Pallade Veneta - Dicker Dämpfer vor K.o.-Krachern: DFB-Elf unterliegt Ecuador

Dicker Dämpfer vor K.o.-Krachern: DFB-Elf unterliegt Ecuador


Dicker Dämpfer vor K.o.-Krachern: DFB-Elf unterliegt Ecuador
Dicker Dämpfer vor K.o.-Krachern: DFB-Elf unterliegt Ecuador / Foto: MAURO PIMENTEL - SID

Dicker Dämpfer vor den Kracherspielen: Die Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Titelambitionen bei der Stippvisite am Sehnsuchtsort in einem wahren Gruselkick zur deutschen Geisterstunde nicht untermauert. Das verdiente 1:2 (1:1) im WM-Finalstadion im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador war ein unüberhörbarer Warnschuss - so darf sich die Elf von Julian Nagelsmann nicht noch einmal zeigen, wenn sie am 19. Juli erneut in East Rutherford spielen will, dann um den Goldpokal.

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Leroy Sané besorgte mit dem zweitschnellsten Tor der deutschen WM-Geschichte nach nur 109 Sekunden die Führung, sein Treffer hätte wegen eines vorangegangenen Fouls aber nicht zählen dürfen. Nach dem Ausgleich durch Nilson Angulo (9.) tat sich das DFB-Team gegen defensivstarke Südamerikaner sehr schwer, auch die Einwechslung frischer Reservisten wie jene von Super-Joker Deniz Undav half nicht. Gonzalo Plata (78.) besiegelte die erste Niederlage nach zuletzt elf Siegen, Manuel Neuer sah dabei nicht gut aus.

Viel Zeit für Anpassungen bleibt dem Bundestrainer nicht: Schon am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) wartet das Sechzehntelfinale gegen einen noch unbekannten Gruppendritten in Foxborough. In einem möglichen Achtelfinale am 4. Juli gegen Vize-Weltmeister Frankreich oder Norwegen würde es noch schwerer.

Die wichtigste Frage hatte Nagelsmann schon am Vorabend beantwortet: Trotz des bereits vorher feststehenden Gruppensieges würde er nur die "notwendigen" Wechsel vornehmen. Antonio Rüdiger ersetzte Nico Schlotterbeck, der nach seinem WM-Aus als Glücksbringer auf Krücken dabei war, im Abwehrzentrum. Links spielte David Raum für den angeschlagenen Nathaniel Brown. Der Bald-Bayer saß neben Schlotterbeck auf der Bank.

Das hieß auch: Fanliebling Undav kam nur von der Bank. Die Begründung: Als Einwechselspieler sei er wertvoller, und: Nagelsmann wollte seine Elf "weiter Rhythmus sammeln" lassen. Der ewig umstrittene Sané durfte daher abermals starten.

Das machte sich sofort bezahlt, er war mit dem ersten Ballkontakt nach Zuspiel von Florian Wirtz erfolgreich. Zuvor hatte aber Aleksandar Pavlovic seinen Gegner Pedro Vite mit hohem Bein im Gesicht getroffen, doch der VAR schaltete sich nicht ein. "Das wundert mich sehr", sagte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner in der ARD verblüfft.

Doch die deutsche Elf hatte wie schon gegen die Elfenbeinküste (2:1) teils große Probleme mit der Körperlichkeit des Gegners. Dem schnellen Ausgleich ging ein Ballverlust von Felix Nmecha nach einem technischen Fehler des Dortmunders voraus, auch dessen Nebenmann Pavlovic war anfällig - mit Wiederbeginn kam Angelo Stiller für ihn.

Auffällig bei Nagelsmanns Team: Gegen den Ball agierte es mitunter mit Fünferkette in der Abwehr. "Wir variieren ein bisschen in der Defensivordnung, um ein zusätzliches Mittel zu haben in der K.o.-Runde", sagte der Bundestrainer. Allerdings waren seine Stars im 5-4-1 ein ums andere mal zu passiv.

Nach vorne machte sich bemerkbar, dass der Rasen im Football-Stadion der New York Giants und der Jets sehr stumpf war - schnelle Kombinationen wurden dadurch erschwert. Die häufig sehr hoch postierte Offensive ließ Lücken klaffen. "Jeder Ballverlust tut uns extrem weh", sagte "TV-Bundestrainer" Jürgen Klopp in der Halbzeit bei MagentaTV.

Kurz nach Wiederbeginn sprach Schiedsrichterin Tori Penso (USA) Deutschland einen Elfmeter zu, musste ihre Entscheidung wegen eines Fouls von Sané in der Entstehung aber zurücknehmen. Das Spiel plätscherte dahin - und es kam, wer kommen musste: Undav (60.) für Havertz. Zugleich testete Nagelsmann Malick Thiaw rechts hinten als Alternative für Kapitän Joshua Kimmich und damit eine richtige Dreierkette.

Neuer (62.) hielt das 1:1 gegen Sturm-Veteran Enner Valencia fest, Nagelsmann wechselte ungeachtet der Schwierigkeiten weiter munter Reservisten ein. Nach einem Missverständnis zwischen Neuer und Tah vergab Plata (73.) noch, Sané (76.) ließ eine seltene deutsche Möglichkeit liegen. Beim 1:2 verlor Raum ein Kopfballduell, Neuer agierte zu zögerlich.

D.Bruno--PV

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