Pallade Veneta - Ukraine erobert nach eigenen Angaben mehr als 40 Ortschaften im Süden zurück

Ukraine erobert nach eigenen Angaben mehr als 40 Ortschaften im Süden zurück


Ukraine erobert nach eigenen Angaben mehr als 40 Ortschaften im Süden zurück
Ukraine erobert nach eigenen Angaben mehr als 40 Ortschaften im Süden zurück / Foto: BULENT KILIC - AFP/Archiv

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben mehr als 40 Städte und Dörfer im Süden des Landes von Russland zurückerobert. 41 Siedlungen seien von den russischen Besatzern "befreit" worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend in seiner täglichen Videoansprache. Russland begann unterdessen mit dem Rückzug seiner Truppen aus der südukrainischen Stadt Cherson.

Textgröße ändern:

"Die Zahl der ukrainischen Flaggen, die im Rahmen der laufenden Verteidigungseinsätze an ihren rechtmäßigen Platz zurückkehren, beläuft sich bereits auf Dutzende", sagte Selenskyj. Er sprach von "guten Nachrichten aus dem Süden".

In Cherson zogen sich russische Einheiten "zu vorbereiteten Positionen am linken Ufer des Dnipro-Flusses" zurück, wie das russische Verteidigungsministerium bekanntgab. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte am Mittwoch den Rückzug aus der strategisch wichtigen südukrainischen Stadt Cherson und Teilen der gleichnamigen Region angeordnet. Die russischen Truppen sollen sich demnach ans südöstliche Ufer des Dnipro zurückziehen.

Selenskyj reagierte misstrauisch auf die Ankündigung. "Der Feind macht uns keine Geschenke, macht keine 'Gesten des guten Willens'", warnte er. Daher gehe die ukrainische Armee "sehr vorsichtig, ohne Emotionen, ohne unnötiges Risiko" vor. Selenskyj bekräftigte das Ziel der Ukraine, "unser gesamtes Land zu befreien und die Verluste so niedrig wie möglich zu halten".

Die Region Cherson ist seit Wochen Ziel einer umfassenden ukrainischen Gegenoffensive. Für Moskau ist die Region strategisch von hoher Bedeutung, um die Offensive in Richtung Mykolajiw und zum Schwarzmeerhafen Odessa fortsetzen zu können. Darüber hinaus beherbergt Cherson den Kachowka-Staudamm, der die von Russland annektierte Halbinsel Krim mit Wasser versorgt.

Würde Cherson wieder unter ukrainische Kontrolle kommen, könnten ukrainische Truppen von dort aus mit Artillerie mit großer Reichweite direkt die Krim treffen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach bereits von einem möglichen "weiteren Sieg" für die Ukraine. "Wir müssen abwarten, wie sich die Situation vor Ort in den kommenden Tagen entwickelt. Klar ist jedoch, dass Russland unter hohem Druck steht und ein Abzug aus Cherson ein weiterer Sieg für die Ukraine wäre", sagte er am Donnerstag. US-Präsident Joe Biden wertete die Rückzugsankündigung aus Moskau als Beleg dafür, dass das russische Militär "echte Probleme" im Krieg in der Ukraine habe.

Unterdessen dementierte Südkorea am Freitag einen Bericht des "Wall Street Journal", wonach das Land über die USA Artilleriegeschosse an die Ukraine liefern wolle. Die Munition sei, wenn die Verhandlungen abgeschlossen seien, nur für US-Streitkräfte bestimmt, erklärte das Verteidigungsministerium in Seoul. Südkoreas "Politik, der Ukraine keine tödlichen Waffen zu liefern, bleibt unverändert".

Das "Wall Street Journal" hatte am Donnerstag berichtet, die USA wollten Munition aus Südkorea kaufen, die dann an die Ukraine geliefert werden solle. Die Vereinbarung stehe kurz vor dem Abschluss. Die Zeitung berief sich auf "mit der Angelegenheit betraute US-Beamte".

Die USA sagten der Ukraine derweil neue Militärhilfen im Umfang von 400 Millionen Dollar (rund 398 Millionen Euro) zu. Washington liefert dabei erstmals das Luftabwehrsystem Avenger, wie am Donnerstag bekannt wurde. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge sollten vier Avenger-Systeme und dazugehörige Raketen vom Typ Stinger geliefert werden.

Die USA liefern Kiew außerdem Raketen für die Luftabwehrsysteme vom Typ Hawk, die Spanien der Ukraine zugesagt hat, Munition für Raketenwerfer vom Typ Himars, Artilleriemunition, Granatwerfer und mehr als 20 Millionen Schuss Munition für kleinere Waffen. Das an Russland angrenzende Litauen plant nach eigenen Angaben, acht Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars von den USA zu kaufen.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

SPD-Fraktion diskutiert Übergewinnsteuer auf KI-Konzerne

Die SPD-Bundestagsfraktion befasst sich bei ihrer zweitägigen Klausurtagung mit den Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI). In der "Perspektiv-Diskussion" gehe es auch um die Frage, ob KI-Konzerne mit einer Übergewinnsteuer belegt werden sollten, wenn ihre Profite eine bestimmte Schwelle überstiegen, sagte Fraktionschef Matthias Miersch am Donnerstag zum Auftakt. Diskutiert werden demnach auch die Folgen für die Demokratie durch die Konzentration von Marktmacht im KI-Bereich sowie die Konsequenzen für Arbeitsmarkt und Sozialsysteme.

Nach Zuflucht in Deutschland: Regierungsgegner im Iran zum Tode verurteilt

Einem teils erblindeten iranischen Regierungsgegner, der zeitweise in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, droht im Iran die Hinrichtung. Wie mehrere Menschenrechtsorganisationen am Donnerstag mitteilten, wurde der 27-jährige Ali Sarei von einem iranischen Gericht wegen "Korruption auf Erden" zum Tode durch den Strang verurteilt.

Frankreichs Ex-Präsident Hollande bereitet erneute Kandidatur vor

Der sozialistische französische Ex-Präsident François Hollande bereitet sich offenbar auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur vor. "Ende Dezember werde ich meine Entscheidung bekanntgeben", sagte er am Donnerstag beim Besuch einer Landwirtschaftsmesse in Châlons-en-Champagne, wo sich bereits mehrere weitere Präsidentschaftsbewerber gezeigt hatten. Am selben Tag veröffentlichte er ein Buch, das sich mit rund 100 Vorschlägen wie ein Wahlkampfprogramm liest.

Streit um Förderung: AfD-nahe Stiftung verklagt Dobrindt wegen Rechtsbeugung

Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Streit um die bisher nicht gewährten Fördermittel wegen Rechtsbeugung verklagt. Die Strafanzeige sei am Mittwoch in Berlin eingereicht worden, sagte die Stiftungs-Vorsitzende Erika Steinbach am Donnerstag in Berlin. Demnach wirft die Stiftung Dobrindts Ministerium vor, die Prüfung des Förderantrags seit dessen Einreichung im März 2025 zu verschleppen.

Textgröße ändern: