Pallade Veneta - Deutschland will Polen mit Patriot-Abwehrsystem unterstützen

Deutschland will Polen mit Patriot-Abwehrsystem unterstützen


Deutschland will Polen mit Patriot-Abwehrsystem unterstützen
Deutschland will Polen mit Patriot-Abwehrsystem unterstützen / Foto: Kenzo TRIBOUILLARD - AFP/Archiv

Deutschland will Polen nach dem Raketeneinschlag an der ukrainischen Grenze mit dem Raketenabwehrsystem des Typs Patriot unterstützen. "Wir haben Polen angeboten, bei der Absicherung des Luftraums zu unterstützen", sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in einem Interview. Ihr polnischer Kollege Mariusz Blaszczak zeigte sich erfreut über das Angebot und schlug vor, das Abwehrsystem an der Grenze zur Ukraine zu stationieren.

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Blaszczak besprach nach eigenen Angaben am Montag in einem Telefonat mit der deutschen Seite über die Einzelheiten der geplanten Stationierung. "Ich begrüße das Angebot der deutschen Verteidigungsministerin", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Das Patriot-Raketensystem dient der Abwehr von Flugzeugen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern. Es basiert auf einem Zusammenspiel mehrerer Radargeräte, die Informationen über herannahende Flugkörper an Lenkflugkörper weitergeben; diese sollen das Geschoss dann in der Luft zerstören.

Lambrecht forderte gegenüber der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger" (Montagsausgaben), die Luftverteidigung in der Nato besser aufzustellen. Sie bezog sich dabei auf den Raketeneinschlag auf der polnischen Seite der Grenze zur Ukraine, der nach Auffassung der Nato und Polens wahrscheinlich durch eine ukrainische Flugabwehrrakete verursacht wurde.

Eine Stärkung der Luftverteidigung sei "besonders mit Blick auf die Nato-Partner wie Polen, die Slowakei und die baltischen Staaten, die direkt an Russland und die Ukraine angrenzen", erforderlich, sagte Lambrecht. Zugleich gelte: "Es ist unsere oberste Verantwortung, dass die Nato keine Kriegspartei wird. Dafür müssen wir allzeit kühlen Kopf bewahren."

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Verteidigungsministerium der polnischen Regierung angeboten, den Schutz des Luftraums mit Patrouillenflügen deutscher Eurofighter-Flugzeuge zu unterstützen. Mit den Eurofightern und mit Patriot-Luftverteidigungssystemen unterstützt Deutschland bereits die Slowakei. "Die Präsenz dort wollen wir bis Ende 2023 verlängern, eventuell sogar noch darüber hinaus", erklärte Lambrecht.

Lambrecht betonte in dem Interview, dass sich Deutschland grundsätzlich für einen möglichen Angriff von außen wappnen müsse. "Wir müssen vorbereitet sein, Deutschland und das Bündnisgebiet zu verteidigen", sagte Lambrecht sie. Die Verteidigung sei immer die Kernaufgabe der Bundeswehr gewesen. "Das müssen wieder alle verstehen", sagte sie in Erwiderung auf eine Frage zu Äußerungen von Generalinspekteur Eberhard Zorn; dieser hatte gesagt, Deutschland müsse sich für einen aufgezwungenen Krieg wappnen.

Die Bundeswehr könne als Nato-Partnerin die Landesverteidigung im Ernstfall sicherstellen, sagte Lambrecht. Sie sei eine Bündnisarmee: "Sie würde Deutschland nie ganz allein verteidigen müssen, sondern hätte immer unsere Alliierten an ihrer Seite."

Lambrecht betonte zugleich: "Wir können und müssen besser werden in allen Bereichen. Insbesondere bei der Luftverteidigung. Da bestehen Lücken in Europa." Sie sei sehr froh über das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr, mit dem Gerät gekauft und Projekte umgesetzt werden könnten. Sie mahnte zugleich: "Die 100 Milliarden Euro alleine werden es nicht richten."

L.Barone--PV

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