Pallade Veneta - Nexperia-Chips können bald gänzlich in China produziert werden

Nexperia-Chips können bald gänzlich in China produziert werden


Nexperia-Chips können bald gänzlich in China produziert werden
Nexperia-Chips können bald gänzlich in China produziert werden / Foto: JOHN THYS - AFP/Archiv

Die Chips des ursprünglich niederländischen Unternehmens Nexperia können bald gänzlich in China produziert werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Unternehmenskreisen. Der Chiphersteller stand in den vergangenen Monaten im Zentrum eines geopolitischen Ringens um den Zugriff auf wichtige Technologien.

Textgröße ändern:

Nexperia ist ein wichtiger Großlieferant von einfachen Halbleitern, die etwa in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen. Die Niederlande hatten das Unternehmen, das seit 2018 zum chinesischen Wingtech-Konzern gehört, im September unter Verweis auf Sicherheitsbedenken unter staatliche Kontrolle gestellt - und damit in Peking Empörung ausgelöst.

China belegte Nexperia-Produkte daraufhin mit einem Exportverbot, was zu einem gravierenden Chip-Mangel vor allem bei Autozulieferern und -herstellern in Europa führte. Nexperia-Halbleiter werden bislang vor allem in Europa produziert und zur Weiterverarbeitung und Verpackung nach China verschickt. Lieferungen für europäische Kunden werden dann reexportiert.

Sollte der chinesische Teil künftig die gesamte Produktionskette abdecken können, könnte er so die von der niederländischen Regierung verhängten Einschränkungen umgehen. "Da die niederländische Seite unsere Wafer-Lieferungen eingestellt hat, müssen wir auf im Inland hergestellte Wafer zurückgreifen", sagte ein Unternehmensvertreter, der anonym bleiben möchte, zu AFP.

Bei einem Event mit Kunden in Peking am Mittwoch hatte ein Vertreter von Nexperia China bereits für Chips made in China geworben. "Aus Sicht der Lieferkette haben wir die Umstellung von der globalen auf die inländische Produktion in China abgeschlossen", sagte er. Die in China hergestellten Chips würden denselben strengen Qualitätsstandards entsprechen.

Von der niederländischen Unternehmensseite hieß es, Nexperia strebe "weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Nexperia-Niederlassungen in China an und habe um einen offenen Dialog gebeten, um einen Weg zur Wiederherstellung der regulären Warenlieferungen zu finden". Doch alle Versuche, "einen konstruktiven und sinnvollen Dialog mit der Geschäftsleitung in China aufzunehmen, blieben erfolglos".

Nexperia gehörte einst zum Philips-Konzern und dessen Chip-Tochterunternehmen NXP. 2018 übernahm Wingtech das Unternehmen. Nexperia betreibt auch ein Werk in Hamburg.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Cannabis-Evaluierung: SPD wirft Dobrindt unsachliche Kritik an Studie vor

Nach der jüngsten Veröffentlichung der Studie zur Evaluierung des Cannabis-Gesetzes hat die SPD Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "undifferenzierte und pauschale Kritik" vorgeworfen. "Wer wissenschaftliche Ergebnisse diskreditiert, nur weil sie nicht ins eigene politische Weltbild passen, untergräbt das Vertrauen in evidenzbasierte Politik", erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, am Donnerstag in Berlin.

Historischer Flug zum Mond: Mission Artemis 2 erfolgreich gestartet

"Wir fliegen zum Mond!": Nach mehr als 50 Jahren haben sich mit der historischen Mission Artemis 2 wieder Astronauten auf den Weg zum Mond gemacht. Die Trägerrakete SLS mit vier Astronauten an Bord der Raumkapsel Orion hob am frühen Mittwochabend gegen 18.35 Uhr (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab. Sie erreichte Minuten später wie geplant eine Erdumlaufbahn.

Historischer Flug zum Mond: Rakete von Mission Artemis 2 gestartet

Die Weltraummission Artemis 2 zur Umrundung des Mondes ist gestartet. Die Trägerrakete SLS mit der Orion-Raumkapsel und vier Astronauten hob am frühen Mittwochabend gegen 18.35 Uhr (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Mit der zehntägigen Mission will die US-Raumfahrtbehörde Nasa erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in die Nähe des Erdtrabanten bringen.

Rückkehr zum Mond nach gut 50 Jahren: Bemannte Artemis-2-Mission der Nasa startbereit

Rückkehr zum Mond nach mehr als einem halben Jahrhundert - diesem historischen Ereignis fiebern am Mittwoch nicht nur die vier Besatzungsmitglieder der US-Mission Artemis 2, sondern auch Raumfahrt-Fans in aller Welt entgegen. Um 00.24 Uhr MESZ soll die riesige Trägerrakete SLS die Orion-Raumkapsel mit der Artemis-2-Crew ins All bringen - nicht zuletzt dank deutscher Raumfahrttechnik. Erstmals nehmen dann ein Schwarzer und eine Frau an einer Mondmission teil.

Textgröße ändern: