Pallade Veneta - Vollering gewinnt Frauen-Tour - Niedermaier holt Weiß

Vollering gewinnt Frauen-Tour - Niedermaier holt Weiß


Vollering gewinnt Frauen-Tour - Niedermaier holt Weiß
Vollering gewinnt Frauen-Tour - Niedermaier holt Weiß / Foto: NICOLAS TUCAT - SID

Demi Vollering hat ihrer beeindruckenden Karriere einen weiteren Meilenstein hinzugefügt und zum zweiten Mal nach 2023 die Tour de France der Frauen gewonnen. Auf der abschließenden Etappe mit Start und Ziel in Nizza verteidigte die Niederländerin vom Team FDJ United-Suez das Gelbe Trikot der Gesamtführenden mühelos und stürmte unaufhaltsam zu ihrem dritten Tagessieg, nachdem die 29-Jährige im nächsten spannenden Duell die Angriffe ihrer Rivalin Kasia Niewiadoma abgewehrt hatte.

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Die Polin Niewiadoma vom deutschen Rennstall Canyon//SRAM verpasste ihren zweiten Tour-Sieg nach 2024, durfte sich aber immerhin für ihre deutsche Teamkollegin freuen. Die Rosenheimerin Antonia Niedermaier (23) gewann als erste Fahrerin aus Deutschland seit dem Neustart der Frankreich-Rundfahrt das Weiße Trikot der besten Jungfahrerin, im Gesamtklassement verpasste die Zweite des Giro d'Italia mit Platz vier nur knapp as Podium.

Vollering, die ihren dritten Etappensieg feierte, setzte knapp 15 km vor dem Ziel zur erfolgreichen Attacke an. Niewiadoma konnte nicht mehr folgen. Für Vollering ist es bereits der fünfte Grand-Tour-Titel. Die Topfahrerin, die neben ihren nun zwei Gesamtsiegen dreimal Zweite wurde, lag in der Abschlusswertung letztlich 1:18 Minuten vor Niewiadoma, der sie erst auf der vorletzten Etappe am Samstag die Führungsposition abgeluchst hatte und mit einem Vorsprung von acht Sekunden ins Finale gegangen war.

Platz zwei auf dem 99,2 km langen neunten Teilstück, das auch Männer-Sieger Tadej Pogacar an der Strecke verfolgte, um seine Partnerin Urska Zigart anzufeuern, ging 1:04 Minuten nach Vollering an die Spanierin Paula Blasi (UAE L'IMAD), Niewiadoma wurde Dritte, Niedermaier zeitgleich Fünfte.

Marlen Reusser, die drei Tage im Gelben Trikot unterwegs war, gab Podiumsplatz drei noch ab. Bereits am zweiten Anstieg wurde die Schweizerin abgehängt, kurz danach stürzte sie. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen, darunter die frühere deutsche Meisterin Liane Lippert, rollte Reusser mit großem Rückstand ins Ziel. Nutznießerin war die zweimalige Giro-Siegerin Elisa Longo Borghini (UAE L'IMAD). Niedermaier fehlten 49 Sekunden auf die Italienerin.

Niewiadomas deutsches Canyon-Team schlug direkt ein hohes Tempo an. Bereits früh im Rennen, das viermal über den Col d'Éze führte, war das Peloton erheblich geschrumpft. Am letzten Anstieg sorgte Niedermaier für die Tempoarbeit, den Angriff ihrer Teamkollegin konnte nur Vollering folgen, es kam zum nächsten Showdown der Rivalinnen.

Eine klassische Tour d'Honneur wie bei den Männern, bei der der designierte Gesamtsieger im Gelben Trikot auf der Schlussetappe mit Schampus anstößt und nicht mehr attackiert wird, gibt es bei den Frauen angesichts der deutlich kürzeren Gesamtlänge und Etappenzahl nicht. Auf Vollering wartete auf der kurzen, aber anspruchsvollen letzten Etappe Schwerstarbeit - und eine wütende Verfolgerin.

Die 31-jährige Niewiadoma, die Vollering bei der Tour 2024 mit nur vier Sekunden Vorsprung den Gesamtsieg weggeschnappt hatte, warf Vollerings Team nach der Zielankunft der 8. Etappe am Samstag unsportliches Verhalten vor. Sie sei von der Französin Celia Gery an einer Schlüsselstelle im Anstieg "absichtlich bis an die Absperrungen abgedrängt" worden, so Niewiadoma, nachdem sie Gery im Live-TV zur Rede gestellt hatte: "Sie sollten fair kämpfen und nicht versuchen, mich in die Absperrungen zu drängen. Ich finde das so kindisch. Ehrlich gesagt habe ich dadurch jeglichen Respekt vor ihnen verloren."

Neben Gesamtsiegerin Vollering durfte auch Tour-Veranstalter ASO um Renndirektorin Marion Rousse zufrieden sein. Die fünfte Auflage Tour de France Femmes, die am Freitag erstmals auch auf den legendären Mont Ventoux führte, war ein voller Erfolg. Die Fahrerinnen boten packende Rennen, die Spannung blieb bis zum Finale erhalten, die zahlreichen Fans am Streckenrand sorgten für Stimmung. Die 2026er-Auflage war die längste und anspruchsvollste Austragung seit der Neuauflage im Jahr 2022. Das Wachstum dürfte anhalten.

E.Magrini--PV

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