Pallade Veneta - Deutschland und besonders bedrohte Staaten werben für "Global Shield" gegen Klimaschäden

Deutschland und besonders bedrohte Staaten werben für "Global Shield" gegen Klimaschäden


Deutschland und besonders bedrohte Staaten werben für "Global Shield" gegen Klimaschäden
Deutschland und besonders bedrohte Staaten werben für "Global Shield" gegen Klimaschäden / Foto: AHMAD AL-RUBAYE - AFP/Archiv

In der Debatte um Ausgleich für klimabedingte Schäden haben Deutschland und die V20-Gruppe besonders stark bedrohter Staaten für das Konzept eines globalen Schutzschirms geworben. "Wir brauchen konkrete Aktionen jetzt", sagte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) auf einer gemeinsamen Veranstaltung am Montag auf der UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich. Der "Global Shield" sei "längst überfällig", betonte Ghanas Finanzminister Ken Ofori-Atta.

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Der globale Schutzschirm soll als eine Art internationaler Klimaversicherung rasche Hilfe für Menschen in Staaten bieten, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Die Finanzierung sollen Industriestaaten übernehmen, Deutschland hat als Startbeitrag 170 Millionen Euro zugesagt. Viele Details sind allerdings noch offen.

Schulze räumte ein, dass der "Global Shield" nicht "die eine und einzige Lösung" für das Problem klimabedingter Schäden (Loss and Damage) sein könne. Er sei aber auch kein Ablenkungsmanöver angesichts der Forderungen vieler Entwicklungsländer nach mehr Zahlungen der Industriestaaten.

Ziel sei, betroffenen Menschen möglichst schnell helfen zu können, betonte Schulze, die auch im Namen der deutschen G7-Präsidentschaft sprach - etwa um nach einer Dürrezeit neues Saatgut und sofort auch Lebensmittel beschaffen zu können. Dies könne der "Global Shield" leisten, auch wenn dazu mehr finanzielle Mittel gebraucht würden.

Schulze hob auch hervor, der Schutzschirm könne Klimaschutz nicht ersetzen: "Der beste Schutz ist, damit aufzuhören, weiter Treibhausgase in die Atmosphäre zu bringen." Zudem müssten Schäden durch Anpassungsmaßnahmen verringert werden, "soweit dies möglich ist". Mit seiner Unterstützung für den "Global Shield" wolle Deutschland "Brücken bauen zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern".

Das Entwicklungsministerium räumte ein, dass das Projekt nur ein "erster Schritt" sein könne. Es würden "erheblich mehr Mittel" gebraucht, sagte ein Sprecher. Frankreich stockte seine bisherige Zusage von 20 Millionen Euro auf 60 Millionen innerhalb von drei Jahren auf. Aus anderen Industriestaaten wurden bisher weitere etwa 20 Millionen Euro zugesagt.

Zu der Gruppe der V20 besonders gefährdeter Länder gehören rund 60 Staaten mit zusammen etwa 1,5 Milliarden Menschen. Aus diesem Kreis sollen in den kommenden Monaten Regionen ausgewählt werden, wo Menschen zuerst vom "Global Shield" profitieren sollen.

Mit Blick auf die Debatten, wer für Klimaschäden aufkommen müsse, sagte Ofori-Atta, derzeit werde dafür von den Entwicklungsländern gezahlt in Form von wirtschaftlichen Einbußen und auch "mit dem Verlust an Menschenleben". Der ghanaische Sonderbeauftragte Henry Kokofu sprach von Schäden für die V20 von mehr als 500 Milliarden Euro in den vergangenen 20 Jahren.

Entsprechend wiesen Entwicklungsorganisationen darauf hin, der "Global Shield" könne ein umfassendes Finanzinstrument für die Bewältigung von Klimaschäden nicht ersetzen. Die Präsidentin von Brot für die Welt, Dagmar Pruin, sprach von einem "wichtigen Schritt in die richtige Richtung", besonders mit Blick auf schnelle Hilfe nach Wetterextremereignissen. "Die Initiative ist jedoch kein Ersatz zu den laufenden Verhandlungen, bei denen die ärmsten Staaten einen Fonds für die Bewältigung von Klimaschäden einfordern und die Industriestaaten schnelle Entschlüsse blockieren", hob Pruin hervor.

Der Umweltverband BUND sprach von einem "positiven Zeichen". Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt forderte aber, dass "die historisch verantwortlichen Länder wie Deutschland, USA oder Großbritannien Gelder in Billionenhöhe auf den Tisch legen".

S.Urciuoli--PV

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