Pallade Veneta - Sechs Menschen sterben bei Raketenbeschuss durch syrische Streitkräfte

Sechs Menschen sterben bei Raketenbeschuss durch syrische Streitkräfte


Sechs Menschen sterben bei Raketenbeschuss durch syrische Streitkräfte
Sechs Menschen sterben bei Raketenbeschuss durch syrische Streitkräfte / Foto: Abdulaziz KETAZ - AFP

Im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten bei einem Raketenbeschuss durch die Kräfte des Machthabers Baschar al-Assad am Sonntag sechs Zivilisten in einem Vertriebenenlager getötet worden, darunter zwei Kinder. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte vermeldete zudem mindestens 75 Verletzte. Insgesamt seien mehr als 30 Raketen an verschiedenen Orten westlich der Stadt Idlib explodiert.

Textgröße ändern:

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete vor Ort zerstörte und ausgebrannte Zelte, Blutflecken und Raketentrümmer. Opfer wurden in ein nahegelegenes Krankenhaus verbracht, wo der AFP-Reporter auch die Leichen zweier Mädchen sah.

Als sie die Einschläge hörten, hätten sie sich gerade für die Arbeit fertiggemacht, sagte Camp-Bewohner Abu Hamid der AFP. "Die Kinder hatten Angst und fingen an, zu schreien."

"Es waren nicht nur eine Rakete oder zwei, sondern ein Dutzend", sagte er weiter. "Die Splitter flogen aus allen Richtungen. Wir wussten nicht, wie wir uns schützen sollten."

Rund drei Millionen Menschen leben in der Provinz Idlib - etwa die Hälfte von ihnen sind Vertriebene. Auch die Opfer des Beschusses von Sonntagmorgen waren nach Angaben der Beobachtungsstelle während der Kriegsjahre in Syrien aus ihrer Heimat vertrieben worden.

Die letzte Bastion des bewaffneten Widerstands gegen Machthaber Assad umfasst große Teile der Provinz Idlib und Teile der benachbarten Provinzen Aleppo, Hama und Latakia. Die Dschihadistengruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) ist in der Gegend die vorherrschende Gruppierung, aber auch andere Aufständische sind hier aktiv.

Wie die Beobachtungsstelle mitteilte, folgt der Raketenangriff auf den Tod von fünf Mitgliedern der syrischen Streitkräfte bei einem Beschuss am Vortag durch eine mit der HTS verbundenen Gruppe.

Trotz vereinzelter Zusammenstöße hat ein von Russland und der Türkei verhandelter Waffenstillstand in dieser Region weitgehend gehalten. Die Türkei unterstützt gegen Assad kämpfende Rebellen.

Syrien und Russland sind seit Jahrzehnten miteinander verbündet. Die Verbindung zwischen beiden Staaten ist aber besonders eng, seit Moskau im Jahr 2015 an der Seite Assads militärisch in den Krieg in Syrien eingegriffen hatte. In der Folge hatte sich das Blatt zugunsten des Machthabers gewendet, dessen Truppen eine ganze Reihe von Gebieten zurückerobern konnten.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Epstein-Skandal: US-Milliardär Black verweigert Kongressanhörung

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat einer seiner früheren Geschäftspartner eine Kongressanhörung verweigert. Der Investor Leon Black reichte stattdessen eine Klage gegen die Vorladung für Donnerstag ein. Die Abgeordneten hätten ihre Befugnisse überschritten, weil sie Einsicht in Schweigevereinbarungen verlangten, die er mit Frauen ohne bekannte Verbindung zu Epstein geschlossen habe, argumentiert der 75-jährige Milliardär darin.

Vor US-Prozess: Venezuelas Ex-Präsident Maduro pocht auf Immunität

Acht Monate nach seiner Gefangennahme durch das US-Militär hat der entmachtete venezolanische Präsident Nicolás Maduro erneut versucht, den Prozess in New York abzuwenden. Er berief sich in einer Eingabe an einen US-Richter am Mittwochabend (Ortszeit) auf seine Immunität. Das Verfahren gegen den 63-Jährigen soll im kommenden Juni beginnen.

Russland schließt Goethe-Institute - Berlin, Paris und Warschau zeigen sich geschlossen

Nach den deutschen Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat Russland reagiert: Das seit mehr als drei Jahrzehnten in Russland aktive Goethe-Institut muss seine verbliebenen Standorte in dem Land schließen, wie Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag ankündigte. Die Präsidentin der Goethe-Institute, Gesche Joost, sprach von einem "Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen". Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sein Bedauern über die Entscheidung - und bekam bei einem Außenministertreffen in Weimar demonstrativen Rückhalt von seinen Kollegen aus Frankreich und Polen.

SPD-Fraktion diskutiert Übergewinnsteuer auf KI-Konzerne

Die SPD-Bundestagsfraktion befasst sich bei ihrer zweitägigen Klausurtagung mit den Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI). In der "Perspektiv-Diskussion" gehe es auch um die Frage, ob KI-Konzerne mit einer Übergewinnsteuer belegt werden sollten, wenn ihre Profite eine bestimmte Schwelle überstiegen, sagte Fraktionschef Matthias Miersch am Donnerstag zum Auftakt. Diskutiert werden demnach auch die Folgen für die Demokratie durch die Konzentration von Marktmacht im KI-Bereich sowie die Konsequenzen für Arbeitsmarkt und Sozialsysteme.

Textgröße ändern: