Pallade Veneta - Helm-Causa: IOC gewährt im Fall Heraskewytsch keine Ausnahme

Helm-Causa: IOC gewährt im Fall Heraskewytsch keine Ausnahme


Helm-Causa: IOC gewährt im Fall Heraskewytsch keine Ausnahme
Helm-Causa: IOC gewährt im Fall Heraskewytsch keine Ausnahme / Foto: Tiziana FABI - SID

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat im Grundsatzkonflikt um den Helm des ukrainischen Skeletonpiloten Wladyslaw Heraskewytsch auf seine Regeln verwiesen und damit eine klare Grenze gezogen. Die Konsequenz ist damit eindeutig: Trägt der 27-Jährige den speziellen Kopfschutz, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind, auch im ersten Wertungsdurchgang am Donnerstag (9.30 Uhr/ZDF und Eurosport), ist eine Disqualifikation unumgänglich.

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"Wir werden den Athleten heute abermals kontaktieren und ihm die vielen Möglichkeiten aufzeigen, seine Trauer auszudrücken, wie wir es bereits besprochen haben", sagte IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Mailand. Die Konsequenz von Disziplinarmaßnamen sprach Adams nicht direkt aus, sie geht aber aus der IOC-Charta hervor.

Heraskewytsch könne "seinen Helm tragen, er kann seinen Helm zeigen, er kann damit durch die Mixed Zone gehen, er kann mit Leuten reden", erklärte Adams und betonte: "Wir werden mit ihm sprechen, um ihm zu erklären, dass es im Interesse aller liegt, dass er an Wettkämpfen teilnimmt und seine Meinung äußern kann." Auf die Frage, ob und wann konkret eine Disqualifikation ausgesprochen würde, ging er nicht sein. Diese Frage sei "hypothetisch".

Heraskewytsch, Fahnenträger seines Landes bei den Winterspielen in Norditalien, ist auf Konfrontationskurs mit dem IOC, um seinem kriegsgebeutelten Land Sichtbarkeit zu verschaffen. Er trug den Helm bereits am Montag und Dienstag in den ersten Trainingseinheiten und bekräftigte, er werde den Kopfschutz auch im olympischen Wettkampf tragen. Dies ist laut der IOC-Regel 50.2 verboten, wonach "politische Botschaften" auf dem sogenannten "field of play" untersagt sind. Dieses Spielfeld sei "heilig", unterstrich Adams am Mittwoch und verwies auf unterzeichnete Erklärungen durch Tausende Athleten.

Heraskewytsch bestreitet jede politische Absicht. Der Helm sei ein Ausdruck von Gedenken, nicht von Propaganda. Für ihn geht es darum, die Realität des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zu zeigen. Sein Land zahle "jeden Tag einen Preis" in diesem Krieg, und Sportler seien Teil dieser Opfer.

Heraskewytsch verweist auf das Beispiel des deutschen Gewichthebers Matthias Steiner, der 2008 nach seinem Olympiasieg in Peking ein Foto seiner verstorbenen Frau präsentierte. Für Heraskewytsch ein Beleg dafür, dass persönliches Gedenken Platz habe.

A.Rispoli--PV

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