Pallade Veneta - Roth verteidigt Überblendung von Kuppelinschrift an Berliner Humboldt-Forum

Roth verteidigt Überblendung von Kuppelinschrift an Berliner Humboldt-Forum


Roth verteidigt Überblendung von Kuppelinschrift an Berliner Humboldt-Forum
Roth verteidigt Überblendung von Kuppelinschrift an Berliner Humboldt-Forum / Foto: PAUL ZINKEN - AFP/Archiv

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat eine geplante Überblendung der Kuppelinschrift am Berliner Humboldt-Forum verteidigt. "Es ist erstaunlich und geschichtsblind zu meinen, diese von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. selbst aus zwei Bibelzitaten zusammengestellte Inschrift für seinen Schlossbau sei einfach nur ein unpolitisches Zeichen von Religiosität", erklärte Roth am Mittwoch in Berlin.

Textgröße ändern:

Die Inschrift sei aus Sicht vieler Historiker eindeutig eine politische Botschaft, die den allein von Gott abgeleiteten Herrschaftsanspruch des Preußenkönigs untermaure. Die Bundesregierung sehe sich jedoch einer demokratischen Traditionslinie und nicht der "eines repressiven Königs- und Kaisertums, das seinen Machtanspruch allein auf Gott begründete", verpflichtet.

Es sei deshalb zu begrüßen, wenn sich das Humboldt-Forum mit der Geschichte des in Teilen wiederaufgebauten Schlosses in kritisch-künstlerischer Weise beschäftigen wolle, ergänzte die Grünen-Politikerin. Ein geplantes Kunstprojekt sieht eine temporäre Überblendung der Inschrift mit alternativen, kommentierenden und reflektierenden Texten vor. Dafür werde derzeit die technische Realisierbarkeit geprüft.

"Die Inschrift bleibt also erhalten, es wird eben nur sichtbar gemacht, dass sich das Humboldt-Forum mit ihrer Aussage kritisch auseinandersetzt", teilte die Staatsministerin mit. Dagegen sei "nun wirklich nichts zu sagen".

Die umstrittene Inschrift lautet: "Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind." Die Wörter sind in goldenen Buchstaben auf einem umlaufenden blauen Spruchband am Fuß der Kuppel des Humboldt-Forums angebracht. Für den Kulturbau wurde das Berliner Schloss zum Teil wiederaufgebaut - und mit einem modern gestalteten Teil kombiniert.

Kritik an der geplanten Überblendung kommt von der Unionsbundestagsfraktion. Die Kulturstaatsministerin habe die Inschrift "offenbar überhaupt nicht verstanden", erklärte die stellvertretende Vorsitzende Dorothee Bär (CSU). Die Aufgabe der Ministerin sei es, sich um die historische Rekonstruktion zu kümmern, und nicht die Geschichte umzuschreiben und für die aktuelle ideologische Prägung ihrer Partei passfähig zu machen.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Streit um Förderung: AfD-nahe Stiftung zeigt Dobrindt wegen Rechtsbeugung an

Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Streit um die bisher nicht gewährten Fördermittel wegen Rechtsbeugung angezeigt. Die Strafanzeige sei am Mittwoch in Berlin eingereicht worden, sagte die Stiftungs-Vorsitzende Erika Steinbach am Donnerstag in Berlin. Demnach wirft die Stiftung Dobrindts Ministerium vor, die Prüfung des Förderantrags seit dessen Einreichung im März 2025 zu verschleppen.

Epstein-Skandal: US-Milliardär Black verweigert Kongressanhörung

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat einer seiner früheren Geschäftspartner eine Kongressanhörung verweigert. Der Investor Leon Black reichte stattdessen eine Klage gegen die Vorladung für Donnerstag ein. Die Abgeordneten hätten ihre Befugnisse überschritten, weil sie Einsicht in Schweigevereinbarungen verlangten, die er mit Frauen ohne bekannte Verbindung zu Epstein geschlossen habe, argumentiert der 75-jährige Milliardär darin.

Vor US-Prozess: Venezuelas Ex-Präsident Maduro pocht auf Immunität

Acht Monate nach seiner Gefangennahme durch das US-Militär hat der entmachtete venezolanische Präsident Nicolás Maduro erneut versucht, den Prozess in New York abzuwenden. Er berief sich in einer Eingabe an einen US-Richter am Mittwochabend (Ortszeit) auf seine Immunität. Das Verfahren gegen den 63-Jährigen soll im kommenden Juni beginnen.

Russland schließt Goethe-Institute - Berlin, Paris und Warschau zeigen sich geschlossen

Nach den deutschen Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat Russland reagiert: Das seit mehr als drei Jahrzehnten in Russland aktive Goethe-Institut muss seine verbliebenen Standorte in dem Land schließen, wie Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag ankündigte. Die Präsidentin der Goethe-Institute, Gesche Joost, sprach von einem "Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen". Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sein Bedauern über die Entscheidung - und bekam bei einem Außenministertreffen in Weimar demonstrativen Rückhalt von seinen Kollegen aus Frankreich und Polen.

Textgröße ändern: