Pallade Veneta - Antonelli siegt mit historischer Aufholjagd - Ferraris Fiasko

Antonelli siegt mit historischer Aufholjagd - Ferraris Fiasko


Antonelli siegt mit historischer Aufholjagd - Ferraris Fiasko
Antonelli siegt mit historischer Aufholjagd - Ferraris Fiasko / Foto: Marco BERTORELLO - SID

Mit einer sensationellen Aufholjagd in Monza hat Kimi Antonelli endgültig Kurs auf seinen ersten WM-Titel genommen - und nebenbei das Totalversagen von Ferrari beim Großen Preis von Italien überstrahlt. Der Teenager im Mercedes raste von Rang 19 zum Sieg, es ist die zweitgrößte Aufholjagd in der Geschichte der Formel 1, Antonelli rettete seinen Landsleuten damit den Tag. Als erster Italiener seit 60 Jahren gewann er in Monza - Ferraris Traum vom Heimsieg hatte sich dagegen schon innerhalb der ersten beiden Runden erledigt.

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Lewis Hamilton war im direkten Duell mit Teamkollege Charles Leclerc weit zurückgefallen, wenig später krachte Leclerc in die Reifenstapel. Kurz darauf verpasste die Scuderia zudem den richtigen Zeitpunkt für einen Boxenstopp, es war ein rundherum gebrauchter Tag für die Roten. Antonelli gewann letztlich vor seinem Teamkollegen George Russell und Max Verstappen im Red Bull.

In der WM baute er seinen Vorsprung deutlich aus, 66 Punkte trennen ihn nun bereits von Russell - der Engländer musste zudem die Demütigung ertragen, trotz Startplatz zwei letztlich hinter seinem jungen Teamrivalen zu landen. Hamilton belegte letztlich Platz sechs und hat bereits 76 Zähler Rückstand. Nico Hülkenberg im Audi verpasste als Zwölfter die Punkteränge.

Es war ein brutaler Absturz für Ferrari, das Team hatte sich einiges vorgenommen, trotz des eher ernüchternden Qualifyings starteten Leclerc und Hamilton von den Plätzen drei und vier. Und die Scuderia baute auf die zuletzt stets starke Rennform. Doch in den wenigen Minuten nach dem Start platzten alle Träume vom Heimsieg. Hamilton attackierte Leclerc schon in der ersten Schikane, dabei geriet der Rekordweltmeister in den Kies und verlor gleich einige Positionen.

"Charles hat mich abgedrängt!", funkte Hamilton an die Box, doch die Rennleitung prüfte den Vorfall und sah kein Fehlverhalten. Dem Engländer war schlicht die Strecke ausgegangen. Hamilton lag nun bloß auf Rang zehn, Leclerc machte sich bereit für den Angriff auf die Spitze - doch schon am Ende der zweiten Runde verlor er in der schnellen Parabolica die Kontrolle über den SF-26, schlug hart in die Reifenstapel, das Rennen war gelaufen.

Leclerc stieg aus dem Auto, saß anschließend minutenlang auf der Wiese, wirkte benommen. Das Medical Car holte den Monegassen ab, wenig später lief er aber äußerlich unbeeinträchtigt durch das Fahrerlager.

Gut eine halbe Stunde dauerte es, bis die Barrieren wieder hergestellt waren, das Feld startete stehend - mit Russell an der Spitze, der Mercedes-Pilot war nach dem ersten Start wie erwartet schnell an Pierre Gasly vorbeigekommen. Der Sensations-Pole-Setter wehrte sich, war im Alpine gegen die Großen aber unterlegen.

In all dem Durcheinander war derweil Antonelli schon weit nach vorne gekommen, von Startplatz 19 auf Position zwölf - Titelrivale Hamilton war als Achter gar nicht mehr weit weg. Als es weiterging, rasten beide zunächst fast im Gleichflug nach vorne, Hamilton kam bis auf Rang drei vor, stagnierte dann aber. Antonelli dagegen überholte einfach immer weiter, nach zwölf Runden war er vorbei an Hamilton und machte sich nun an den Angriff auf Russell, seinen anderen Titelrivalen - in Runde 18 ging er vorbei.

Beide lieferten sich nun allerdings ein enges Duell, Russell setzte sich wieder an die Spitze. Wenig später sorgte das Aus von Aston-Martin-Pilot Lance Stroll für ein Virtuelles Safety Car, das ganze Feld musste langsamer fahren, und Antonelli nutzte dies für seinen Stopp - anders als etwa Russell und Hamilton. Damit fiel er zwar zunächst zurück, war aber dann deutlich schneller als die Konkurrenz und tauchte schon bald wieder in Hamiltons Rückspiegel auf. Gut 20 Runden vor Schluss ging Antonelli vorbei, Hamilton war noch immer nicht an der Box und klagte im Funk über seine "furchtbaren" Reifen.

Antonelli jagte nun Russell, rutschte beim ersten Versuch noch selbst in den Kies - schnappte sich den Gegner dann aber drei Runden vor Schluss.

I.Saccomanno--PV

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