Pallade Veneta - Heraskewytsch will verbotenen Helm im Wettkampf tragen

Heraskewytsch will verbotenen Helm im Wettkampf tragen


Heraskewytsch will verbotenen Helm im Wettkampf tragen
Heraskewytsch will verbotenen Helm im Wettkampf tragen / Foto: Tiziana FABI - SID

Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch geht wegen seines Helmdesigns weiter auf Konfrontationskurs mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Wie der 27-Jährige bei einer Pressekonferenz in Cortina d'Ampezzo erklärte, will er den Helm, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind, auch im olympischen Wettkampf am Donnerstag und Freitag tragen.

Textgröße ändern:

"Ich habe ihn bei den Testfahrten genutzt, ich habe ihn gestern genutzt, ich habe ihn heute genutzt, ich werde ihn morgen nutzen und ich werde ihn am Renntag nutzen", sagte Heraskewytsch. Unterstützung hat der Fahnenträger seines Landes bei den Winterspielen vom ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie vom Nationalen Olympischen Komitee erhalten.

Das IOC hatte diesem Vorhaben am Dienstagmorgen einen Riegel vorschieben wollen, da der Helm nicht der Olympischen Charta entspreche, welche politische Meinungsäußerungen auf dem Spielfeld verbietet. "Wir haben versucht, seinen Wünschen mit Mitgefühl und Verständnis zu begegnen", sagte IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams bei einer Pressekonferenz. Das IOC versuche immer wieder Ausnahmen von der Regel 50 der eigenen Charta zu genehmigen, so Adams weiter.

Der "gute Kompromiss" der Ringe-Organisation: Heraskewytsch wurde gestattet, im Wettkampf ausnahmsweise mit einer schwarzen Armbinde zu starten. Der WM-Vierte von 2025 sieht das anders: "Die Menschen in der Ukraine leben jeden Tag in der Angst, vergessen zu werden, und es ist wichtig, die Welt daran zu erinnern, was gerade in der Ukraine geschieht."

Er sei "fest davon" überzeugt, keine Regeln gebrochen zu haben, "Regel 50, die politische, diskriminierende oder rassistische Propaganda betrifft, findet auf diesem Helm keine Anwendung". Eine aktuelle Reaktion des IOC auf den Plan des Ukrainers stand zunächst aus.

Heraskewytsch zog ferner einen Vergleich zum deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, der 2008 nach seinem Olympiasieg in Peking das Bild seiner bei einem Verkehrsunfall gestorbenen Frau gezeigt hatte. "Damals haben wir es gefeiert", sagte Heraskewytsch: "Ich glaube, das war ein großartiger Moment, der andere Erfolge nicht überschattet hat. Ich denke, es ist okay, Leute zu betrauen, die man gern hatte."

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

"Letzte Warnung": DFB greift nach FCK-Randalen im Derby durch

Eine hohe Geldstrafe und ein Fanausschluss auf Bewährung: Die Ausschreitungen seiner Anhänger im Pokalderby bei Waldhof Mannheim kommen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern teuer zu stehen. Das DFB-Sportgericht belegte den FCK mit einer Strafe in Höhe von 300.000 Euro. Dazu müssen die Pfälzer ein Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen, die Vollstreckung wird bis zum 31. März 2028 allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Ukraine nennt WM-Vergabe an Russland "skandalös"

Die Ukraine will gegen die Vergabe der Gewichtheber-Weltmeisterschaften 2030 an Moskau vorgehen. Sportminister Matwij Bidnyj kündigte am Montag an, offizielle Beschwerden beim Weltverband IWF sowie beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorzubereiten. Die Entscheidung pro Russland sei "zynisch" und "skandalös".

DTB-Team startet Davis-Cup-Mission mit Zverev und Struff

Alexander Zverev führt das deutsche Tennisteam bei der Titelmission im Davis Cup in Bologna an. Im Kader für das Finalturnier ab 24. November steht auch wieder der formstarke Routinier Jan-Lennard Struff, der zuletzt nicht berücksichtigt worden war. Deutschland trifft zunächst im Viertelfinale des Nationenwettbewerbs auf Großbritannien.

DDR-Größe Weber im Alter von 61 Jahren verstorben

Heiko Weber, der letzte Torschütze in der Geschichte der DDR-Oberliga, ist tot. Wie sein früherer Klub Carl Zeiss Jena mitteilte, starb Weber am Montagmorgen im Alter von 61 Jahren. Im Februar hatte er eine schwere Krebserkrankung öffentlich gemacht.

Textgröße ändern: