Pallade Veneta - HSV sieht rot: Werder gewinnt wildes Nordderby

HSV sieht rot: Werder gewinnt wildes Nordderby


HSV sieht rot: Werder gewinnt wildes Nordderby
HSV sieht rot: Werder gewinnt wildes Nordderby / Foto: kolbert-press/Burghard Schreyer, Burghard Schreyer - Bildagentur kolbert-press/SID

Platzverweis für den HSV, drei Punkte für Grün-Weiß: Ausgerechnet im brisanten Nordderby gegen den Erzrivalen hat Werder Bremen den sehnsüchtig erwarteten Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelandet. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune besiegte den Hamburger SV dank eines Doppelpacks von Jens Stage mit 3:1 (1:1) und schloss nach Punkten zum ungeliebten Rivalen auf.

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Zum Derbyhelden avancierte der Doppeltorschütze Stage. Der Däne traf in der ersten Halbzeit wunderschön per Kopf (37.), dann im zweiten Abschnitt traumhaft aus rund 20 Metern unter die Latte mit dem Fuß (57.) - und sorgte damit für den ersten Bremer Heimsieg gegen die Hamburger seit über acht Jahren. Cameron Puertas erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:1 (90.+1).

Robert Glatzel hatte vor 41.800 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion zuvor mit einem ebenso sehenswerten Treffer den zwischenzeitlichen Ausgleich (41.) markiert. Philip Otele sah in der Schlussphase eines hitzigen Nordduells wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Ein weiterer Platzverweis gegen Bakery Jatta wurde nach Ansicht der Videobilder wieder zurückgenommen (85.). Zudem gab es in der Nachspielzeit Rote Karten für die Co-Trainer Jan Hoepner (Werder) und Loic Favé (HSV).

Mit je 31 Zählern beträgt der Vorsprung beider Teams auf den Relegationsplatz nun fünf Punkte, zum ersten direkten Abstiegsplatz sind es vier Spieltage vor dem Saisonende jeweils sieben. Während die Grün-Weißen nach zuletzt zwei Niederlagen wieder einen Dreier einfuhren, wartet der HSV inzwischen seit fünf Spielen auf einen Sieg. Das Team von Trainer Merlin Polzin hat die Frühlings-Flatter, gewann nur eines seiner letzten neun Spiele.

Bei aller Rivalität: Das erste Nordderby an der Weser nach 55 Monaten stand auch im Zeichen der Freundschaft - zumindest auf der Trainerbank. Jahrelang arbeiteten Thioune und Polzin Seite an Seite, erst ab 2014 beim VfL Osnabrück, dann bis 2021 in Hamburg. Thioune förderte seinen heutigen Kumpel, machte ihn zu seinem Assistenten. Am Samstag kam es nun zum ersten Trainerduell auf der großen Bühne.

Aufgepeitscht von einer Gänsehaut-Atmosphäre auf den Rängen legten beide Teams eine rasante Anfangsphase auf den Rasen. Während der HSV nach einem Freistoß durch einen Glatzel-Kopfball gleich Gefahr ausstrahlte (5.), suchte Werder konsequent den Weg nach vorn. Bei einem ersten Versuch von Justin Njinmah aus spitzem Winkel war Daniel Heuer Fernandes zur Stelle (7.), auch mit dem Schuss von Puertas von der Strafraumgrenze hatte der HSV-Keeper keine Probleme.

In der Folge verzeichneten die Gastgeber mehr Ballbesitz, zu Chancen kamen aber die Hamburger. Erst war es Ransford Königsdörffer, dessen Abschluss nach einem langen Ball knapp vorbei flog (26.). Eine Minute später prüfte Fabio Vieira den Bremer Schlussmann Mio Backhaus mit einem Schlenzer aus rund 20 Metern.

Gerade als sich das Geschehen vermeintlich beruhigte, schlug Werder zu. Nach punktgenauer Flanke von Yukinari Sugawara drückte Stage den Ball aus fünf Metern über die Linie. Nur vier Minuten die Antwort der Gäste: Nach einem weiteren Bremer Angriff schalteten die Hamburger blitzschnell um, Glatzel sprintete nach einem langen Ball von Nicolas Capaldo über das halbe Feld und jagte das Leder in den linken oberen Torwinkel.

Im zweiten Durchgang gewann die Partie weiter an Intensität. Während die Fans auf den Tribünen immer wieder Pyrotechnik abfackelten, lieferten sich die Spieler etliche (über-)harte Zweikämpfe. Der HSV warf nach dem abermaligen Rückstand durch den zweiten Stage-Treffer alles nach vorn, in Unterzahl gelang der Ausgleich aber nicht mehr. Im Gegenteil: Werder erhöhte sogar noch.

L.Guglielmino--PV

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