Pallade Veneta - Tausende Argentinier gedenken der Vorsitzenden der "Mütter des Plaza de Mayo"

Tausende Argentinier gedenken der Vorsitzenden der "Mütter des Plaza de Mayo"


Tausende Argentinier gedenken der Vorsitzenden der "Mütter des Plaza de Mayo"
Tausende Argentinier gedenken der Vorsitzenden der "Mütter des Plaza de Mayo" / Foto: Luis ROBAYO - AFP

Tausende Menschen haben der langjährigen Vorsitzenden der "Mütter des Plaza de Mayo" in Argentinien die letzte Ehre erwiesen. Sie versammelten sich am Donnerstag (Ortszeit) in Buenos Aires, um der verstorbenen Menschenrechtsaktivistin Hebe de Bonafini zu gedenken. Bonafini war am Sonntag im Alter von 93 Jahren gestorben. Ihre Asche wurde nun von ihren Mitstreiterinnen auf einer Grünfläche am Fuße eines Obelisken auf dem Plaza de Mayo verstreut.

Textgröße ändern:

Die "Mütter des Plaza de Mayo" waren während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) als Vereinigung von Frauen entstanden. Sie kämpfen teils bis heute dafür, das Schicksal ihrer verschwunden Kinder und anderer Familienangehöriger aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Bonafini schloss sich den "Müttern des Plaza de Mayo" an, zwei ihrer Kinder und eine Schwiegertochter verschwanden während der Militärdiktatur.

"Für mich ist Hebe eine Heldin, denn die Suche nach den Vermissten ist etwas, das sich nur wenige Menschen trauten", sagte Virginia García während der Trauerzeremonie. Der zentrale Platz in der argentinischen Hauptstadt war mit Fotos von Bonafini und Botschaften wie "Wir lieben dich Hebe, Mutter des Volkes" geschmückt.

Während der argentinischen Militärdiktatur wurden tausende Oppositionelle, darunter viele linke Gewerkschaftsführer und Studenten, verhaftet, gefoltert und getötet. Viele verschwanden auch einfach spurlos.

Viele Jahre lang verhinderten Amnestiegesetze die Strafverfolgung der Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur. Seit der Aufhebung der Amnestie im Jahr 2006 sind landesweit mehr als 270 Urteile wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhängt worden. Über tausend Täter wurden verurteilt, viele davon lebenslänglich.

U.Paccione--PV

Empfohlen

Vier Jahre nach Nord-Stream-Anschlägen: Erster Prozess beginnt in Hamburg

Wegen mutmaßlicher Beteiligung an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines kommt ein früherer ukrainischer Offizier in Deutschland vor Gericht. Das Oberlandesgericht Hamburg ließ die Anklage des Generalbundesanwalts gegen Serhii K. zu, wie es am Donnerstag mitteilte. Der Prozess soll am 14. Oktober beginnen, zunächst sind Termine bis Februar 2027 vorgesehen.

Russland schließt Goethe-Institute - Wadephul äußert Bedauern

Russland hat auf die deutschen Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen reagiert: Das seit mehr als drei Jahrzehnten in Russland aktive Goethe-Institut muss seine verbliebenen Standorte in dem Land schließen, wie Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag ankündigte. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sein Bedauern über die Entscheidung - und bekam bei einem Außenministertreffen in Weimar demonstrativen Rückhalt von seinen Kollegen aus Frankreich und Polen.

Putin weist Spekulationen über weitere Mobilmachung für Ukraine-Offensive zurück

Russland plant nach den Worten seines Präsidenten Wladimir Putin derzeit keine neue Mobilmachung im Zuge der Ukraine-Offensive. Bei entsprechenden Spekulationen handele es sich um eine ukrainische "Desinformationskampagne", sagte Putin am Donnerstag. Mit dieser solle das Ergebnis der Parlamentswahl in Russland in diesem Monat beeinflusst werden.

Prozess gegen ersten Nord-Stream-Verdächtigen beginnt Mitte Oktober in Hamburg

Vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines beginnt Mitte Oktober in Hamburg der erste Gerichtsprozess gegen einen Tatverdächtigen. Das Oberlandesgericht der Hansestadt ließ nach Angaben vom Donnerstag die Anklage des Generalbundesanwalts gegen den früheren ukrainischen Offizier Serhii K. zu. Er soll demnach ab dem 14. Oktober vor Gericht stehen.

Textgröße ändern: