Pallade Veneta - Langjähriger Oppositionsführer Anwar wird neuer Regierungschef in Malaysia

Langjähriger Oppositionsführer Anwar wird neuer Regierungschef in Malaysia


Langjähriger Oppositionsführer Anwar wird neuer Regierungschef in Malaysia
Langjähriger Oppositionsführer Anwar wird neuer Regierungschef in Malaysia / Foto: Mohd RASFAN - AFP/Archiv

Fünf Tage nach der Parlamentswahl in Malaysia ist der bisherige Oppositionsführer Anwar Ibrahim zum neuen Regierungschef ernannt worden. König Sultan Abdullah Sultan Ahmad Shah habe Anwar zum zehnten Premierminister des Landes bestimmt, teilte der Königspalast am Donnerstag mit. Kurz darauf legte der 75-Jährige seinen Amtseid ab.

Textgröße ändern:

Damit endet die Hängepartie nach der Wahl vom Wochenende, bei der keine der Parteien die notwendige Mehrheit erreicht hatte. Anwars Allianz der Hoffnung war mit 82 der 219 vergebenen Sitze stärkste Kraft geworden, aber auch die Nationale Allianz von Ex-Regierungschef Muhyiddin Yassin, die sich 73 Mandate gesichert hatte, erhob Anspruch auf die Regierungsbildung.

Anwar war bei der Abstimmung am Samstag mit dem Wahlversprechen angetreten, die Korruption in dem südostasiatischen Land zu bekämpfen.

Für den 75-Jährigen ist das Amt des Regierungschefs der Höhepunkt einer bewegten politischen Karriere: Der frühere Studenten-Aktivist war in den späten 1990er Jahren schon einmal Finanzminister und Stellvertreter des damaligen Premiers Mahathir Mohamad. Nach einem bitteren Streit warf Mahathir Anwar aus der Regierung sowie aus seiner Partei.

Anwar wurde daraufhin wegen Korruption und homosexuelle Handlungen angeklagt, die in Malaysia unter Strafe stehen. Er wurde zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Während Anwar politische Verfolgung beklagte, brachen Straßenproteste aus, die sich zu einer Bewegung für eine Demokratiereform entwickelten. Das Oberste Gericht Malaysias hob Anwars Verurteilung im Jahr 2004 teils auf, so dass er auf freien Fuß kam.

Für die Wahl im Jahr 2018 verbündete sich Anwar erneut mit seinem früheren Gefährten Mahathir. Doch einen gemeinsamen Pakt hielt Mahathir nach dem Wahlsieg nicht ein - er wurde erneut Premier, übergab die Regierungsgeschäfte aber nicht wie vereinbart später an Anwar. Seitdem kommt das Land nicht zur Ruhe, seit 2018 standen drei verschiedene Premierminister an der Spitze der Regierung.

Der Streit zwischen Mahathir und Anwar habe die malaysische Politik in den letzten vier Jahrzehnten geprägt und "abwechselnd Verzweiflung und Hoffnung, Fortschritt und Rückschritt" in das politische Leben des Landes gebracht, erklärte Oh Ei Sun vom Pacific Research Center of Malaysia.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

"New York Times": US-Demokraten führen Alaskas Wähler mit Namenstrick in die Irre

Vor den US-Kongresswahlen sollen die Demokraten mit einem bizarren Trick im Bundesstaat Alaska Verwirrung gestiftet haben. Um die Wiederwahl des amtierenden republikanischen Senators Dan S. Sullivan zu verhindern, hätten sie einen Gegenkandidaten namens Dan J. Sullivan aufgestellt, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Dieser sollte als Unabhängiger antreten und dem "echten" Sullivan Wählerstimmen streitig machen.

Nach Israel-Wahl: Keine Mehrheit in Sicht - Likud wirft arabischen Parteien Betrug vor

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich bislang keine Regierungsmehrheit ab - während sich der Streit zwischen den politischen Lagern verschärft. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bis Mittwochabend kam der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, das Oppositionsbündnis um den früheren Armeechef Gadi Eisenkot auf 48, wie die Wahlkommission mitteilte. Netanjahus Likud-Partei warf den arabischen Parteien unterdessen Wahlbetrug vor.

Juristische Debatte über Nichtwählbarkeit von Le Pen flammt auf

Kurz nach dem Wahlkampfauftakt der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen ist eine juristische Debatte über ihre Wählbarkeit neu aufgeflammt. Die 58-Jährige legte Beschwerde gegen einen Ehrenrichter des Obersten Berufungsgerichts ein, wie ihre Anwälte am Mittwoch mitteilten. Der Richter Didier Guérin hatte am Vortag erklärt, dass Le Pen "weiterhin nicht wählbar" sei. Dies gelte auch, falls das Oberste Berufungsgericht nicht rechtzeitig in ihrem Fall entscheide, betonte er.

CDU-Vize Prien drängt zu Eile in Präsidenten-Frage - Klärung bis 9. November

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien hat ihre Partei zu einer raschen Entscheidung für eine Bundespräsidentschaftskandidatin gedrängt. Die Frage müsse spätestens bei der Sitzung des CDU-Präsidiums am übernächsten Montag geklärt werden: "Der 9. November, das wird der Tag der Entscheidung", sagte sie am Mittwoch zu RTL und "Stern". Für sie sei zudem "ganz klar: Es sollte eine Frau werden". Die laufende Debatte zeige, dass es mehrere Frauen in CDU und CSU gebe, die dafür geeignet seien.

Textgröße ändern: