Pallade Veneta - Ägyptischer Aktivist Abdel Fattah laut Staatsanwaltschaft "bei guter Gesundheit"

Ägyptischer Aktivist Abdel Fattah laut Staatsanwaltschaft "bei guter Gesundheit"


Ägyptischer Aktivist Abdel Fattah laut Staatsanwaltschaft "bei guter Gesundheit"
Ägyptischer Aktivist Abdel Fattah laut Staatsanwaltschaft "bei guter Gesundheit" / Foto: Khaled DESOUKI - AFP/Archiv

Der inhaftierte ägyptische Menschenrechtsaktivist Alaa Abdel Fattah ist nach Angaben der ägyptischen Staatsanwaltschaft bei guter Gesundheit. Der Dissident, der vor rund sieben Monaten im Gefängnis in den Hungerstreik getreten war, müsse "nicht ins Krankenhaus verlegt werden", erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Seinen Unterstützern zufolge wird Fattah, der seit Sonntag nichts mehr trinkt, vermutlich zwangsernährt.

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"Lüge!" kommentierte Fattahs Schwester Mona Seif die Aussage der Behörden im Onlinedienst Facebook. "Sie werden behaupten, dass er nicht im Hungerstreik ist und ihn heimlich wieder auf die Beine bringen, damit er nicht in ihren Händen stirbt - und sie werden niemanden zu ihm lassen."

Zuvor hatte Mona Seif auf Twitter geschrieben, ihre Mutter sei darüber informiert worden, dass sich Abdel Fattah "in medizinischer Behandlung" befinde. Dies geschehe "mit dem Wissen" der Justiz. "Sicherlich sollte unsere Mutter ihn sehen oder jemand von der britischen Botschaft in Kairo, damit wir seinen wahren Gesundheitszustand erfahren!", forderte die Schwester.

Nach Ansicht des ägyptischen Menschenrechtsaktivisten Hossam Bahgat von der Organisation EIPR bedeutet "medizinische Behandlung", dass Fattah zwangsernährt wird.

Abdel Fattahs Anwalt, Chaled Alia, berichtete, das Gefängnis habe ihm den Zugang zu seinem Mandanten verweigert. "Das Innenministerium hat sich geweigert, die vom Staatsanwalt erteilte Besuchsgenehmigung umzusetzen, unter dem Vorwand, dass sie vom Vortag datiert sei", sagte er am Donnerstag.

Abdel Fattah war vor rund sieben Monaten in einen Hungerstreik getreten. Seit dem 2. April nahm er täglich nur ein Glas Tee mit einem Löffel Honig zu sich. Vor einer Woche stellte er nach Angaben seiner Familie die Aufnahme von Kalorien vollständig ein, seit Beginn der UN-Klimakonferenz am Sonntag habe er dann auch keine Flüssigkeit mehr zu sich genommen.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, äußerte sich einen Tag vor dessen Treffen mit dem ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi "zutiefst besorgt" über Abdel Fattahs Gesundheitszustand. Washington fordere die Freilassung des Aktivisten, sagte Sullivan vor der Abreise des US-Präsidenten zum UN-Klimagipfel in Ägypten.

Auch Großbritannien, Frankreich, UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatten in den vergangenen Tagen die Freilassung des Demokratie-Aktivisten gefordert. Ägyptens Außenminister Sameh Schukri, der die derzeitige UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich leitet, hatte in den vergangenen Tagen immer wieder versichert, dass Abdel Fattah "jede notwendige Versorgung" erhalte.

Angesichts der Weltklimakonferenz in Ägypten erfährt der Fall Abdel Fattah große Aufmerksamkeit. Am Donnerstag waren die Konferenzteilnehmer aufgerufen, sich aus Solidarität mit dem Aktivisten weiß zu kleiden. Hunderte von ihnen skandierten "Lasst ihn frei" und "Keine Klimagerechtigkeit ohne Menschenrechte". Andere riefen "Lasst sie alle frei!" und bezogen sich damit auf die 60.000 politischen Gefangenen, die nach Angaben von Menschenrechtsgruppen in Ägypten inhaftiert sind.

B.Cretella--PV

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