Pallade Veneta - Russland meldet Beschädigung des Kachowka-Staudamms in Region Cherson

Russland meldet Beschädigung des Kachowka-Staudamms in Region Cherson


Russland meldet Beschädigung des Kachowka-Staudamms in Region Cherson
Russland meldet Beschädigung des Kachowka-Staudamms in Region Cherson / Foto: Olga MALTSEVA - AFP/Archiv

In der von Moskau besetzten südukrainischen Region Cherson ist der Kachowka-Staudamm russischen Angaben zufolge bei einem ukrainischen Angriff beschädigt worden. Es habe jedoch keine schwerwiegenden Schäden gegeben, hieß es am Sonntag. In der Stadt Cherson fiel nach Angaben pro-russischer Besatzer nach einem ukrainischen Luftangriff die Strom- und Wasserversorgung aus. Indes gab der Iran erstmals zu, Drohnen an Russland geliefert zu haben.

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Am Sonntagmorgen habe es in der Region Cherson einen Angriff mit "sechs Himars-Raketen" gegeben, zitierten russische Nachrichtenagenturen örtliche Rettungsdienste. Die Luftabwehr habe fünf Raketen abgeschossen, eine Rakete habe dabei eine Schleuse des Kachowka-Damms getroffen, hieß es weiter. "Alles ist unter Kontrolle", zitierte die Nachrichtenagentur Ria Nowosti einen lokalen pro-russischen Behördenvertreter. Eines der Geschosse sei zwar am Damm eingeschlagen, "hat aber keine kritischen Schäden verursacht".

Der Staudamm des Wasserkraftwerks Kachowka liegt am Dnipro in der Region Cherson, die derzeit von russischen Truppen kontrolliert wird und von Moskau annektiert wurde. Die Anlage versorgt vor allem die bereits im Jahr 2014 annektierte Krimhalbinsel mit Wasser.

Seit mehreren Tagen treiben die russischen Besatzungsbehörden "Evakuierungen" in den Dörfern rund um den Standort angesichts eines "möglichen Raketenangriffs" auf den Kachowka-Staudamm voran. Die Zerstörung würde nach Angaben des von Moskau eingesetzten Regionalgouverneurs Wladimir Saldo zu einer "Überflutung des linken Ufers" des Dnipro führen.

Die Ukraine hatte ihrerseits Russland beschuldigt, den Staudamm des Wasserkraftwerks zerstören zu wollen. Demnach haben russische Streitkräfte den Staudamm vermint, um mit einer Flutwelle eine ukrainische Gegenoffensive in Cherson zu stoppen. Nach Angaben Kiews wäre ein Dammbruch eine "Katastrophe großen Ausmaßes".

Die von Russland kontrollierte Stadt Cherson war nach Angaben pro-russischer Besatzungsbehörden am Sonntag nach einem ukrainischen Luftangriff "ohne Strom und Wasser". "Infolge eines von der ukrainischen Seite organisierten Terroranschlags wurden drei Betonmasten mit Hochspannungsleitungen (...) beschädigt", erklärten die Behörden im Onlinedienst Telegram. Derzeit gebe es "in der Stadt und in einigen Bezirken der Region weder Strom noch Wasser".

Es handelt sich um den ersten Strom- und Wasserausfall größeren Ausmaßes in Cherson. In Kiew und weiteren Regionen der Ukraine wurde indes angesichts der durch russische Angriffe zerstörten Energie-Infrastruktur am Wochenende die Stromversorgung weiter eingeschränkt. "Heute war das Kontrollzentrum von Ukrenergo gezwungen, zusätzliche Einschränkungen in Form von Notunterbrechungen für alle Verbraucherkategorien" einzuführen, erklärte der staatliche Stromversorger Ukrenergo am Samstag.

Nach Angaben der Ukraine wurde durch die Angriffe mindestens ein Drittel der Stromanlagen des Landes zerstört. Um eine Überlastung des gesamten Verteilernetzes zu verhindern, wird in vielen Regionen seit Tagen regelmäßig für mehrere Stunden der Strom abgestellt.

Ebenfalls am Samstag hatte der Iran erstmals zugegeben, Drohnen an Russland geliefert zu haben. "Wir haben Russland mit einer begrenzten Zahl an Drohnen beliefert", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna Außenminister Hossein Amir-Abdollahian. Die Drohnen seien bereits "Monate vor dem Krieg in der Ukraine" geliefert worden, betonte er. Berichte, wonach Teheran Moskau auch mit Raketen versorgt habe, seien "völlig falsch".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezichtigte Teheran der Lüge: "Sie geben jetzt zu, dass sie Drohnen geliefert haben. Aber selbst bei diesem Geständnis lügen sie", sagte er. Die Ukraine schieße "jeden Tag mindestens zehn iranische Drohnen ab", wogegen "das iranische Regime behauptet, dass es angeblich nur wenig geliefert hat", kritisierte Selenskyj.

Die Ukraine und ihre Verbündeten werfen Russland vor, in den vergangenen Wochen zahlreiche Angriffe auf ukrainische Städte mit iranischen Kamikaze-Drohnen geflogen zu haben. Teheran hatte mehrfach abgestritten, Russland Waffen für den Krieg in der Ukraine geliefert zu haben. Als Reaktion auf die Drohnen-Lieferungen hatten die EU und Großbritannien drei iranische Generäle und eine Rüstungsfirma mit Sanktionen belegt.

C.Conti--PV

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