Pallade Veneta - Tour-Spitzenreiter Träen: Krebs besiegt, Gelb erobert

Tour-Spitzenreiter Träen: Krebs besiegt, Gelb erobert


Tour-Spitzenreiter Träen: Krebs besiegt, Gelb erobert
Tour-Spitzenreiter Träen: Krebs besiegt, Gelb erobert / Foto: JEFF PACHOUD - SID

Torstein Träen erlebte sein gelbes Wunder, doch realisieren konnte er es zunächst nicht. "Es fühlt sich unwirklich an, ich verstehe noch nicht so recht, was hier gerade passiert", sagte der Norweger völlig überwältigt, nachdem er dem Dominator Tadej Pogacar auf der dritten Etappe das Gelbe Trikot bei der Tour de France abgeknöpft hatte.

Textgröße ändern:

"Ich glaube, ich werde erst in ein paar Tagen aufwachen und begreifen, wie groß diese Sache eigentlich ist", erklärte Träen. Mit einem Vorsprung von 28 Sekunden auf den Amerikaner Sean Quinn und 7:53 Minuten auf Titelverteidiger Pogacar führt der Kletterspezialist aus der norwegischen Uno-X-Mobility-Mannschaft das Gesamtklassement der Frankreich-Rundfahrt an. Am Mittwoch wird er erstmals Gelb tragen.

Dass er es bis in das begehrte Maillot jaune schaffen würde, war noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen. Wie einst Lance Armstrong erhielt auch Träen die Schockdiagnose Hodenkrebs. Im Mai 2022 konfrontierte ihn sein Teamarzt mit einem positiven Dopingtest. Ein Hormon sei gefunden worden, das die Testosteronproduktion anregt - und auf der Verbotsliste steht.

Wie sich später herausstellte, hatte das Hormon aber nicht auf ein Dopingmittel hingedeutet, sondern auf Hodenkrebs. Träen ließ sich operieren, mit Erfolg. Vier Monate nach der Diagnose gab er sein Comeback, im Jahr darauf ging der Kletterspezialist erstmals bei der Frankreich-Rundfahrt an den Start.

Im Jahr 2024 dann feierte Träen bei der Tour de Suisse seinen ersten Profisieg, ehe er bei der vergangenen Vuelta a Espana für vier Tage das Rote Trikot des Gesamtführenden trug. Nun, knapp vier Jahren nach der Schockdiagnose, schlüpfte Träen in das begehrteste Stück Stoff der Radsport-Welt - als erst dritter Norweger nach Alexander Kristoff (2020) und seinem jetzigen Teamchef Thor Hushovd (2004, 2006 und 2011).

Auf dem Weg zurück zum Teambus erhielt der neue Mann in Gelb eine Eskorte, Polizisten auf Fahrrädern begleiteten Träen vom Podium zur Mannschaft. Der kühle Skandinavier wird sich an den Rummel um seine Person gewöhnen müssen. "Norwegische Meisterleistung" titelte die norwegische Tageszeitung Verdens Gang etwa, die Medien sind außer sich.

Noch aber überlagern die Auftritte von Erling Haaland und Co. bei der Fußball-WM alles in Träens Heimat. Auch den Tour-Spitzenreiter hat der Hype der "Ruderer" angesteckt. Das Viertelfinale am Samstag gegen England will der "Velo-Wikinger" verfolgen. "Ich träume jetzt nur noch davon, ein Norwegen-Trikot mit meinem Namen auf dem Rücken zu haben, damit ich es beim nächsten Spiel tragen kann", sagte er.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Frenzel nach Olympia-Aus der Kombination: "Tut enorm weh"

Bundestrainer Eric Frenzel hat mit großer Enttäuschung auf das Olympia-Aus der Nordischen Kombination reagiert. "Mir fällt es enorm schwer, Worte zu finden. Es war eine herbe, wirklich herbe Enttäuschung. Das tut enorm weh", sagte der dreimalige Olympiasieger nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Sportart nach mehr als 100 Jahren bereits 2030 aus dem Programm zu nehmen.

"In der Verlängerung": Rohr tippt auf Frankreich

Starkes Marokko, stärkeres Frankreich: Afrika-Experte Gernot Rohr tippt im ersten WM-Viertelfinale auf einen knappen Sieg der Europäer. "Frankreich schafft es in der Verlängerung", sagte der deutsch-französische Nationaltrainer Benins dem Sport-Informations-Dienst (SID) vor dem Duell am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV).

"Fundamentale Abkehr": Kritik nach IOC-Entscheid zu Russland

Die internationale Sportlervertretung Global Athlete und die Anti-Doping-Lobbygruppe FairSport haben nach der Wiederzulassung Russlands durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) schwerste Vorwürfe gegen die Ringe-Organisation erhoben. "Diese Entscheidung stellt eine fundamentale Abkehr von den Prinzipien des Olympismus dar", heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.

Der Traum lebt: Die Schweiz fordert Messis Argentinien

Das Ziel ist ist nach einem Elfmeter-Krimi erreicht, der Traum lebt: Die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz hat sich bei der WM in Nordamerika auch ohne Jungstar Johan Manzambi ins Viertelfinale gekämpft. Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin bezwang Kolumbien nach einem intensiven Schlagabtausch in Vancouver bei der ultimativen Entscheidung vom Punkt 4:3 (0:0 n.V) und reist nun weiter nach Kansas City zum Duell mit Titelverteidiger Argentinien und Superstar Lionel Messi (So, 3.00 Uhr MESZ).

Textgröße ändern: