Pallade Veneta - CDU-Außenpolitiker Hardt mahnt zu "Zurückhaltung" in Debatte um WM in Katar

CDU-Außenpolitiker Hardt mahnt zu "Zurückhaltung" in Debatte um WM in Katar


CDU-Außenpolitiker Hardt mahnt zu "Zurückhaltung" in Debatte um WM in Katar
CDU-Außenpolitiker Hardt mahnt zu "Zurückhaltung" in Debatte um WM in Katar / Foto: GABRIEL BOUYS - AFP

Der CDU-Außenpolitikexperte Jürgen Hardt hat in der Debatte über die Menschenrechtslage in Katar vor der Fußball-Weltmeisterschaft "zu Zurückhaltung" gemahnt. Mittel- und langfristig sei in der Region nach seiner Überzeugung "Bewegung möglich", sagte Hardt am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Deutschlands Einfluss darauf werde jedoch durch eine "große Konfrontation" rund um die WM eher abnehmen. "Das wird eher dafür sorgen, dass wir uns weiter entfremden."

Textgröße ändern:

Deutschland tue gut daran "zu respektieren, dass Kataris sehr stolz auf diese Spiele sind", sagte Hardt. Das gelte nicht nur für die regierenden Scheichs, sondern auch die Bevölkerung. Auch diese werde es "nicht verstehen, wenn wir die Fußball-Weltmeisterschaft ausschließlich unter dieser Brille betrachten", fügte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag hinzu.

Letztlich gehe es darum, dass Deutschland seinen Einfluss längerfristiger nutze, um die Lage der Menschen zu verbessern, betonte Hardt. Der Weg dazu sei eine intensivere Zusammenarbeit mit Katar. Es sei zwar richtig, dass Thema Menschenrechte im Umfeld des Turniers zu diskutieren. Aber wenn allein diese Debatte bei der WM "im Mittelpunkt" stehe, dann würden die Menschen enttäuscht. Es gehe darum, sie "emotional auf unsere Seite" zu ziehen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hält sich derzeit zu einer Reise in Katar auf, bei der Menschenrechtsfragen im Mittelpunkt stehen sollen. Sie wird von einer Delegation des Deutschen Fußballbundes (DFB) begleitet. Faeser hatte mit Kritik an dem WM-Ausrichter zuvor empörte Reaktionen des Emirats und anderer Golf-Monarchien hervorgerufen. Katar bestellte nach Angaben des Außenministeriums in Doha unter anderem den deutschen Botschafter ein.

Die auch für Sport zuständige Bundesinnenministerin hatte dem ARD-Magazin "Monitor" mit Blick auf das WM-Gastgeberland und die Menschenrechtslage gesagt, es wäre besser, "dass das nicht in solche Staaten vergeben wird". Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne), hatte am Sonntag erklärt, auf ihre ursprünglich geplante Mitreise zu verzichten.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Oppositionsführer Eisenkot will nach Israel-Wahl neue Regierung bilden

Der führende israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot ist nach eigenen Worten bereit, nach der Parlamentswahl in Israel eine neue Regierung zu bilden. Die Menschen in Israel hätten sich für "den Wandel entschieden", sagte der Mitte-Rechts-Politiker am frühen Mittwochmorgen in einer Rede vor seinen Anhängern in Tel Aviv. Er werde versuchen, eine neue Regierung zu bilden.

Israel-Wahl: Opposition leicht vorne - schwierige Regierungsbildung erwartet

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab: Die Opposition lag ersten Prognosen zufolge knapp vor dem Lager von Regierungschef Benjamin Netanjahu, doch keines der Bündnisse erreichte eine Mehrheit. Das ergaben Nachwahlbefragungen der Fernsehsender 11, 12 und 13 am Dienstagabend. Deutliche Zugewinne verzeichneten die arabischen Parteien. Bis zur Bildung einer neuen Regierung könnten Wochen vergehen.

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht. Eine Schlägerei mit einem deutschen Toten nach einem Rockkonzert in der Nähe des Zürichsees beschäftigt derzeit die Schweizer Justiz.

Wahlergebnisse in Brasilien und Serbien prägen den politischen Wochenauftakt

Wahlergebnisse in Brasilien und Serbien prägen den politischen Wochenauftakt. „Demokratie oder Barbarei“, das stand laut Lula da Silva gestern in Brasilien zur Wahl.

Textgröße ändern: