Pallade Veneta - Deutschland gibt geraubte Kulturgüter an Polen zurück

Deutschland gibt geraubte Kulturgüter an Polen zurück


Deutschland gibt geraubte Kulturgüter an Polen zurück
Deutschland gibt geraubte Kulturgüter an Polen zurück / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Zum 35. Jahrestag des Nachbarschaftsvertrags hat Deutschland mehrere Kulturgüter an Polen zurückgegeben, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg geraubt worden waren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wertete die Rückgabe am Mittwoch in Berlin als "Ausdruck von gegenseitigem Respekt, bleibender deutscher Verantwortung und unserer vertrauensvollen Partnerschaft". Sie stärke "die festen Bande zwischen unseren Ländern weiter".

Textgröße ändern:

Wadephul äußerte sich bei einem Deutsch-Polnischen Forum in Berlin, zu dem auch der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski angereist war. "Erinnerung an das Geschehene, Verantwortung für die Zukunft und Versöhnung als Generationenaufgabe leiten auch heute unser Handeln", erklärte Wadephul. Inhaltlich sollte es auf dem Forum mit dem Titel "Nachbarschaft im Wandel" um unterschiedliche Bereiche der Zusammenarbeit sowie um aktuelle außenpolitische Herausforderungen gehen.

Zu den zurückgegebenen Kulturgütern zählt ein mittelalterliches Manuskript mit Fragment der Hymne "Gaude Mater Polonia" aus dem späten 14. Jahrhundert. Das aus sechs Pergamentblättern bestehende Heft gelangte auf bisher unbekanntem Weg in die Staatsbibliothek zu Berlin, wo es als Fremdbesitz verwahrt wurde. Es stammt aus der Bibliothek des Priesterseminars im polnischen Plock, deren Bestände während des Zweiten Weltkriegs geplündert und weitgehend zerstört wurden.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bezeichnete die Handschrift als "eines der ältesten Werke religiöser Dichtung" Polens. "Die heutige Rückgabe ist eine wichtige Geste der Anerkennung historischen Unrechts", erklärte Weimer. "Damit schreiben wir ein neues Kapitel in der Erinnerungskultur unserer beiden Länder."

Ebenfalls zurückgegeben wurden am Mittwoch ein Goldring aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, der dem polnischen König Sigismund I. zugeschrieben wird. Der mit einem Diamanten verzierte Ring wurde vermutlich im September 1939 von deutschen Truppen aus einer polnischen Sammlung geraubt; später gelangte er nach Deutschland und wurde seit 1963 im Schmuckmuseum Pforzheim verwahrt.

Des weiteren übergab das Bundesverkehrsministerium elf Objekte aus den Beständen des Bundeseisenbahnvermögens, die ursprünglich zur Sammlung des Verkehrsmuseums Warschau gehörten. Es handelt sich um Eisenbahnminiaturen und Zubehör.

Das Auswärtige Amt betonte, dass die Rückgabe kriegsbedingt verlagerter Kulturgüter seit den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen vom Dezember 2025 "deutlich an Dynamik gewonnen" habe. Eine deutsch-polnische Arbeitsgruppe bearbeite unter Federführung des Auswärtigen Amtes gemeinsam mit dem polnischen Kulturministerium laufende Rückgabefälle. Die Rückgaben vom Mittwoch knüpften an bereits erfolgte Rückgaben an, darunter die der so genannten Deutschordensurkunden sowie eines Skulpturenkopfes der Marienburg an Polen.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Warnungen vor KI-Risiken - Anthropic-Chef fordert langsameres Entwicklungstempo

Außer Kontrolle geratene KI, gehackte Frühwarnsysteme, Risiko einer Auslöschung: Angesichts der deutlichen Warnungen vor Gefahren für die Menschheit durch Künstliche Intelligenz (KI) hat der Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, zu einer Drosselung der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz aufgerufen. Unterstützung erhielt er am Wochenende vom Chef des Konkurrenzunternehmens OpenAI, Sam Altman, und dem Techunternehmer Elon Musk. Wegen der Sicherheitsbedenken erteilte Altman einem Börsengang von OpenAI in diesem Jahr eine Absage.

Galaxy Tab S12系列效果圖曝光 Ultra擬配雙鏡頭及瀏海螢幕

Samsung Galaxy Tab S12+與Galaxy Tab S12 Ultra的效果圖近日流出,顯示兩款平板採用金屬機身並支援S Pen。消息預期新機可能於9月發布,正式規格、售價與推出日期仍待Samsung公布。

Altman: OpenAI wird 2026 nicht an die Börse gehen

Wegen der Sicherheitsbedenken hinsichtlich Künstlicher Intelligenz wird das KI-Unternehmen OpenAI nach Angaben seines Chefs Sam Altman in diesem Jahr nicht an die Börse gehen. "Angesichts der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Sicherheit wäre es derzeit wenig ratsam, an die Öffentlichkeit zu gehen, und wir verspüren diesbezüglich keinen Druck", sagte Altman in einem am Samstag (Ortszeit) veröffentlichten Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Fortune".

Anthropic-Chef fordert langsameres Tempo bei KI-Entwicklung - Musk und Altman stimmen zu

Angesichts der Warnungen vor den Risiken einer sogenannten Superintelligenz hat Anthropic-Chef Dario Amodei KI-Unternehmen aufgerufen, die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zu drosseln. "Wir müssen das Tempo verlangsamen, mit dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern", schrieb Amodei am Samstag auf seiner persönlichen Website. Unterstützung erhielt er vom Chef des Konkurrenzunternehmens OpenAI, Sam Altman, und dem Techunternehmer Elon Musk.

Textgröße ändern: