Pallade Veneta - "Julius Hirsch Preis": Gewinner in "herausfordernden Zeiten"

"Julius Hirsch Preis": Gewinner in "herausfordernden Zeiten"


"Julius Hirsch Preis": Gewinner in "herausfordernden Zeiten"
"Julius Hirsch Preis": Gewinner in "herausfordernden Zeiten" / Foto: Robin Rudel - picture-alliance/Pressefoto Rudel/SID

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Streetbolzer aus Kassel, den SV Borussia Leer und die Deutsch-Tschechische Fußballschule mit dem "Julius Hirsch Preis" ausgezeichnet. Mit dem Preis, der zum 22. Mal verliehen wurde, erinnert der DFB seit 2005 an den in Auschwitz ermordeten Nationalspieler. Zwölf Projekte waren diesmal in der Endauswahl, die Jury unter Vorsitz von DFB-Präsident Bernd Neuendorf traf die Entscheidung. Insgesamt hatten sich 135 Projekte und Initiativen aus ganz Deutschland beworben.

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"Der Julius Hirsch Preis setzt wichtige Impulse - im Fußball ebenso wie in der Zivilgesellschaft. Er steht für Empathie, Haltung und tatkräftiges Engagement. Wir erleben politisch und gesellschaftlich herausfordernde Zeiten. Personen oder Personengruppen werden aus den unterschiedlichsten Gründen herabgewürdigt und ausgegrenzt. Umso wichtiger ist es, Hass und Hetze entschieden entgegenzutreten und sichtbar zu machen, welchen Wert Vielfalt und Teilhabe für unsere Gesellschaft haben", sagte Neuendorf: "Auch in diesem Jahr haben wir zahlreiche beeindruckende Initiativen und viele Menschen erlebt, die sich in herausragender Weise engagieren und damit wichtige Zeichen setzen. Ihnen allen gilt unser Respekt, unsere Anerkennung und unser großer Dank."

Der erste Preis geht an Streetbolzer e.V. Der Verein nutzt Straßenfußball, um insbesondere Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen zusammenzubringen und ihnen Fairness, Toleranz und Eigenverantwortung zu vermitteln. Den zweiten Preis erhält der SV Borussia Leer e.V. Der Verein verbindet Amateurfußball mit einer klaren Haltung für Toleranz, Weltoffenheit und gesellschaftliche Verantwortung. Der dritte Preis geht an die Deutsch-Tschechische Fußballschule e.V. mit Sitz in Rehau (Bayern). Sie bringt seit 2002 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern durch den Fußball zusammen. Die Verleihung der Preise findet am 23. November in Essen statt.

Julius "Juller" Hirsch war ein deutsch-jüdischer Nationalspieler. Der Sohn einer Karlsruher Kaufmannsfamilie trug siebenmal das DFB-Trikot und nahm an den Olympischen Spielen 1912 teil. Im Länderspiel gegen die Niederlande 1912 erzielte er beim 5:5 als erster Nationalspieler vier Tore. 1910 gewann er mit dem Karlsruher FV und 1914 mit der Spielvereinigung Fürth die deutsche Meisterschaft. 1943 wurde Hirsch in Auschwitz ermordet.

P.Colombo--PV

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