Pallade Veneta - "Hype mitgenommen": Silber-Helden spüren WM-Vorfreude

"Hype mitgenommen": Silber-Helden spüren WM-Vorfreude


"Hype mitgenommen": Silber-Helden spüren WM-Vorfreude
"Hype mitgenommen": Silber-Helden spüren WM-Vorfreude / Foto: Fotografie73 - IMAGO/SID

Die Bilder flimmerten über den Hallenwürfel, Johannes Golla und Co. schauten gebannt nach oben - für einen Moment war die EM wieder da. "Das Video hat einige Erinnerungen zurückgebracht", berichtete der Kapitän von Deutschlands Handballern nach dem ersten Auftritt seit dem Gewinn von EM-Silber. In der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle feierten die Fans die DHB-Auswahl für die magischen Wochen von Dänemark - und gaben einen Vorgeschmack auf das, was in 300 Tagen bei der WM im eigenen Land warten könnte.

Textgröße ändern:

"Das Beste war tatsächlich, die Bälle ins Publikum zu schleudern – das hat Spaß gemacht. Die Halle war ausverkauft - und so ein bisschen haben wir den Hype jetzt auch mitgenommen", sagte Linksaußen Lukas Mertens, ehe er sich nach dem furiosen 41:38 (21:18) gegen Afrikameister Ägypten wieder den mit Stiften bewaffneten Autogrammjägern zuwandte. "Was hier noch an Kindern steht, wir haben schon einiges richtig gemacht. Das hat man heute auf dem Feld und auch außerhalb des Feldes gesehen."

Mit einer Flasche Champagner, einem Musikact ("Gute Laune") und reichlich warmen Worten würdigte der Verband noch einmal die Leistung des DHB-Teams von vor eineinhalb Monaten. Das Team brennt darauf, bei der Heim-WM 2027 weitere Sternstunden folgen zu lassen. "Wir haben 2024 erlebt, wie wir mit einer unerfahrenen Mannschaft von unseren Fans getragen wurden", sagte Golla mit Blick auf den vierten Platz bei der Heim-EM vor zwei Jahren: "Jetzt sind wir schon einen Schritt weiter - und deswegen ist die Hoffnung groß, dass wir gemeinsam mit dem Land und vollen Hallen hinter uns auch ein gutes Turnier spielen können."

Schon am Sonntag (15.30 Uhr/ProSieben und Dyn) will die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason im zweiten Duell mit den hochveranlagten Ägyptern weiteres Selbstvertrauen sammeln. "Mit Ägypten haben wir eine sehr gute Mannschaft - und dann wartet Dänemark. Das ist natürlich gut für uns", sagte Spielmacher Juri Knorr mit Blick auf die kommenden Aufgaben gegen hochkarätige Gegner. Die Dänen, der Olympiasieger und amtierende Welt- und Europameister, warten im nächsten Länderspielfenster am 17. Mai in Köln.

Den ersten Härtetest gegen den physisch starken Afrikameister bestand die DHB-Auswahl offensiv mit Bravour, defensiv war der Auftritt aber allenfalls ausreichend. "Erstmal überwiegt, dass wir gewonnen haben – das zählt, egal wie. 41 Tore sprechen für sich. Wir haben einen überragenden Angriff gespielt, aber es hat heute in der Abwehr ein bisschen gehakt", analysierte Mertens. Das sah auch Gislason so: "41 Tore sind sehr gut, 38 zu kassieren, sind viel zu viel."

Allein 20 Gegentore waren es in der zweiten Hälfte, als die Ägypter kurz vor Schluss noch einmal bis auf einen Treffer herankamen. Nicht zuletzt dem zeitweise wie entfesselt spielenden Mittelmann Knorr (9 Tore) war es zu verdanken, dass das 79-Tore-Spektakel nicht doch noch in die Richtung der Nordafrikaner kippte.

"Ich mag diesen Spielstil. Ich gewinne lieber so als 21:20", sagte Knorr grinsend. Golla forderte, "zwei, drei Dinge" anzupassen und die "richtigen Lehren" zu ziehen. Bevor auch er die nächsten Autogrammwünsche erfüllte, ergänzte er jedoch: "Wir müssen uns für einen Länderspielsieg nicht entschuldigen."

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Mission Klopp: DFB-Spitze trifft sich mit Wunsch-Bundestrainer

Erste Verhandlungsrunde mit Jürgen Klopp: DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke haben sich am Freitag mit ihrem erklärten Wunschkandidaten für den Bundestrainer-Posten in den USA getroffen, um Details einer Einigung zu besprechen. Klopp soll für einen WM-Zyklus bis 2030 unterschreiben. Nach Bild-Informationen traf sich das DFB-Duo nach seiner Ankunft am frühen Nachmittag Ortszeit mit dem 59-Jährigen und dessen Berater in einem Hotel am New Yorker Flughafen John F. Kennedy, das Gespräch soll mehr als vier Stunden gedauert haben.

Aldag kritisiert Evenepoel: "Absolut unnötig"

Die Unstimmigkeiten im Team von Red Bull-Bora-hansgrohe schlugen auch am Tag danach noch hohe Wellen. Rolf Aldag, bis 2025 Sportlicher Leiter beim deutschen Rennstall, übte im Anschluss der siebten Etappe der Tour de France deutliche Kritik an Remco Evenepoel. "Wir sind uns alle einig: Sowas gehört einfach nicht in die Öffentlichkeit. Wenn das seine Meinung ist, geht er zu Florian und bespricht es", sagte Aldag bei Eurosport.

"Bleibe hungrig": Zverev hat Lust auf Nachschlag

Die Sportwelt blickt auf den heiligsten aller Tennisplätze, selbst Bundeskanzler Friedrich Merz lässt sich das Spektakel im All England Club nicht entgehen - und Alexander Zverev hat auf dem Centre Court große Lust auf Nachschlag. "Ich bleibe konzentriert. Ich bleibe hungrig. Ich will mehr", sagte der Hamburger vor seinem Titel-Showdown in Wimbledon mit Jannik Sinner: "Ich möchte weiterhin auf höchstem Niveau spielen und weiter gewinnen."

Merino rettet Spanien: Jetzt Giganten-Duell gegen Frankreich

Spanien ist auch gegen Außenseiter Belgien seiner Rolle als WM-Favorit gerecht geworden. Der Europameister zog durch ein etwas holpriges, aber am Ende verdientes 2:1 (1:1) gegen mutige, aber auch unterlegene Rote Teufel ins Halbfinale von Dallas ein. Dort trifft die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente am Dienstag in einer Art vorweggenommenem Endspiel auf Topfavorit Frankreich.

Textgröße ändern: