Pallade Veneta - Hauptrunde statt Heimfahrt: DHB-Team gewinnt Spanien-"Endspiel"

Hauptrunde statt Heimfahrt: DHB-Team gewinnt Spanien-"Endspiel"


Hauptrunde statt Heimfahrt: DHB-Team gewinnt Spanien-"Endspiel"
Hauptrunde statt Heimfahrt: DHB-Team gewinnt Spanien-"Endspiel" / Foto: Marcel von Fehrn - IMAGO/Eibner-Pressefoto/SID

Vorrunden-K.o. abgewendet, jetzt ist wieder alles möglich: Deutschlands Handballer haben im "Endspiel" von Herning die Nerven bewahrt und sind in die Hauptrunde gestürmt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason gewann dank einer leidenschaftlichen Vorstellung gegen Spanien mit 34:32 (17:15) und hat als Gruppensieger plötzlich wieder alle Chancen: Statt die Heimfahrt anzutreten, startet das deutsche Team mit der optimalen Ausbeute von 2:0 Punkten in die zweite Turnierphase.

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Die DHB-Auswahl zeigte vor 9526 Zuschauern einen beherzten Auftritt. Hinten parierte Torhüter David Späth in der Schlussphase mehrmals spektakulär, zudem packte die Abwehr beherzt zu. Vorne bestachen die DHB-Männer, die zuvor durch Österreich (26:25 gegen Serbien) Schützenhilfe erhalten hatten, mit ihrer Variabilität und einer guten Trefferquote.

Besonders Renars Uscins und Juri Knorr waren kaum zu bremsen, auch Kreisläufer Justus Fischer glänzte. Uscins avancierte mit acht Treffern zum besten deutschen Werfer, Knorr traf fünf Mal und sprühte in der aufgeheizten Atmosphäre der Jyske Bank Boxen vor Spielfreude.

In der Hauptrunde bekommt es Deutschland ab Donnerstag mit der Übermannschaft Dänemarks (Weltmeister und Olympiasieger) sowie Titelverteidiger Frankreich und Norwegen zu tun. Vierter Gegner wird Portugal oder Nordmazedonien sein. Die Spiele bestreitet Deutschland allesamt in Herning.

Gislason, der nach der Serbien-Pleite (27:30) reichlich Kritik einstecken musste, schwor sein Team mit emotionalen Worten auf das Schicksalsspiel ein. "Wir müssen eine Klasseleistung bringen, mit viel Herz und noch mehr Kopf." Man müsse das "Olympia-Wunder wiederholen, wenn wir weiterkommen wollen", ergänzte der 66-Jährige mit Blick auf den Silber-Coup bei den Sommerspielen 2024, als das DHB-Team die Spanier zwei Mal besiegte.

Das Feuer des Trainers übertrug sich direkt auf die Mannschaft. Nach einer Schweigeminute zugunsten der Opfer des schweren Zugunglücks in Spanien drückte das deutsche Team sofort aufs Tempo. Spielmacher Knorr wirbelte zwei Tage nach seiner Kritik am Coach erneut von Beginn an, der erstmals bei der EM aufgebotene Nils Lichtlein erwies sich im Unterzahlspiel als belebendes Element.

Angepeitscht von den lautstarken deutschen Fans traf Knorr beim 3:2 zur ersten DHB-Führung (5.) - und Deutschland blieb am Drücker. Hinten hielt Torhüter Andreas Wolff immer wieder spektakulär, und als Kreisläufer Justus Fischer mit einem Doppelpack für die erste Drei-Tore-Führung (12:9) sorgte, ballte Gislason an der Seitenlinie energisch die Fäuste. "Ey Jungs, Abwehr weiter, das ist überragend, es läuft richtig gut", rief er seinen Spielern in der Auszeit zu: "Sie haben sehr große Probleme im Rückzug."

Im Angriff riss nun der unwiderstehliche Uscins die Partie an sich. Nach drei weiteren Treffern des Torjägers stand es plötzlich 16:12 (27.). Und so ging es trotz einiger unkonzentrierter Abschlüsse mit einem Vorsprung in die Halbzeitpause. Lukas Zerbe forderte, "in der Abwehr genauso zu ackern wie jetzt in der ersten Halbzeit und Andi zu helfen", sagte er im ZDF und ergänzte mit Blick auf die Offensive: "Wenn wir immer eine Station weiterspielen, kriegen wir unsere freien Chancen - die müssen wir halt reinmachen."

An diese Marschroute hielten sich seine Mitspieler, vor allem der deutsche Rückraum mit Uscins, Knorr und Julian Köster hielt das deutsche Team auf Kurs. Als Linksaußen Lukas Mertens nach Anspiel von Knorr zum 23:20 versenkte (41.) und der nun eingewechselte Späth parierte, sprangen die Zuschauer von ihren Sitzen. Gislason ballte vor Freude beide Fäuste.

Die Spanier ließen sich aber nicht abschütteln, so dass es bis in die Schlussminuten spannend blieb. Das deutsche Team blieb aber cool und rettete den Vorsprung mit Cleverness und Klasse über die Ziellinie.

O.Pileggi--PV

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