Pallade Veneta - Russland verkündet Beginn des Abzugs aus Stadt Cherson

Russland verkündet Beginn des Abzugs aus Stadt Cherson


Russland verkündet Beginn des Abzugs aus Stadt Cherson
Russland verkündet Beginn des Abzugs aus Stadt Cherson / Foto: BULENT KILIC - AFP/Archiv

Moskau hat nach eigenen Angaben mit dem Rückzug seiner Truppen aus der südukrainischen Stadt Cherson begonnen. "Einheiten der russischen Truppen bewegen sich in strikter Übereinstimmung mit dem genehmigten Plan zu vorbereiteten Positionen am linken Ufer des Dnipro-Flusses", erklärte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag. Kiew reagierte mit Misstrauen auf die Ankündigung des Truppen-Rückzugs. Derweil meldete die ukrainische Armee die Rückeroberung von zwölf Ortschaften auf dem Weg nach Cherson in der gleichnamigen Region.

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Der ukrainische General Walerij Saluschny erklärte, ukrainische Truppen hätten nach Kämpfen an der Front zwischen Petropawliwka und Noworaisk sechs Siedlungen zurückerobert. Sechs weitere Ortschaften wurden nach seinen Worten zwischen dem Ort Perwomaiske und Cherson eingenommen. Insgesamt habe die Ukraine damit mehr als 200 Quadratkilometer Gebiet zurückerobert.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte am Mittwoch den Rückzug aus der strategisch wichtigen südukrainischen Stadt Cherson und Teilen der gleichnamigen Region angeordnet. Die russischen Truppen sollen sich demnach ans südöstliche Ufer des Flusses Dnipro zurückziehen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte misstrauisch auf die Ankündigung. "Der Feind macht uns keine Geschenke, macht keine 'Gesten des guten Willens'", warnte er. Daher gehe die ukrainische Armee "sehr vorsichtig, ohne Emotionen, ohne unnötiges Risiko" vor. Selenskyj bekräftigte das Ziel der Ukraine, "unser gesamtes Land zu befreien und die Verluste so niedrig wie möglich zu halten".

Die Region Cherson ist seit Wochen Ziel einer umfassenden ukrainischen Gegenoffensive. Für Moskau ist die Region strategisch von hoher Bedeutung, um die Offensive in Richtung Mykolajiw und zum Schwarzmeerhafen Odessa fortsetzen zu können. Darüber hinaus beherbergt Cherson den Kachowka-Staudamm, der die von Russland annektierte Halbinsel Krim mit Wasser versorgt.

Würde Cherson wieder unter ukrainische Kontrolle kommen, könnten ukrainische Truppen von dort aus mit Artillerie mit großer Reichweite direkt die Krim treffen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach indes von einem möglichen "weiteren Sieg" für die Ukraine. "Wir müssen abwarten, wie sich die Situation vor Ort in den kommenden Tagen entwickelt. Klar ist jedoch, dass Russland unter hohem Druck steht und ein Abzug aus Cherson ein weiterer Sieg für die Ukraine wäre", sagte er am Donnerstag. US-Präsident Joe Biden wertete die Rückzugsankündigung aus Moskau als Beleg dafür, dass das russische Militär "echte Probleme" im Krieg in der Ukraine habe.

Unterdessen geht die internationale Unterstützung für die Ukraine weiter: Spanien kündigte am Donnerstag die Lieferung von zwei weiteren "Hawk"-Luftabwehrsystemen an, zusätzlich zu vier bereits gelieferten Systemen. Der an Russland grenzende baltische Staat Litauen plant nach eigenen Angaben derweil, acht Mehrfachraketenwerfer vom Typ "Himars" von den USA zu kaufen.

B.Cretella--PV

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