Pallade Veneta - Moskau ordnet Rückzug russischer Truppen aus Stadt Cherson an

Moskau ordnet Rückzug russischer Truppen aus Stadt Cherson an


Moskau ordnet Rückzug russischer Truppen aus Stadt Cherson an
Moskau ordnet Rückzug russischer Truppen aus Stadt Cherson an / Foto: Andrey BORODULIN - AFP/Archiv

Das Verteidigungsministerium in Moskau hat den Abzug der russischen Truppen aus der ukrainischen Stadt Cherson und Teilen der gleichnamigen Region angeordnet. "Beginnen Sie mit dem Abzug der Soldaten", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit dem russischen Befehlshaber in der Ukraine, Sergej Surowikin. Die teilweise von Russland besetzte Region Cherson ist seit Wochen Ziel einer umfassenden ukrainischen Gegenoffensive.

Textgröße ändern:

Surowikin hatte vorgeschlagen, die Truppen auf das andere Ufer des Flusses Dnipro zurückzuziehen und dort Verteidigungsstellungen aufzubauen. Der Befehlshaber sprach von einer "schwierigen Entscheidung". Seinen Vorschlag begründete er damit, dass er das Leben russischer Soldaten schützen wolle. "Wir denken in erster Linie an das Leben jedes russischen Soldaten", sagte er.

Der Befehlshaber versicherte, die russischen Truppen wehrten die ukrainischen Angriffe erfolgreich ab und hätten der Gegenseite beträchtliche Verluste zugefügt. "Wir leisten erfolgreich Widerstand gegen die Angriffsversuche des Feindes", sagte er. 9500 ukrainische Soldaten seien getötet oder verletzt worden. Die Verluste auf russischer Seite seien sieben bis acht Mal niedriger. Den ukrainischen Streitkräften warf Surowikin vor, Zivilisten zu bombardieren.

Der Rückzug der russischen Truppen stellt einen weiteren schweren Rückschlag für den Kreml dar. Die in den ersten Tagen der Militäroffensive in der Ukraine eingenommene Stadt Cherson war Russlands wichtigste Eroberung. Die gleichnamige Region ist von strategisch großer Bedeutung, weil sie an die 2014 von Moskau annektierte ukrainische Halbinsel Krim grenzt.

Russland hatte vor mehreren Wochen mit der "Evakuierung" von Zivilisten aus Cherson begonnen. Surowikin zufolge wurden rund 115.000 Menschen auf die andere Seite des Flusses Dnipro gerbacht. Kiew verurteilte den Schritt als "Deportationen".

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Juristische Debatte über Nichtwählbarkeit von Le Pen flammt auf

Kurz nach dem Wahlkampfauftakt der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen ist eine juristische Debatte über ihre Wählbarkeit neu aufgeflammt. Die 58-Jährige legte Beschwerde gegen einen Ehrenrichter des Obersten Berufungsgerichts ein, wie ihre Anwälte am Mittwoch mitteilten. Der Richter Didier Guérin hatte am Vortag erklärt, dass Le Pen "weiterhin nicht wählbar" sei. Dies gelte auch, falls das Oberste Berufungsgericht nicht rechtzeitig in ihrem Fall entscheide, betonte er.

CDU-Vize Prien drängt zu Eile in Präsidenten-Frage - Klärung bis 9. November

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien hat ihre Partei zu einer raschen Entscheidung für eine Bundespräsidentschaftskandidatin gedrängt. Die Frage müsse spätestens bei der Sitzung des CDU-Präsidiums am übernächsten Montag geklärt werden: "Der 9. November, das wird der Tag der Entscheidung", sagte sie am Mittwoch zu RTL und "Stern". Für sie sei zudem "ganz klar: Es sollte eine Frau werden". Die laufende Debatte zeige, dass es mehrere Frauen in CDU und CSU gebe, die dafür geeignet seien.

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien in die USA ab

Nach seiner Ausreise aus Brasilien trotz eines richterlichen Verbots ist der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro in den USA angekommen. Er stieg am Mittwoch am Privatflughafen von Opa-Locka nördlich von Miami aus einem Flugzeug, wie AFP-Reporter berichteten. Die US-Regierung hatte dem mit Präsident Donald Trump verbündeten Bolsonaro zuvor die Aufnahme signalisiert.

Putin umwirbt afrikanische Staaten bei Gipfel in Moskau

Der Kreml hat Vertreter von mehr als 40 afrikanischen Staaten zum dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau empfangen und eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. "Wir sind natürliche Verbündete beim Aufbau einer multipolaren Weltordnung", sagte Kreml-Berater Juri Uschakow am Mittwoch zum Auftakt des zweitägigen Treffens. Nach russischen Angaben nehmen auch 22 afrikanische Staats- und Regierungschefs an der Konferenz teil. Es ist der dritte Gipfel dieser Art seit 2019.

Textgröße ändern: