Pallade Veneta - Kiew nach russischen Raketenangriffen ohne Wasser und Strom

Kiew nach russischen Raketenangriffen ohne Wasser und Strom


Kiew nach russischen Raketenangriffen ohne Wasser und Strom
Kiew nach russischen Raketenangriffen ohne Wasser und Strom / Foto: Anatolii Stepanov - AFP

Nach heftigem russischen Raketenbeschuss ist in Kiew am Mittwoch die Wasser- und Stromversorgung ausgefallen. Auch in anderen Teilen des Landes gab es laut ukrainischen Behörden Blackouts, selbst die benachbarte Republik Moldau war betroffen. Bei einem russischen Angriff auf eine Entbindungsstation im Süden der Ukraine wurde nach ukrainischen Angaben ein Neugeborenes getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau "Terror und Mord" vor.

Textgröße ändern:

Die anhaltenden russischen Raketenangriffe setzen dem Land schwer zu, viele Menschen sind ohne Wasser, ohne Strom und ohne Heizung. Am Mittwoch meldete Kiew erneut heftige Raketenangriffe auf wichtige Infrastruktur in der Hauptstadt. Dabei wurden nach Angaben der Kiewer Militärverwaltung drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt.

"Wegen der Bombardements ist die Wasserversorgung in ganz Kiew unterbrochen", erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. Der Stromversorger DTEK erklärte, es seien "Notstromabschaltungen" vorgenommen worden, um "die Lage so schnell wie möglich zu stabilisieren". "Die russischen Terroristen versuchen, die Energieversorgung der Ukraine zu zerstören", erklärte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialbüros, Kyrylo Tymoschenko, auf Telegram.

Auch in der westukrainischen Stadt Lwiw wurde bei Raketenangriffen ein Umspannwerk beschädigt. In zwei Stadtteilen fiel daraufhin laut Gouverneur Maxym Kosyzky der Strom aus.

Drei Atomkraftwerke mussten wegen des heftigen Beschusses vom Stromnetz getrennt worden. Aufgrund der massiven Stromausfälle seien alle Reaktoren der Akw Riwne, Piwdennoukrainsk und Chmelnyzka automatisch vom Stromnetz getrennt worden, teilte der staatliche Betreiber Energoatom mit.

Auch in Moldau, das wegen des Kriegs bereits mit erheblichen Energieproblemen zu kämpfen hat, kam es laut Vize-Regierungschef Andrej Spinu zu "massiven Stromausfällen". Das Land grenzt an die Ukraine und ist an das ukrainische Stromnetz angebunden.

Insgesamt feuerte Russland am Mittwoch nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe rund 70 Marschflugkörper ab, von denen 51 von der ukrainischen Flugabwehr abgeschossen wurden. Auch fünf Kamikaze-Drohnen vom Typ Lancet seien zerstört worden.

In Wilniansk in der südukranischen Region Saporischschja griffen die russischen Truppen nach ukrainischen Angaben die Entbindungsstation eines Krankenhauses an. Ein zwei Tage altes Neugeborenes sei dabei getötet worden, teilten die Rettungsdienste mit.

In der Entbindungsstation hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs neben dem Neugeborenen nur dessen Mutter und ein Arzt befunden, teilten die Rettungskräfte weiter mit. Mutter und Arzt wurden demnach gerettet. Russische Streitkräfte haben seit ihrer Invasion in der Ukraine am 24. Februar wiederholt ukrainische Krankenhäuser angegriffen.

Selenskyj beschuldigte Russland erneut, den Widerstand der Ukraine brechen zu wollen, indem es die Menschen mit Angriffen wie etwa auf Krankenhäuser und zivile Infrastruktur terrorisiere. "Der Feind hat wieder einmal beschlossen, mit Terror und Mord das zu erreichen, was er neun Monate lang nicht erreichen konnte und nicht erreichen wird", erklärte er.

Auch das EU-Parlament warf Moskau vor, bei seinem Angriffskrieg in der Ukraine "terroristische Mittel" einzusetzen. In einer Entschließung verurteilte das Parlament am Mittwoch die "vorsätzlichen Angriffe und Gräueltaten" Moskaus gegen die Zivilbevölkerung in der Ukraine und stufte "Russland als dem Terrorismus Vorschub leistenden Staat und als terroristische Mittel einsetzenden Staat" ein. Die Resolution ist allerdings nicht bindend und hat damit auch keine juristischen Konsequenzen für den Kreml.

Selenskyj begrüßte die Entscheidung dennoch. Russland müsse "auf allen Ebenen isoliert und zur Verantwortung gezogen werden", erklärte er. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums bezeichnete den Schritt hingegen als "idiotisch".

Kurz nach dem Beschluss wurde die Website des EU-Parlaments zum Ziel eines Hackerangriffs. Für die Attacke war laut EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola eine prorussische Gruppe verantwortlich. "Eine Gruppe von Kreml-Unterstützern hat sich dazu bekannt", erklärte Metsola.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

"New York Times": US-Demokraten führen Alaskas Wähler mit Namenstrick in die Irre

Vor den US-Kongresswahlen sollen die Demokraten mit einem bizarren Trick im Bundesstaat Alaska Verwirrung gestiftet haben. Um die Wiederwahl des amtierenden republikanischen Senators Dan S. Sullivan zu verhindern, hätten sie einen Gegenkandidaten namens Dan J. Sullivan aufgestellt, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Dieser sollte als Unabhängiger antreten und dem "echten" Sullivan Wählerstimmen streitig machen.

Nach Israel-Wahl: Keine Mehrheit in Sicht - Likud wirft arabischen Parteien Betrug vor

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich bislang keine Regierungsmehrheit ab - während sich der Streit zwischen den politischen Lagern verschärft. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bis Mittwochabend kam der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, das Oppositionsbündnis um den früheren Armeechef Gadi Eisenkot auf 48, wie die Wahlkommission mitteilte. Netanjahus Likud-Partei warf den arabischen Parteien unterdessen Wahlbetrug vor.

Juristische Debatte über Nichtwählbarkeit von Le Pen flammt auf

Kurz nach dem Wahlkampfauftakt der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen ist eine juristische Debatte über ihre Wählbarkeit neu aufgeflammt. Die 58-Jährige legte Beschwerde gegen einen Ehrenrichter des Obersten Berufungsgerichts ein, wie ihre Anwälte am Mittwoch mitteilten. Der Richter Didier Guérin hatte am Vortag erklärt, dass Le Pen "weiterhin nicht wählbar" sei. Dies gelte auch, falls das Oberste Berufungsgericht nicht rechtzeitig in ihrem Fall entscheide, betonte er.

CDU-Vize Prien drängt zu Eile in Präsidenten-Frage - Klärung bis 9. November

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien hat ihre Partei zu einer raschen Entscheidung für eine Bundespräsidentschaftskandidatin gedrängt. Die Frage müsse spätestens bei der Sitzung des CDU-Präsidiums am übernächsten Montag geklärt werden: "Der 9. November, das wird der Tag der Entscheidung", sagte sie am Mittwoch zu RTL und "Stern". Für sie sei zudem "ganz klar: Es sollte eine Frau werden". Die laufende Debatte zeige, dass es mehrere Frauen in CDU und CSU gebe, die dafür geeignet seien.

Textgröße ändern: