Pallade Veneta - Ukraine im Finale der WM-Play-offs - letzte Hürde Wales

Ukraine im Finale der WM-Play-offs - letzte Hürde Wales


Ukraine im Finale der WM-Play-offs - letzte Hürde Wales
Ukraine im Finale der WM-Play-offs - letzte Hürde Wales / Foto: ANDY BUCHANAN - SID

Mitten im Krieg schenkt die ukrainische Fußball-Nationalmannschaft ihren Landsleuten einen kleinen sportlichen Lichtblick. Fast ohne geordnete Vorbereitung gewann die Ukraine das Halbfinale um das letzte europäische WM-Ticket in Schottland verdient mit 3:1 (1:0) und darf von der Endrunde in Katar träumen. Letzte Hürde ist das Play-off-Endspiel in Cardiff gegen den Gastgeber Wales am Sonntag.

Textgröße ändern:

Der frühere Dortmunder Andrij Jarmolenko (33.), Roman Jaremtschuk (49.) und Artem Dowbyk (90.+5) waren am Mittwoch im ausverkauften Glasgower Hampden Park die Helden des Tages. Jarmolenko lupfte den Ball gefühlvoll über den schottischen Torhüter Craig Gordon hinweg, Jaremtschuk traf per Kopf - sein ekstatischer Jubel vor den 3000 Fans im Auswärtsblock war ein Gänsehaut-Moment. Callum McGregor (79.) gelang das Tor für die Schotten.

Für die Ukrainer war das Halbfinal-Duell emotional unglaublich aufgeladen, weit mehr als nur ein schnödes Fußball-Spiel. Er habe mit vielen Menschen aus der ganzen Welt gesprochen, sagte Oleg Sintschenko von Manchester City unter Tränen: "Sie alle haben den Traum, dass der Krieg endet." Auch die Mannschaft habe einen Traum: "Sie will bei der WM dabei sein. Wir wollen den Ukrainern dieses Gefühl schenken, denn sie brauchen es in dieser Zeit."

Die Aufgabe gestaltete sich jedoch denkbar schwierig. Zwar wurden nach Beginn des russischen Angriffskrieges die Play-offs verschoben, an eine geordnete Vorbereitung war jedoch psychisch wie physisch nicht zu denken. "Wir bekommen ständig Nachrichten von unseren Soldaten, die wollen, dass wir zur WM fahren", berichtete Mittelfeldspieler Taras Stepanenko (Schachtar Donezk), er selbst habe einen Monat lang nicht trainiert. Ab und an gab es mal ein Freundschafts- oder Benefizspiel - wie am 10. Mai bei Borussia Mönchengladbach.

Dennoch schlug sich die Ukraine sehr gut. Wiktor Zygankow (9.) und Jarmolenko (14.) zwangen Gordon im schottischen Tor zu Glanzparaden. Früh zeigte sich, dass das Spiel auch für die Schotten mental kein einfaches war: Dem Gegner war der Sieg schließlich trotz aller eigenen WM-Träume sehr zu gönnen. Die freundschaftliche Atmosphäre im Hampden Park tat ihr Übriges.

Mehr als eine Stunde lang hatten die Schotten keine Torchance, dann vergab John McGinn (Aston Villa/67.) mit dem Kopf den schon sicher gewähnten Anschlusstreffer. McGregor brachte den Gastgebern doch noch die Hoffnung zurück, es wurde eine spannende, sehr intensive Schlussphase.

Wales erscheint für die Ukraine auch nicht unschlagbar: Die Briten legten am Mittwoch zum Nations-League-Auftakt eine misslungene Play-off-Generalprobe hin. Wales verlor gegen Polen in Breslau 1:2 (0:0), einige der besten Spieler wurden allerdings für Sonntag geschont.

A.Saggese--PV

Empfohlen

"Geschenk" von Odermatt: Braathen gewinnt Riesenslalom-Kugel

Marco Odermatt stand mit betretener Miene am Fuße der "Olympia-loypa" im norwegischen Hafjell und ergab sich zwangsläufig seinem Schicksal. Den Gesamtweltcup hatte der Schweizer bereits zum fünften Mal in Serie gewonnen, auch die kleinen Kristallkugeln in der Abfahrt und im Super-G gehörten ihm schon - in seiner Spezialdiszplin aber schenkte er den Gesamtsieg beim finalen Rennen überraschend her.

WM-Ticketpreise: Fan-Organisation attackiert FIFA

Die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) hat bei der Europäischen Kommission eine formelle Beschwerde über den Fußball-Weltverband FIFA wegen "überhöhter Eintrittskartenpreise" für die bevorstehende WM-Endrunde (11. Juni bis 19. Juli) in den USA, Mexiko und Kanada eingereicht.

Nationalmannschaft: Leweling reist verletzt ab

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat das Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor den Länderspielen in der Schweiz und gegen Ghana mit weiteren Personalsorgen aufgenommen. Jamie Leweling vom VfB Stuttgart ist wegen muskulärer Probleme abgereist und wird auch nicht mehr ersetzt. Zudem fehlten am Dienstag in Herzogenaurach auch der angeschlagene Nathaniel Brown sowie Kai Havertz und Antonio Rüdiger (jeweils wegen Belastungssteuerung).

Überragende Shiffrin vor Sieg im Gesamtweltcup

Mikaela Shiffrin ist auf dem besten Wege, den Kampf mit Emma Aicher um den Gesamtweltcup vorzeitig zu entscheiden. Nach dem ersten Lauf des letzten Slaloms der Saison im norwegischen Hafjell liegt die Ski-Königin aus den USA schier uneinholbar in Führung. Aicher hat als Vierte im Zwischenklassement einen Rückstand von 1,38 Sekunden auf die Olympiasiegerin. Lena Dürr ist Elfte (+2,45 Sekunden).

Textgröße ändern: