Pallade Veneta - Infantino-Wiederwahl: DFB hat nicht unterschrieben

Infantino-Wiederwahl: DFB hat nicht unterschrieben


Infantino-Wiederwahl: DFB hat nicht unterschrieben
Infantino-Wiederwahl: DFB hat nicht unterschrieben / Foto: Frank Hoermann - picture-alliance/Sven Simon/SID

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und sein Präsident Bernd Neuendorf gehen offenbar immer mehr auf Distanz zum umstrittenen FIFA-Boss Gianni Infantino. Laut der Bild-Zeitung hat Neuendorf seine Unterschrift unter ein Unterstützerschreiben mit Blick auf die von Infantino angestrebte Wiederwahl beim Kongress des Weltverbandes am 18. März 2027 in Rabat/Marokko verweigert.

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"Der DFB hat kein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl von Gianni Infantino unterzeichnet", teilte der DFB auf SID-Anfrage mit: "Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten." Laut der Bild warb der für Europa zuständige FIFA-Direktor während der WM-Endrunde in Nordamerika bei den 16 europäischen Teilnehmern für die Unterschrift. Der DFB hat seine Position zur Infantino-Wiederwahl bisher offen gelassen.

Die seit langer Zeit schwelenden Differenzen zwischen dem DFB und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf der einen und der FIFA auf der anderen Seite sind spätestens seit dem "Fall Folarin Balogun" offen zu Tage getreten. Die UEFA hatte scharf wie selten zuvor das Gebaren der FIFA kritisiert und von der Überschreitung einer "roten Linie" gesprochen. Neuendorf sagte dem SID, dass "dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf".

Infantino hatte beteuert, dass weder er noch US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Entscheidung der Disziplinarkommission genommen hätten. Das Gremium selbst untermauerte dies und beteuerte seine Unabhängigkeit. US-Stürmer Balogun durfte trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen. Vor der Aussetzung der Sperre durch die Disziplinarkommission hatte Trump bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung des Falles gebeten.

Die letztmögliche Wiederwahl Infantinos bis zum Jahr 2031 gilt aufgrund der erklärten Unterstützung mehrerer Konföderationen derzeit als sicher. Allerdings hat die Menschenrechtsorganisation FairSquare beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine zehnseitige Beschwerde gegen Infantino eingereicht. Grund dafür seien mehrere Verstöße gegen die Regeln zur politischen Neutralität. Dabei geht es vor allem um die Nähe des IOC-Mitglieds Infantino zu Trump.

C.Grillo--PV

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