Pallade Veneta - WM: Menschenrechtler befürchten "Klima der Angst"

WM: Menschenrechtler befürchten "Klima der Angst"


WM: Menschenrechtler befürchten "Klima der Angst"
WM: Menschenrechtler befürchten "Klima der Angst" / Foto: FREDERIC J. BROWN - SID

Kurz vor dem Start der Fußball-WM haben Menschenrechtsorganisationen vor einem "Klima der Angst" gewarnt - und weiter Druck auf die FIFA ausgeübt. Der Weltverband verspreche "das größte und inklusivste Turnier" der Geschichte, sagte Andrea Florence von der Sport and Rights Alliance in einer Medienrunde: Weniger als eine Woche vor dem Auftaktspiel der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) sehe die Realität vor Ort aber "völlig anders" aus.

Textgröße ändern:

Die FIFA trage erstmals eine WM unter einem Menschenrechtsrahmen aus, dennoch fehlten Schutzmaßnahmen. Die menschenrechtsfeindliche Rhetorik von US-Präsident Donald Trump, die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE oder Einreiseverbote hätten "einen dunklen Schatten auf das größte Sportereignis der Welt geworfen", sagte Florence, die in einem Brief an FIFA-Präsident Gianni Infantino mehrere Forderungen mit Blick auf ICE, Einreisefragen oder zur Pressefreiheit gestellt hat. Darauf habe der Weltverband aber nur mit einer Erklärung zum Kinderschutz geantwortet.

Vor allem die drohenden ICE-Razzien im WM-Umfeld treiben die Menschenrechtler um. Minky Worden von Human Rights Watch fordert eine Aussetzung der Einsätze. "Niemand kann die WM genießen, wenn die Gefahr besteht, am Stadioneingang von einer maskierten, nicht rechenschaftspflichtigen, missbräuchlichen Miliz nach seinem Pass gefragt zu werden", sagte Worden: "Die Gefahren gehen über die Stadien hinaus, sie bestehen in den Gemeinden, in den Fanzonen."

ICE-Direktor Todd Lyons hatte im Februar erklärt, dass seine Behörde während der WM eine Schlüsselrolle für die Sicherheit spielen werde. In der Öffentlichkeit wachsen seitdem Bedenken, dass ICE auch rund um die WM-Spiele aktiv werden könnte. Bei Einsätzen von ICE-Agenten wurden zu Beginn des Jahres in Minneapolis zwei Menschen erschossen.

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Bänderverletzung: Karetsas fehlt BVB vorerst

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund muss wie befürchtet vorerst auf seinen Offensivspieler Konstantinos Karetsas verzichten. Der Grieche habe eine Bänderverletzung erlitten, sagte Dortmunds Sport-Geschäftsführer Lars Ricken am Montag vor dem Abflug des BVB zum Champions-League-Spiel nach Aserbaidschan. Beim Duell bei Sabah FK am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) sowie in der Bundesliga am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt wird Karetsas fehlen.

Medien: Milan mit Interesse an Krösche

Markus Krösche gilt nach seinem Abschied von Eintracht Frankfurt als Kandidat für den Posten des Sportdirektors beim italienischen Spitzenklub AC Mailand. Dies berichtet unter anderem die Gazzetta dello Sport. Klubbesitzer Gerry Cardinale hatte bereits im Frühjahr nach einem starken Verantwortlichen für den sportlichen Bereich gesucht, unter anderem wurde Ralf Rangnick damals als Kandidat gehandelt. Letztlich blieb es aber bei der bestehenden Führungsstruktur mit den Verantwortlichen um Hendrik Almstadt und Bobby Gardiner.

Über 10.000 Punkte: Zverev rückt an Sinner heran

Der designierte Weltranglistenerste Alexander Zverev rückt Spitzenreiter Jannik Sinner im ATP-Ranking immer näher. Nach seinem Einzug ins Halbfinale beim Tennismasters in Shanghai hat Zverev in der am Montag veröffentlichten Rangliste 10.070 Punkte auf dem Konto, Sinner führt mit 10.950 Punkten, hat seine Saison aber wegen einer Knieverletzung bereits beendet und wird die Führung abgeben.

Ex-Mediendirektor warnt UEFA vor "Fiasko" im FIFA-Machtkampf

Der Europäischen Fußball-Union (UEFA) läuft im Machtkampf mit Präsident Gianni Infantino aus Sicht des früheren FIFA-Mediendirektors Guido Tognoni die Zeit davon. "Die UEFA hat im Moment einfach an Tempo verloren. Das muss man sagen", sagte Tognoni der ARD-Sportschau. "Und wenn sie jetzt nicht bald an Tempo zunehmen, dann könnte das Ganze noch in einem Fiasko enden."

Textgröße ändern: