffnung, Hoffnung, bessere Tage zu sehen", sagte die mitfeiernde Lehrerin Alexandra Sitta.

Einige Anhänger Bolsonaros versammelten sich in der Hauptstadt Brasília und weigerten sich, das Ergebnis zu akzeptieren. "Das brasilianische Volk wird eine gefälschte Wahl nicht schlucken und unser Land einem Dieb überlassen", sagte die 50-jährige Lehrerin Ruth da Silva Barbosa.

Bald nach Bekanntgabe des Ergebnisses trudelten derweil die ersten Glückwünsche internationaler Politiker ein. "Ich gratuliere Luiz Inácio Lula da Silva zu seiner Wahl zum nächsten Präsidenten nach freien, fairen und glaubwürdigen Wahlen", erklärte US-Präsident Joe Biden. Er freue sich auf die Zusammenarbeit zwischen den USA und Brasilien.

Der französische Staatschef Emmanuel Macron beglückwünschte Lula zu seiner Wahl, die "eine neue Seite in der Geschichte Brasiliens aufschlägt". "Zusammen werden wir unsere Kräfte bündeln, um die vielen gemeinsamen Herausforderungen anzugehen und das Band der Freundschaft zwischen unseren Ländern zu erneuern", schrieb Macron bei Twitter.

Am Wahlsonntag hatten von der Verkehrspolizei eingerichtete Kontrollpunkte für Unruhe gesorgt, welche die Anreise zu Wahllokalen erschwerten. Die Kontrollen fanden im Nordosten des Landes statt, wo Lula besonders starken Rückhalt hat.

Zur Wahl waren mehr als 150 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer aufgerufen gewesen. Bei einer ersten Wahlrunde am 2. Oktober hatte Lula, der bereits in den Jahren 2003 bis 2010 Präsident war, 48 Prozent der Stimmen erzielt, Bolsonaro kam auf 43 Prozent. Der Wahlkampf war in einer extrem polarisierten Atmosphäre geführt worden.

A.dCosmo--PV

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