Pallade Veneta - Deutschland zeigt sich offen für Gaspreisdeckel unter hohen Auflagen

Deutschland zeigt sich offen für Gaspreisdeckel unter hohen Auflagen


Deutschland zeigt sich offen für Gaspreisdeckel unter hohen Auflagen
Deutschland zeigt sich offen für Gaspreisdeckel unter hohen Auflagen / Foto: Michal Cizek - AFP

Vor dem Treffen der EU-Energieminister in Brüssel hat sich Deutschland offen für einen Gaspreisdeckel unter sehr hohen Auflagen gezeigt. Ein Vorschlag der EU-Kommission für einen speziellen Gaspreisdeckel im Großmarkt gehe "allgemein schon in die richtige Richtung", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Sven Giegold am Donnerstag in Brüssel. Er nimmt für Deutschland an dem Treffen teil. Die Europäische Kommission hatte am Dienstag einen "Marktkorrekturmechanismus" vorgeschlagen.

Textgröße ändern:

Dieser Mechanismus soll laut Kommissionsvorschlag greifen, wenn der Preis an der europäischen Gasbörse in den Niederlanden (TTF) über zwei Wochen hinweg höher als 275 Euro pro Megawattstunde ist. Der TTF ist ein Marktindex, der als Referenz für viele Kaufverträge für Gas genutzt wird.

Damit liegt die Obergrenze bei einem Wert, der nicht die derzeitigen Gaspreise widerspiegelt. Dieses Jahr überstieg der Gaspreis am TTF-Markt nur zwischen dem 22. August und 29. August diesen Schwellenwert. Am Dienstag lag der Preis bei rund 120 Euro.

"Für uns ist wichtig, dass die Märkte nicht durcheinander kommen", sagte Giegold. Gasrationierungen in Europa müssten vermieden werden. Bei anderen Mitgliedstaaten wie Frankreich und Spanien stieß der Vorschlag auf Ablehnung. Seit Monaten fordern Länder wie Frankreich einen Gaspreisdeckel, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte sich aber bislang dagegen ausgesprochen.

Bisher wurde ein Deckel nach dem Modell diskutiert, wie es ihn bereits in Spanien und Portugal gibt. Die dort angewandte Regelung sieht vor, dass die Gaskosten von Stromversorgern gedeckelt werden, um die Strompreise zu senken. Die Differenz zum Marktpreis wird vom Staat ausgeglichen.

Bei dem Treffen der EU-Energieminister wird nicht erwartet, dass es zu einer Einigung über einen Preisdeckel kommt. Unklar ist auch, ob sich die Energieminister auf weitere Kommissionsvorschläge wie gemeinsame Gaskäufe und schnellere Genehmigungsverfahren der erneuerbaren Energien einigen können.

Es sei "sehr wichtig", dass man sich auf alle Vorschläge zusammen einige, sagte die belgische Energieministerin Tinne Van der Sraeten vor dem Treffen. "Ich glaube nicht, dass das heute erreichbar ist", fügte sie hinzu.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

"New York Times": US-Demokraten führen Alaskas Wähler mit Namenstrick in die Irre

Vor den US-Kongresswahlen sollen die Demokraten mit einem bizarren Trick im Bundesstaat Alaska Verwirrung gestiftet haben. Um die Wiederwahl des amtierenden republikanischen Senators Dan S. Sullivan zu verhindern, hätten sie einen Gegenkandidaten namens Dan J. Sullivan aufgestellt, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Dieser sollte als Unabhängiger antreten und dem "echten" Sullivan Wählerstimmen streitig machen.

Nach Israel-Wahl: Keine Mehrheit in Sicht - Likud wirft arabischen Parteien Betrug vor

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich bislang keine Regierungsmehrheit ab - während sich der Streit zwischen den politischen Lagern verschärft. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bis Mittwochabend kam der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, das Oppositionsbündnis um den früheren Armeechef Gadi Eisenkot auf 48, wie die Wahlkommission mitteilte. Netanjahus Likud-Partei warf den arabischen Parteien unterdessen Wahlbetrug vor.

Juristische Debatte über Nichtwählbarkeit von Le Pen flammt auf

Kurz nach dem Wahlkampfauftakt der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen ist eine juristische Debatte über ihre Wählbarkeit neu aufgeflammt. Die 58-Jährige legte Beschwerde gegen einen Ehrenrichter des Obersten Berufungsgerichts ein, wie ihre Anwälte am Mittwoch mitteilten. Der Richter Didier Guérin hatte am Vortag erklärt, dass Le Pen "weiterhin nicht wählbar" sei. Dies gelte auch, falls das Oberste Berufungsgericht nicht rechtzeitig in ihrem Fall entscheide, betonte er.

CDU-Vize Prien drängt zu Eile in Präsidenten-Frage - Klärung bis 9. November

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien hat ihre Partei zu einer raschen Entscheidung für eine Bundespräsidentschaftskandidatin gedrängt. Die Frage müsse spätestens bei der Sitzung des CDU-Präsidiums am übernächsten Montag geklärt werden: "Der 9. November, das wird der Tag der Entscheidung", sagte sie am Mittwoch zu RTL und "Stern". Für sie sei zudem "ganz klar: Es sollte eine Frau werden". Die laufende Debatte zeige, dass es mehrere Frauen in CDU und CSU gebe, die dafür geeignet seien.

Textgröße ändern: