Pallade Veneta - "Mit Herz und Wahnsinn": Gattuso lässt Italien jubeln

"Mit Herz und Wahnsinn": Gattuso lässt Italien jubeln


"Mit Herz und Wahnsinn": Gattuso lässt Italien jubeln
"Mit Herz und Wahnsinn": Gattuso lässt Italien jubeln / Foto: © IMAGO/Gribaudi/SID

Gennaro Gattuso war emotional am absoluten Limit. "Es war furchtbar, ein Albtraum. Wir haben lächerliche Tore kassiert", sagte der italienische Nationaltrainer nach dem vogelwilden 5:4 (1:1) im WM-Qualifikationsspiel in Ungarn gegen Israel: "Aber wir haben uns zurückgekämpft. Man muss den Jungs Anerkennung zollen, die die Stärke hatten, auf jede Ohrfeige zu reagieren, die sie bekamen."

Textgröße ändern:

Zweimal lag seine Mannschaft nach teils haarsträubenden Fehlern in Rückstand, hinzu kamen zwei Eigentore und ein Doppelschlag zum 4:4 nach 4:2-Führung - doch auf all diese Rückschläge hatte die Squadra Azzurra die passende Antwort parat - und darf dank des späten Siegtreffers von Sandro Tonali (90.+1) weiter auf die erste WM-Teilnahme seit 2014 hoffen.

"Ein surrealer Sieg. Neun Tore und jede Menge (zu viel) Nervenkitzel. Die Azzurri riskierten ihren WM-Traum", titelte die Gazzetta dello Sport. "Italien mit Herz, Italien mit Wahnsinn, Italien immer noch schusselig, aber nie gezähmt", schrieb die Corriere dello Sport: "Gattuso verkörpert diese neue Nationalmannschaft: Seine Courage, die er dem Team vermittelt, und sein Wille, trotz tausend noch bestehender Schwierigkeiten niemals aufzugeben."

Zwei Spiele, zwei Siege, 10:4 Tore lautet die wilde Bilanz des neuen Trainers, der sich sowohl bei der Rudelbildung nach Abpfiff als auch verbal vor seine Mannschaft stellte. "Wir sind zu anfällig, kassieren zu leicht Tore. Aber das ist keine Kritik an den Spielern, es ist mein Problem, und ich muss es zusammen mit meinem Trainerstab verbessern", sagte der Weltmeister von 2006. "Auch wenn es kein guter Tag war, sie haben mit Herz und Seele gespielt und den Willen gehabt, zurückzukommen. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Italien, das am Freitag ein 5:0 gegen Estland gefeiert hatte, schob sich durch den Sieg mit neun Punkten auf Rang zwei in Gruppe I, hat zudem im Kampf um die Play-offs noch ein Spiel weniger absolviert als die punktgleichen Israelis. Auch die direkte Qualifikation für die WM-Endrunde 2026 in den USA, Kanada und Mexiko scheint mit drei Punkten Rückstand auf die makellosen Norweger (12) noch möglich. "Lasst es uns genießen, es waren unglaubliche acht Tage", sagte Gattuso zum Abschluss des Abends: "Glückwunsch an die Jungs - aber wenn wir etwas Wichtiges erreichen wollen, müssen wir uns verbessern."

Y.Destro--PV

Empfohlen

Gewalt in Mexiko: FIFA-Chef Infantino "sehr ruhig"

Trotz der Eskalation der Gewalt in Mexiko mit bisher mindestens 73 Toten erwartet der Fußball-Weltverband FIFA rund 100 Tage vor dem Beginn der WM (11. Juni bis 19. Juli) eine Normalisierung der Lage im Land des Co-Gastgebers. "Ich bin sehr ruhig", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino am späten Dienstagabend der französischen Nachrichtenagentur AFP im kolumbianischen Barranquilla: "Alles läuft sehr gut, alles wird fantastisch sein."

Inter ausgeschaltet: Bodö schreibt Märchen fort

Der norwegische Außenseiter FK Bodö/Glimt hat sein Fußball-Märchen fortgeschrieben und für die nächste faustdicke Überraschung gesorgt. Der viermalige Meister erkämpfte im Play-off-Rückspiel der Champions League bei Inter Mailand dank des ehemaligen Frankfurters Jens Petter Hauge ein 2:1 (0:0) und warf den Vorjahresfinalisten damit aus der Königsklasse. Das Hinspiel nördlich des Polarkreises hatte Bodö 3:1 gewonnen.

Bayer mit Mühe ins Achtelfinale - und zum Bayern-"Wahnsinn"?

Bayer Leverkusen hat sein Polster mit Mühe ins Ziel gerettet und glanzlos das Achtelfinale der Champions League erreicht. Eine Woche nach dem 2:0-Erfolg sicherte sich die wankelmütige Werkself durch das 0:0 im Rückspiel gegen Olympiakos Piräus zwei weitere Highlight-Partien in der Königsklasse. Allerdings droht nun eine "bayerische Woche".

Paralympics: DBS lehnt Boykott der Eröffnungsfeier ab

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) lehnt einen Boykott der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele wegen der Teilnahme russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten an der Zeremonie ab. "Wir werden den Fokus auf die sportlichen Wettkämpfe legen", sagte DBS-Präsident Hans-Jörg Michels dem SID: "Von einem Boykott halte ich persönlich nichts. Das hat man in der Vergangenheit gesehen, dass das im Grunde genommen nichts bringt für den Sport."

Textgröße ändern: