Pallade Veneta - EU-Kommission fordert sofortige Aufnahme der "Ocean-Viking"-Flüchtlinge

EU-Kommission fordert sofortige Aufnahme der "Ocean-Viking"-Flüchtlinge


EU-Kommission fordert sofortige Aufnahme der "Ocean-Viking"-Flüchtlinge
EU-Kommission fordert sofortige Aufnahme der "Ocean-Viking"-Flüchtlinge / Foto: Vincenzo CIRCOSTA - AFP

Nach der Weigerung Italiens, das Rettungsschiff "Ocean Viking" mit mehr als 200 Flüchtlingen an Bord in einem seiner Häfen anlegen zu lassen, hat sich am Mittwoch die Europäische Kommission eingeschaltet. Sie forderte in einer Erklärung "die sofortige Aufnahme aller geretteten Menschen, die sich an Bord der 'Ocean Viking' befinden, am nächstgelegenen sicheren Ort". Die Situation an Bord des Schiffes sei "kritisch", eine "humanitäre Tragödie" müsse vermieden werden.

Textgröße ändern:

Die "rechtliche Verpflichtung zur Rettung und zur Gewährleistung der Sicherheit des Lebens auf See" sei "klar und eindeutig", erklärte die EU-Kommission mit Blick auf die 234 Migranten an Bord des Schiffes. Sie gelte "unabhängig von den Umständen, die dazu führen, dass sich Menschen in einer Notlage befinden".

Die "Ocean Viking" der Organisation SOS Méditerranée verließ am Mittwoch die sizilianischen Gewässer in Richtung Frankreich, nachdem Italien sich tagelang geweigert hatte, das Schiff anlegen zu lassen. Paris nannte die Weigerung Roms "inakzeptabel". Zuvor hatte Rom angegeben, Frankreich sei bereit, die Migranten aufzunehmen. Paris verwies dagegen darauf, dass sich das Schiff in italienischen Gewässern befand.

In ihrer Erklärung nannte die EU-Kommission zwar weder Frankreich noch Italien namentlich, stellte aber klar, dass Regierungen gesetzlich verpflichtet seien, Schiffbrüchigen zu helfen.

Italiens neue Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verteidigte derweil den restriktiven Kurs ihrer Regierung im Umgang mit Bootsflüchtlingen. Ihre Regierung halte sich "an alle internationalen Konventionen", sagte sie laut der Nachrichtenagentur Ansa. Außenminister Antonio Tajani sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview, dass Italiens neuer Ansatz ein "Signal" an andere EU-Länder sei, die Aufnahme von Migranten aus Nordafrika besser zu aufteilen.

Die Vereinten Nationen riefen sowohl Italien als auch die EU zu Solidarität mit Migranten auf. "Die Politik darf nicht auf Kosten der Menschen in Not gehen", warnte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, in einer Erklärung. "Migranten brauchen unsere bedingungslose Unterstützung" - das verlange die Menschlichkeit, erklärte Türk.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Russland schließt Goethe-Institute - Berlin, Paris und Warschau zeigen sich geschlossen

Nach den deutschen Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat Russland reagiert: Das seit mehr als drei Jahrzehnten in Russland aktive Goethe-Institut muss seine verbliebenen Standorte in dem Land schließen, wie Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag ankündigte. Die Präsidentin der Goethe-Institute, Gesche Joost, sprach von einem "Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen". Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sein Bedauern über die Entscheidung - und bekam bei einem Außenministertreffen in Weimar demonstrativen Rückhalt von seinen Kollegen aus Frankreich und Polen.

SPD-Fraktion diskutiert Übergewinnsteuer auf KI-Konzerne

Die SPD-Bundestagsfraktion befasst sich bei ihrer zweitägigen Klausurtagung mit den Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI). In der "Perspektiv-Diskussion" gehe es auch um die Frage, ob KI-Konzerne mit einer Übergewinnsteuer belegt werden sollten, wenn ihre Profite eine bestimmte Schwelle überstiegen, sagte Fraktionschef Matthias Miersch am Donnerstag zum Auftakt. Diskutiert werden demnach auch die Folgen für die Demokratie durch die Konzentration von Marktmacht im KI-Bereich sowie die Konsequenzen für Arbeitsmarkt und Sozialsysteme.

Nach Zuflucht in Deutschland: Regierungsgegner im Iran zum Tode verurteilt

Einem teils erblindeten iranischen Regierungsgegner, der zeitweise in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, droht im Iran die Hinrichtung. Wie mehrere Menschenrechtsorganisationen am Donnerstag mitteilten, wurde der 27-jährige Ali Sarei von einem iranischen Gericht wegen "Korruption auf Erden" zum Tode durch den Strang verurteilt.

Frankreichs Ex-Präsident Hollande bereitet erneute Kandidatur vor

Der sozialistische französische Ex-Präsident François Hollande bereitet sich offenbar auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur vor. "Ende Dezember werde ich meine Entscheidung bekanntgeben", sagte er am Donnerstag beim Besuch einer Landwirtschaftsmesse in Châlons-en-Champagne, wo sich bereits mehrere weitere Präsidentschaftsbewerber gezeigt hatten. Am selben Tag veröffentlichte er ein Buch, das sich mit rund 100 Vorschlägen wie ein Wahlkampfprogramm liest.

Textgröße ändern: