Pallade Veneta - Sechs Tote und mehr als 80 Verletzte bei Anschlag in Istanbul

Sechs Tote und mehr als 80 Verletzte bei Anschlag in Istanbul


Sechs Tote und mehr als 80 Verletzte bei Anschlag in Istanbul
Sechs Tote und mehr als 80 Verletzte bei Anschlag in Istanbul / Foto: Yasin AKGUL - AFP

Bei einem Anschlag in einer belebten Einkaufsstraße in Istanbul sind nach Regierungsangaben mindestens sechs Menschen getötet und 81 weitere verletzt worden, zwei davon schwer. "Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Terroranschlag handelt", sagte der türkische Vize-Präsident Fuat Oktay am Sonntagabend. Die Explosion sei nach ersten Erkenntnissen durch eine Bombe verursacht worden, "die von einer Frau gezündet worden sein soll". Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

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Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach im Fernsehen von einem "niederträchtigen Anschlag". Die Verantwortlichen würden "demaskiert" werden. Die zuständigen Behörden "arbeiten daran, die Täter zu finden", sagte Erdogan. Erste Anzeichen deuteten auf einen "Terroranschlag" hin, an dem eine Frau beteiligt gewesen sei. "Es wäre (...) falsch zu sagen, dass es sich mit Sicherheit um Terror handelt, aber ersten Anzeichen nach riecht es nach Terror", sagte Erdogan.

Die Explosion ereignete sich am Sonntag auf der bei Touristen wie Einheimischen beliebten Einkaufsstraße Istiklal im Zentrum der türkischen Metropole. Zum Zeitpunkt des Anschlags am Nachmittag war die Fußgängerzone besonders gut besucht. Auf Aufnahmen in Online-Netzwerken ist ein mächtiger Knall zu hören, gefolgt von Flammen. Die Bilder zeigen zudem einen großen, schwarzen Krater sowie mehrere auf dem Boden liegende Menschen.

Die Rundfunk-Regulierungsbehörde (RTUK) verbot den Medien umgehend, Bilder vom Geschehen zu verbreiten. Dadurch solle vermieden werden, das "Angst, Panik und Unruhe" in der Bevölkerung entstehen und dass die Bilder "den Zielen der Terrororganisationen dienen" könnten, begründete der für die Regierungskommunikation zuständige Präsidentenberater Farhettin Altun die Maßnahme.

Wie ein AFP-Journalist berichtete, sperrte die Polizei das betroffene Gebiet aus Angst vor einer zweiten Explosion weitläufig ab. Hubschrauber waren im Einsatz, Sirenen heulten. Im benachbarten Stadtteil Galata schlossen viele Geschäfte vorzeitig, die Cafés waren am Abend leer.

"Ich war 50 bis 55 Meter entfernt, als plötzlich eine Explosion zu hören war. Ich sah drei oder vier Menschen auf dem Boden liegen", sagte der 57-jährige Zeuge Cemal Denizci der Nachrichtenagentur AFP. "Die Menschen rannten in Panik weg. Es gab viel Lärm, und überall war schwarzer Rauch."

Der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, war schnell vor Ort. "Ich wurde von den Feuerwehrleuten auf der Istiklal informiert. Sie setzen ihre Arbeit in Abstimmung mit der Polizei fort", schrieb er im Onlinedienst Twitter und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte Erdogan. "Die Nachricht von der verheerenden Explosion mitten im belebten Istanbul hat mich erschüttert", erklärte Steinmeier. "In diesem Moment des Schocks stehen wir Deutsche an der Seite der Bürgerinnen und Bürger Istanbuls und des türkischen Volkes."

Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) äußerte sich bestürzt auf Twitter. "Furchtbare Bilder kommen aus Istanbul", schrieb sie. "Meine Gedanken sind bei den Menschen, die einfach nur an einem Sonntag auf der Einkaufsstraße Istiklal flanieren wollten und nun Opfer einer schweren Explosion wurden."

Das Nachbarland Griechenland verurteilte die Explosion ebenfalls umgehend und sprach der türkischen Regierung und der Bevölkerung sein Beileid aus.

Die Türkei und insbesondere Istanbul waren in den Jahren 2015 und 2016 Zielscheibe einer blutigen Anschlagskampagne, zu der sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekannte. 500 Menschen kamen ums Leben, mehr als 2000 wurden verletzt. Einer der Anschläge wurde auch auf der Istiklal-Straße verübt, deren Name übersetzt "Unabhängigkeit" bedeutet.

L.Guglielmino--PV

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