Pallade Veneta - IOC verbietet Olympia-Athletem Helm mit Abbildungen im Krieg getöteter Ukrainer

IOC verbietet Olympia-Athletem Helm mit Abbildungen im Krieg getöteter Ukrainer


IOC verbietet Olympia-Athletem Helm mit Abbildungen im Krieg getöteter Ukrainer
IOC verbietet Olympia-Athletem Helm mit Abbildungen im Krieg getöteter Ukrainer / Foto: FRANCK FIFE - AFP

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat einem ukrainischen Athleten das Tragen eines Helms mit Abbildungen im Krieg getöteter Soldaten verboten. IOC-Sprecher Mark Adams sagte am Dienstag, dass der Helm gegen die Richtlinien zu "politischen Symbolen" bei den Olympischen Spiele verstoße. Zugleich mache das IOC eine Ausnahme und erlaube dem Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch, eine schwarze Armbinde zu tragen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den Athleten zuvor verteidigt.

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Auf dem Medaillenpodest sind politische Gesten seit 2021 gemäß Artikel 50 der Olympischen Charta verboten. Sportler dürfen jedoch ihre Meinung in Pressekonferenzen und in Onlinediensten äußern.

Adams betonte, das IOC habe versucht, "mit Mitgefühl und Verständnis" auf Heraskewytschs Wünsche einzugehen. "Wir werden ihn nicht abhalten, sich bei Pressekonferenzen (...) und anderswo zu äußern, und wir halten dies für einen guten Kompromiss in dieser Situation", fügte er hinzu.

Der Skeleton-Fahrer Heraskewytsch hatte den Gedenkhelm während eines Trainings in Cortina d'Ampezzo auf und wollte ihn bei den Winterspielen in Italien weiterhin tragen, um an den seit bald vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen sein Land zu erinnern - was das IOC jedoch verbot. Auf dem Helm sind Porträts ukrainischer Athleten zu sehen, die seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 getötet wurden. Der 27-jährige Heraskewytsch erklärte, das Verbot breche ihm das Herz.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte den Athleten seines Landes zuvor in Schutz genommen. "Ich danke dem Fahnenträger unserer Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen, Wladislaw Heraskewytsch, dafür, dass er die Welt an den Preis unseres Kampfes erinnert hat", erklärte Selenskyj am Dienstag im Onlinedienst X. "Diese Wahrheit kann nicht unbequem oder unangemessen sein oder als 'politische Demonstration bei einer Sportveranstaltung' bezeichnet werden", erklärte Selenskyj. "Sie ist eine Erinnerung für die ganze Welt daran, was das moderne Russland ist", fügte der Präsident hinzu.

Nach Angaben des ukrainischen Sportministers Matwyj Bidnyj wurden in der Ukraine "mehr als 650 Sportler und Trainer" im Krieg getötet. Heraskewytsch trug - neben der Eisschnellläuferin Jelysaweta Sydorko - die ukrainische Flagge beim traditionellen Einlaufen der insgesamt 46 ukrainischen Athleten bei der Eröffnungsfeier.

R.Zaccone--PV

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