Pallade Veneta - Drama in tiefer Nacht: Shelton schaltet Alcaraz aus

Drama in tiefer Nacht: Shelton schaltet Alcaraz aus


Drama in tiefer Nacht: Shelton schaltet Alcaraz aus
Drama in tiefer Nacht: Shelton schaltet Alcaraz aus / Foto: CHARLY TRIBALLEAU - SID

Paukenschlag in tiefster Nacht: Ben Shelton hat bei den US Open den spanischen Titelverteidiger Carlos Alcaraz im Viertelfinale entzaubert und in einer magischen New Yorker Night Session den großen Turnierfavoriten ausgeschaltet. Um 3.34 Uhr Ortszeit vollendete Shelton den größten Sieg seiner Karriere und lässt die darbende Tennis-Nation USA vom ganz großen Coup träumen.

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"Es ist unglaublich. Ich wollte einfach nur bis zum letzten Moment kämpfen", sagte Shelton am Platz-Mikrofon nach dem spätestens Match-Ende der US-Open-Gweschichte, "es ist eine riesige Ehre."

Nach dem 6:7 (5:7), 6:1, 6:3, 1:6, 7:6 (10:7) in einem phasenweise maßlos begeisternden Match über 4:28 Stunden gegen den wohl doch noch von seiner langen Verletzungspause beeinflussten Alcaraz trifft Shelton im Halbfinale auf seinen Landsmann Frances Tiafoe. Damit steht auf jeden Fall ein US-Profi im Endspiel und ist möglicher Gegner von Alexander Zverev. Der French-Open-Sieger spielt in der Nacht zu Donnerstag (1.30 Uhr MESZ) gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp um den Einzug ins Halbfinale.

Weil zuvor alle drei Matches im Arthur Ashe Stadium über die maximale Anzahl an Sätzen gespielt worden waren, legten Alcaraz und Shelton erst um 23.05 Uhr Ortszeit in der restlos mit 24.000 Fans gefüllten größten reinen Tennisarena der Welt los.

Shelton, der 2023 im Halbfinale der US Open in drei Sätzen gegen Novak Djokovic verloren hatte, war dabei zunächst der erwartet starke Gegner für Alcaraz. Dem Mann aus Murcia, der die vorigen drei Duelle mit Shelton recht souverän gewonnen hatte, gelang zwar in einem zeitweise höchstklassigen Satz zu null das Break zum 6:5. Der physisch wie mental starke Shelton kämpfte sich unter tosendem Jubel in den Tiebreak, den Alcaraz dann nach 3:5-Rückstand noch gewann.

Auch weil Alcaraz, womöglich als Folge seiner langen Verletzungspause, ungewohnt viele Fehler einstreute und wackelig servierte, hatte Shelton weiter seine Chancen. Seinen sechsten Breakball nutzte er im zweiten Satz zum 2:1, ließ ein zweites Break folgen und schaffte um kurz vor 1.00 Uhr Ortszeit den Satzausgleich.

Alcaraz gelang es nicht, auf die Bremse zu treten. Shelton spielte nach vorne gepeitscht von seiner Freundin, US-Fußballerin Trinity Rodman, und seinem Vater, Ex-Tennisprofi Bryan Shelton, am Limit. Nach neun verloren Spielen in Serie fand Alcaraz zwar seinen Faden wieder, Satz drei war dennoch weg - und der große Favorit stand mit dem Rücken zur Wand.

Aus dieser Position hat Mentalitätsmonster Alcaraz aber seine besten und größten Siege gefeiert wie in den French-Open-Finals 2024 (gegen Zverev) und 2025 (gegen Jannik Sinner). Und auch diesmal schien das Spiel für ihn zun kippen. Um kurz vor halb drei war in der immer noch bestens gefüllten Arena wieder alles offen. Shelton biss sich in einem Spiel der wilden Wendungen zurück ins Match. Bei 3:4 wehrte Alcaraz mit felsenfester Überzeugung drei Breakchancen ab, doch im Match-Tiebreak wurde dann Shelton für seine riesige Moral belohnt,

Tiafoe hatte zuvor am Dienstagnachmittag (Ortszeit) nach einem Nervenkrimi über fast fünf Stunden zum dritten Mal das Halbfinale der US Open erreicht. Der 28-Jährige besiegte Alex Michelsen nach einem 0:2-Satzrückstand mit 5:7, 3:6, 7:5, 6:3, 7:6 (10:6).

S.Urciuoli--PV

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