Ronaldo klagt an: "Der Trainer hat sein Wort gebrochen"
Cristiano Ronaldo hat einen Rücktritt aus der portugiesischen Nationalmannschaft ausgeschlossen, macht eine Fortsetzung seiner Karriere in der Selecao aber offenbar von einer Ablösung von Nationaltrainer Jorge Jesus abhängig. "Der Trainer hat sein Wort mir gegenüber gebrochen", behauptete der 41-Jährige in seinem längst erwarteten Statement, in dem er wie angekündigt "die Wahrheit" über seine überstürzte Abreise von der Selecao in der vergangenen Woche ans Licht bringen wollte.
Ronaldo entschuldigte sich in seinem Schreiben bei den Portugiesen und "bei meinen Mitspielern" dafür, dass er nach dem Spiel der Nations League in Norwegen (2:1) abgereist sei, betonte aber: "Ich habe beschlossen, das Trainingscamp zu verlassen anstatt auf weitere gebrochene Versprechen zu warten. Trotz des vollständigen Vertrauensverlusts in den Coach hätte ich das nicht tun sollen."
In den Sozialen Netzwerken schilderte Ronaldo ausführlich, wie es zum Bruch mit Nationaltrainer Jesus kam. Demnach habe der 72 Jahre alte Coach mit ihm getroffene Absprachen nicht eingehalten, wie er in den Spielen der Nations League zum Einsatz kommen sollte. Ausschlaggebend für seine Abreise sei schließlich gewesen, dass er beim Hinspiel in der Nations League in Norwegen (27. September) nicht wie angekündigt wenigstens eingewechselt worden sei.
Jesus selbst hatte am Sonntag nach dem 2:1 im Rückspiel gegen Norwegen in der Nations League gesagt, dass die Tür für eine Rückkehr Ronaldos in die Nationalmannschaft offen stehe. "Wir können vor der nächsten Nominierung sprechen, aber Cris ist derjenige, der entscheiden wird", teilte Jesus mit. Eine offenbar von Ronaldo erwartete Entschuldigung rang er sich nicht ab. Ronaldo wiederum ließ wissen, er werde dem Nationalteam "immer" zur Verfügung stehen.
Er habe nach der WM im Sommer ursprünglich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkünden wollen, schreibt Ronaldo weiter. Präsident Pedro Proença habe ihn allerdings "eindringlich gebeten", die Entscheidung zu überdenken, der portugiesische Verband FPF wolle, dass er weitermache. Zugleich habe er ihn nach seiner Meinung zum Engagement von Jesus gefragt: "Ich sagte dem Präsidenten des Verbands, dass dies aus meiner Sicht die richtige Wahl wäre."
Er sei auch am Tag der Vorstellung von Jesus "wirklich glücklich über diese Entscheidung" gewesen, so Ronaldo, "es war die richtige Entscheidung, wie die Ergebnisse bestätigen". Mit vier Siegen aus vier Spielen ist der Europameister von 2016 bereits vorzeitig für das Viertelfinale der Nations League qualifiziert.
F.Amato--PV