Pallade Veneta - Pyrenäen-Show: Pogacar entreißt Vingegaard das Gelbe Trikot

Pyrenäen-Show: Pogacar entreißt Vingegaard das Gelbe Trikot


Pyrenäen-Show: Pogacar entreißt Vingegaard das Gelbe Trikot
Pyrenäen-Show: Pogacar entreißt Vingegaard das Gelbe Trikot / Foto: LOIC VENANCE - SID

Tadej Pogacar hat bei der ersten kleinen Bergankunft der 113. Tour de France die Muskeln spielen lassen und das Gelbe Trikot erobert. Nachdem der slowenische Weltmeister am Vortag seinem Helfer Isaac del Toro großmütig den Etappensieg überlassen hatte, schlug er am Montag selbst zu, sprintete der Konkurrenz am Schlussanstieg nahezu spielerisch davon und entriss seinem Herausforderer Jonas Vingegaard um einen Hauch die Gesamtführung.

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Folgen konnte Pogacar auf den letzten Metern beim Finale hinauf ins Pyrenäendorf Les Angles keiner. Zwei Sekunden nach Titelverteidiger Pogacar (UAE Emirates-XRG) erkämpfte sich der Däne Vingegaard (Visma-Lease a Bike) Rang zwei, muss das Maillot jaune trotz gleicher Zeit aber abgeben - Sekundenbruchteile aus dem Zeitfahren gaben den Ausschlag zugunsten Pogacars. Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) wurde zeitgleich mit Vingegaard Dritter.

Auch Florian Lipowitz war gegen den Angriff des Dominators machtlos. Der Vorjahresdritte verlor als Siebter auf den 195,9 Kilometern erneut wertvolle Sekunden und liegt nun 53 hinter Pogacar auf Gesamtrang sieben. Sein belgischer Teamkollege Remco Evenepoel beim deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe kam zeitgleich, aber direkt hinter dem Ulmer an, im Klassement belegt der Doppel-Olympiasieger weiter den dritten Platz mit 23 Sekunden hinter dem Spitzenduo.

Pogacar feierte in Les Angles, wo in rund 70 Kilometern Entfernung Waldbrände wüten, seinen 122. Profisieg sowie den 22. bei der Frankreich-Rundfahrt - und nimmt Kurs, den Rekord von fünf Gesamtsiegen einzustellen.

Erst am Vorabend war beschlossen worden, die dritte Etappe trotz der sich rasch ausbreitenden Waldbrände stattfinden zu lassen, allerdings nicht wie geplant. Nach dem Grenzübertritt von Spanien nach Frankreich sollten Zuschauer der Strecke fernbleiben, auch die beliebte Werbekarawane bog nicht ins Mutterland der Tour ein. Zudem wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Trotz der hohen Temperaturen von teilweise über 35 Grad schlugen die Fahrer schon zu Beginn ein enorm hohes Tempo an, der Start der Etappe verlief überwiegend unruhig, erst nach zwei Stunden formierte sich erfolgreich eine größere Fluchtgruppe. Das Hauptfeld aber ließ die Ausreißer an der kurzen Leine. Bei der Überquerung nach Frankreich betrug der Vorsprung knapp anderthalb Minuten.

Das UAE-Team bestimmte im Peloton das Tempo, immer mehr Fahrer fielen zurück. Auch der Kölner Nils Politt führte das Feld lange an, wenn er seine Mannschaft nicht mit Flüssigkeit versorgte. Der letzte Ausreißer, der Franzose Alex Baudin, war elf Kilometer vor dem Ziel gestellt. Anschließend bereiteten Pogacars Helfer dessen Angriff weiter vor, ehe sich der viermalige Sieger am Schlussanstieg löste.

Die vierte Etappe am Dienstag bietet vielerlei Optionen. Bergfeste Sprinter und Ausreißer dürfen sich gleichermaßen Chancen auf den Tagessieg ausrechnen. Im Weg stehen vier Bergwertungen, zwei davon der 2. Kategorie. Insgesamt weisen die 181,9 Kilometer von Carcassonne nach Foix ein hügeliges Terrain auf, ideal für Fluchtgruppen. Die Abfahrt ins Ziel kommt eher den endschnellen Männern entgegen. Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr ist aber auch das vierte Teilstück bedroht.

H.Lagomarsino--PV

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