Pallade Veneta - Schwimm-EM: Halbisch winkt und springt zu Bronze

Schwimm-EM: Halbisch winkt und springt zu Bronze


Schwimm-EM: Halbisch winkt und springt zu  Bronze
Schwimm-EM: Halbisch winkt und springt zu Bronze / Foto: DIMITAR DILKOFF - SID

Erst winkte sie dem Metrofahrer zu, dann sprang Maike Halbisch von der Brücke in die Seine zu EM-Bronze. Mit leichter Verzögerung katapultierte sich die 21 Jahre alte Klippenspringerin im letzten Durchgang bei der Europameisterschaft in Paris noch vom sechsten auf den dritten Platz.

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"Mir hat der U-Bahnfahrer zugewunken, und dann habe ich zurückgewunken, weil ich ein netter Mensch bin", sagte die Polizeioberkommissaranwärterin aus Waiblingen nach ihrem überraschenden Erfolg mit 292,15 Punkten nach vier Sprüngen aus 20 Metern Höhe vom Stahlgerüst auf der Pont de Bir-Hakeim mit spektakulärem Blick auf den Eiffelturm.

Halbisch wollte gerade in den Handstand für den Dreieinhalbfachsalto gehockt gehen, als sie "im Augenwinkel" eine Bahn auf die Brücke fahren sah. "Da habe ich gesagt, ich warte. Denn das Gerüst wackelt immer leicht." Sie behielt die Nerven, der derzeit "schwierigste Sprung der Welt" gelang im zweiten Anlauf.

Am Freitag hatte Halbisch nach einem verpatzten Vierfachsalto rückwärts, dem zweitschwierigsten Sprung, noch auf Rang sieben gelegen. Trotzdem ging sie am Samstag auf Risiko. "Ich hatte keinen Plan B." So sprang doch noch die "allererste Medaille überhaupt" heraus und die Erkenntnis, dass in Zukunft noch eine ganze Menge mehr gehen könnte: "Das zeigt mir, was ich kann, wozu ich fähig bin, zumal ich einen ziemlich großen Fehler gemacht habe. Wenn das auch noch klappt..."

Titelverteidigerin Iris Schmidbauer, die nach dem ersten Sprung noch vorne gelegen hatte, fiel am Ende auf Rang fünf zurück. Die Europameisterin bei der High-Diving-Premiere 2022 in Rom kam auf 271,05 Punkte. Gold ging an die Ukrainerin Nelli Tschukaniwska (324,70) vor Elisa Cosetti (297,20) aus Italien.

Bei den Männern liegt Manuel Halbisch, Bruder von Maike Halbisch, mit 122,10 Punkten zur Halbzeit auf dem neunten Platz. Für die Springer, die in Paris ebenfalls aus 20 Metern und nicht wie üblich aus 27 Metern Höhe an den Start gehen, stehen die letzten Durchgänge am Nachmittag (16.00 Uhr) an.

A.Graziadei--PV

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