Pallade Veneta - Quereinsteigerin Pirc Musar gewinnt Präsidentschaftswahl in Slowenien

Quereinsteigerin Pirc Musar gewinnt Präsidentschaftswahl in Slowenien


Quereinsteigerin Pirc Musar gewinnt Präsidentschaftswahl in Slowenien
Quereinsteigerin Pirc Musar gewinnt Präsidentschaftswahl in Slowenien / Foto: Jure Makovec - AFP

In Slowenien ist mit Natasa Pirc Musar erstmals eine Frau zur Präsidentin des Landes gewählt worden. Die parteilose liberale Quereinsteigerin kam bei der Stichwahl am Sonntag nach Auszählung von 55 Prozent der Stimmen auf rund 54 Prozent. Der konservative Ex-Außenminister und Politik-Veteran Anze Logar, der in der ersten Runde noch an erster Stelle gelegen hatte, kam nur auf knapp 46 Prozent.

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"Wir müssen zusammenhalten, um etwas Gutes für unser schönes Heimatland zu tun", sagte Pirc Musar vor Journalisten, als die ersten Ergebnisse eintrafen. Die ehemalige Rechtsanwältin von Melania Trump hat angekündigt, in ihrer neuen Rolle "die Stimme der Frauen" in Slowenien und eine "moralische Autorität" sein zu wollen.

Politikneuling Pirc Musar hatte sich zehn Jahre lang als Informationskommissarin für Datenschutz und mehr Transparenz der Behörden eingesetzt. Davor machte sie sich als Fernsehmoderatorin einen Namen. 2016 dann gründete sie ihre eigene Anwaltskanzlei. Als Melania Trump First Lady der USA wurde, hinderte Pirc Musar in deren Auftrag Unternehmen daran, den Namen des früheren slowenischen Models zu vermarkten.

Ihr Kontrahent Logar ist ein Parteifreund des früheren rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Janez Jansa, war aber als unabhängiger Kandidat angetreten. Im Wahlkampf präsentierte sich der 46-Jährige als "moderater" Politiker, der das Land zusammenbringen wolle.

Sloweniens Präsident hat überwiegend repräsentative Aufgaben. Während des Wahlkampfs kündigte Pirc Musar jedoch an, dem Amt mehr Gewicht zu geben: "Ein Staatsoberhaupt kann nicht neutral sein, es muss eine Meinung haben" und "moralische Autorität" sein, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

Der scheidende Präsident Borut Pahor war oftmals für seine passive Haltung gegenüber Ex-Regierungschef Jansa kritisiert worden. Nach zwei Amtszeiten darf er nicht mehr antreten.

Im Wahlkampf hatte Pirc Musar mit Anschuldigungen zu kämpfen, die sich auf die lukrativen geschäftlichen Aktivitäten ihres Ehemanns im In- und Ausland bezogen. Sie wirft ihren Gegnern vor, sie besonders brutal anzugreifen, da sie eine Frau sei.

A.Fallone--PV

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