Pallade Veneta - James-Webb-Weltraumteleskop entdeckt ältestes bisher bekanntes Schwarzes Loch

James-Webb-Weltraumteleskop entdeckt ältestes bisher bekanntes Schwarzes Loch


James-Webb-Weltraumteleskop entdeckt ältestes bisher bekanntes Schwarzes Loch
James-Webb-Weltraumteleskop entdeckt ältestes bisher bekanntes Schwarzes Loch / Foto: Handout - NASA/AFP

Das James-Webb-Weltraumteleskop hat das älteste bisher bekannte Schwarze Loch entdeckt. Dieses sei bereits so kurz nach dem Urknall entstanden, dass die Entdeckung zu neuen Theorien zur Entstehung Schwarzer Löcher führen könnte, erklärten Astronomen laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie im Journal "Nature". Demnach verschlang das Schwarze Loch seine Wirtsgalaxie GN-z11 bereits 430 Millionen Jahre nach der Geburt des Universums - in einer Zeit, die als kosmische Morgendämmerung bezeichnet wird.

Textgröße ändern:

Damit sei es 200 Millionen Jahre älter als alle anderen massereichen schwarzen Löcher, die bisher entdeckt worden sind, sagte der Mitautor der Studie und Astronom der Universität Cambridge, Jan Scholtz, der Nachrichtenagentur AFP. Die Frage, wie es innerhalb so kurzer Zeit nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden so schnell wachsen konnte, werde neue Informationen "für die nächste Generation theoretischer Modelle" zur Entstehung von Schwarzen Löchern liefern, sagte Scholtz.

Schwarze Löcher haben eine so starke Gravitation, dass selbst Licht ihnen nicht entweichen kann. Wie alle Schwarzen Löcher sei das neu entdeckte Schwarze Loch unsichtbar und nur durch die gewaltigen Lichtexplosionen entdeckt worden, die beim Verschlingen von Materie entstehen, hieß es in der Studie weiter.

Dieses Licht war es auch, das es dem Hubble-Weltraumteleskop im Jahr 2016 ermöglicht hatte, seine Wirtsgalaxie GN-z11 zu entdecken - die zu dem Zeitpunkt älteste und am weitesten entfernte Galaxie. Hubble entdeckte jedoch nicht das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie.

Normalerweise brauchen Schwarze Löcher in den Galaxien hunderte Millionen - wenn nicht Milliarden - Jahre, um sich zu bilden. Stephane Charlot, Mitautor der Studie und Astrophysiker in Paris, vermutet nun, dass Schwarze Löcher in der Frühzeit des Universums auf eine andere Weise entstanden sein könnten als später.

So könnten sie etwa durch die Explosion besonders massereicher Sterne entstanden sein, die es nur im frühen Universum gab, sagte Charlot AFP. Alternativ könnten sie durch den "direkten Kollaps einer dichten Gaswolke gebildet worden sein, ohne die Phase der Sternbildung zu durchlaufen", fügte er hinzu. Danach hätte das Loch das reichlich vorhandene Gas ringsum verschlingen und dadurch schnell wachsen können.

Scholtz betonte, dass alles, was bisher über das Schwarze Loch der GN-z11-Galaxie bekannt ist, "keines dieser Szenarien ausschließt". Der Wissenschaftler hofft, dass das Webb- und andere Teleskope, wie etwa das Euclid-Teleskop der Europäischen Weltraumorganisation ESA - noch mehr Schwarze Löcher aus den Anfangszeiten des Universums entdecken werden.

Das auch mit deutscher Beteiligung gebaute James-Webb-Teleskop war im Dezember 2021 nach jahrzehntelangen Vorbereitungen ins All gebracht worden. Nun befindet es sich mehr als anderthalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Es erforscht die Frühzeit des Kosmos, nur einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall vor etwa rund 13,8 Milliarden Jahren. Astronomen versprechen sich Rückschlüsse auf die Bildung der ersten Sterne und Galaxien.

F.Amato--PV

Empfohlen

OMP treibt die weltweit führenden Lieferketten voran: Neun Kunden unter den Gartner Supply Chain Top 25 für 2026

Während globale Marktführer den Fokus von der Krisenbewältigung auf vorausschauendes Handeln verlagern, würdigt OMP die visionären Konzerne, die entscheidungsorientierte Intelligenz im Tempo des Wandels skalieren.

OpenAI-Chef appelliert an G7: Verantwortung für KI nicht den Tech-Firmen überlassen

OpenAI-Chef Sam Altman hat die Staats- und Regierungschefs des G7-Gipfels dazu aufgerufen, die Kontrolle über Künstliche Intelligenz (KI) nicht den Tech-Firmen zu überlassen. "Geben Sie Ihre Verantwortung nicht an KI-Labore wie meines ab", sagte Altman am Mittwoch bei einer Sitzung des Gipfels im französischen Evian. Der Chef des ChatGPT-Entwicklers rief die Regierungen zudem dazu auf, weltweit geltende Standards für die sich rapide entwickelnde Technik zu etablieren.

Von Ukraine bis KI: Teilnehmer des G7-Gipfels werten Treffen mit Trump als Erfolg

Ein kooperativer US-Präsident, eine neue Dynamik mit Blick auf die Ukraine und gemeinsame Beschlüsse zu schwierigen Themen wie der Rohstoffabhängigkeit von China: Der G7-Gipfel im französischen Evian wurde am letzten Tag von den Gipfelteilnehmern einhellig als Erfolg gewertet. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) zog am Mittwoch eine durchweg "positive Bilanz", US-Präsident Donald Trump wertete seine Reise als "großen Erfolg".

Merz wertet G7-Gipfel mit Trump als Erfolg - zum Abschluss Beratungen über KI

Ein kooperativer US-Präsident, eine neue Dynamik mit Blick auf die Ukraine und viele informelle Gespräche zwischen den Staats- und Regierungschefs: Der G7-Gipfel im französischen Evian wurde am letzten Tag schon vor dem offiziellen Abschluss von mehreren Gipfelteilnehmern als Erfolg gewertet. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) zog am Mittwoch eine durchweg "positive Bilanz".

Textgröße ändern: