Pallade Veneta - Steinmeier und Merz würdigen verstorbenen Philosophen Habermas

Steinmeier und Merz würdigen verstorbenen Philosophen Habermas


Steinmeier und Merz würdigen verstorbenen Philosophen Habermas
Steinmeier und Merz würdigen verstorbenen Philosophen Habermas / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) haben den verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas gewürdigt. "Mit Jürgen Habermas verlieren wir einen großen Aufklärer, der die Widersprüche der Moderne durchmessen hat", schrieb Steinmeier am Samstag in einem Kondolenzschreiben an die Tochter und den Sohn des Verstorbenen. "Er hat uns das Ethos des demokratischen Diskurses gelehrt und die Emanzipation des Menschen als unaufgebbares Ziel begründet."

Textgröße ändern:

Steinmeier schrieb weiter, er sei "bis zuletzt im Austausch" mit Habermas gewesen. "Ich weiß, die politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa haben ihn bedrückt und zweifeln lassen, zumal er bei nachlassenden Kräften den Anspruch hatte, sein Wort gegen Gewalt und Unrecht zu stellen."

Deutschland verdanke Habermas "unendlich viel", schrieb Steinmeier weiter. "Sein Lebenswerk zu bewahren und seinen Ansprüchen an eine kritische Gesellschaftstheorie und Zeitdiagnose gerecht zu werden, nicht zuletzt die immer neue Orientierung auf das Ziel des Friedens, ist eine bleibende Aufgabe für Wissenschaft, Publizistik und Politik."

Kanzler Merz erklärte: "Deutschland und Europa haben einen der bedeutendsten Denker unserer Zeit verloren." Habermas habe "mit Weitblick und historischer Größe politische und gesellschaftliche Entwicklungen begleitet", fügte er hinzu. "Seine analytische Schärfe prägte weit über die Grenzen unseres Landes hinaus den demokratischen Diskurs und wirkte wie ein Leuchtfeuer in tosender See."

Der Kanzler verwies auf die soziologische und philosophische Arbeit von Habermas, die Generationen von Forschern und Denkern geprägt habe. "Für unser Gemeinwesen war Habermas' intellektuelle Eindringlichkeit und seine Liberalität unersetzlich - sein Wort war Maßstab und Herausforderung in einem", erklärte Merz. "Seine Stimme wird fehlen."

Der weltbekannte Intellektuelle starb am Samstag im Alter von 96 Jahren in Starnberg, wie eine Sprecherin des Suhrkamp-Verlags mitteilte. Habermas galt als wichtigster deutscher Philosoph der Gegenwart und genoss internationale Anerkennung. Bekannt war er auch als streitbarer Intellektueller, der sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder in politische Debatten einschaltete.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Brasiliens Justiz untersucht Video mit KI-Bild von Ex-Präsident Bolsonaro

Der unter Hausarrest stehende brasilianische Ex-Präsident Jair Bolsonaro sieht sich wegen eines Videos mit einem KI-erzeugten Doppelgänger seiner Person mit einer Untersuchung der Justiz konfrontiert. Das Oberste Gericht des südamerikanischen Landes forderte Bolsonaro am Dienstagabend (Ortszeit) auf, innerhalb von 48 zu erklärten, ob das bei einem Kongress seiner Partei gezeigte Video mit seiner Zustimmung produziert wurde oder nicht.

OpenAI: Unkontrollierter KI-Hackerangriff war größer als angenommen

Der unkontrollierte Hackerangriff durch Künstliche Intelligenz (KI) Mitte Juli hatte nach Angaben des US-Unternehmens OpenAI ein noch größeres Ausmaß als bisher angenommen. OpenAI erklärte am Mittwoch, es seien auch Konten bei vier "öffentlich zugänglichen Diensten" geknackt worden. Die betroffenen Unternehmen nannte OpenAI nicht.

Mehr Raketenstarts: Trump-Regierung will Umweltschutz für Raumfahrt aufweichen

Zur Ankurbelung der privaten Raumfahrtindustrie will die US-Regierung von Präsident Donald Trump die Hürden für Raketenstarts senken und dafür Umweltschutzvorgaben aushebeln. "Amerika hat das erste Weltraumrennen gewonnen, und wir können das wieder schaffen - aber nur, wenn wir bürokratischen Ballast der Regierung aus dem Weg räumen", erklärte Trumps Verkehrsminister Sean Duffy am Dienstag. Vorgesehen ist demnach, Anforderungen aus 13 Bundesgesetzen für "bestimmte kommerzielle Weltraumlizenzen und -genehmigungen" aufzuheben.

Neue Studie des GTDC beleuchtet die wachsende Rolle der Distribution in modernen Technologie-Ökosystemen

TAMPA, FL / ACCESS Newswire / 29. Juli 2026 / Der Global Technology Distribution Council (GTDC), das weltweit größte Konsortium von Technologie-Distributoren, hat heute einen neuen Forschungsbericht mit dem Titel „The Evolving Role of Distribution in Technology Go-To-Market Models" veröffentlicht, der in Zusammenarbeit mit Channelnomics erstellt wurde. Die Studie untersucht den Wandel der Distribution von einem traditionellen Vermittler im Distributionskanal hin zu einer strategischen operativen Plattform, die Anbietern und Partnern dabei hilft, zu skalieren, den Support zu verbessern und die mit Innovation (z. B. KI und Cybersicherheit) sowie Integration verbundenen Komplexitäten zu bewältigen.

Textgröße ändern: